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Neuen Stadtteil schneller realisieren

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Zwischen Niederursel und Praunheim sollen drei einzelne Quartiere entstehen. FOTO: leonhard Hamerski
Zwischen Niederursel und Praunheim sollen drei einzelne Quartiere entstehen. © Hamerski

Industrie- und Handelskammer fordert mehr Tempo bei der Planung im Nordwesten der Stadt

Auf ein schnelles Vorangehen der Stadt bei der Realisierung des neuen Stadtteils im Nordwesten drängt die Industrie- und Handelskammer (IHK). Den Stadtteil zu bauen sei „ein wichtiger Schritt für die wirtschaftliche Entwicklung der Region“, findet IHK-Präsident Ulrich Caspar.

Zuletzt hatte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) nach Abstimmung innerhalb der Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt vorgeschlagen, den geplanten Stadtteil kleiner als zuvor vorgesehen voranzutreiben. So sollen die Flächen westlich der A5 nicht weiterverfolgt werden. Dagegen hatte es Widerstand aus den angrenzenden Hochtaunus-Nachbarkommunen gegeben, allein voran aus Steinbach. Hätten bisher 21 000 Menschen in dem neuen Stadtteil wohnen können, soll er nun nur noch östlich der A5 entstehen mit Wohnungen für 17 000 Menschen. Statt 8400 Wohnungen soll der Stadtteil, den vor allem Kritiker nach dem Planungsdezernenten „Josefstadt“ nennen, nur noch 6800 Wohnungen erhalten.

Trotz der zuletzt verstärkten Bautätigkeit fehlten im IHK-Bezirk Frankfurt bis zum Jahr 2030 fast 140 000 Wohnungen, erinnert Ulrich Caspar. „Diese mangelnde Flächenverfügbarkeit wird so zu einem sich weiter verschärfenden wirtschaftlichen Risiko für die Unternehmen und damit für den Wohlstand der Region“, mahnt der IHK-Präsident. „Finden Fachkräfte keinen beziehbaren Wohnraum, wandern sie möglicherweise in andere Regionen ab. Dies verschärft den gravierenden Fachkräftemangel, den auch der Zuzug der letzten Jahre in die Region nicht beheben konnte.“

Die Flächenverfügbarkeit für Wohnen und Gewerbe sei und bleibe einer der größten Engpässe in der Region. „Daher begrüßen wir die Bemühungen der Stadt Frankfurt, diesem entgegenzuwirken“, lobt Caspar den Schritt voran beim Nordweststadtteil. Problematisch sei die Lage gerade besonders, da Menschen unvermindert in die Region zögen, allerdings ein Einbruch bei der Neubautätigkeit eintreten könne. Letzteres sei „angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie unter anderem dem anhaltenden Rohstoffmangel, der stark anziehende Hypothekenzinsen und Baukosten“ zu erwarten, befürchtet Caspar.

Daher sei das Vorgehen Frankfurts umso wichtiger, und andere sollten diesem Beispiel folgen. Schließlich würden auch in Zukunft neben Verdichtung und Aufstockung im Bestand weitere Baugebiete für Wohnen und Gewerbe gebraucht. „Hierbei ist nicht nur Frankfurt, sondern die ganze Region gefragt“, fordert der IHK-Präsident. Außerdem drängt er Frankfurt zur Eile: Sie solle den Stadtteil gegebenenfalls über die regulären Genehmigungsverfahren umsetzen statt wie bisher geplant als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme, falls die Realisierung dadurch schneller möglich sei. Genau darauf drängt inzwischen auch die Frankfurt CDU. Caspar war vor seiner Tätigkeit als IHK-Chef unter anderem lange Jahre CDU-Landtagsabgeordneter für Frankfurt.

Drei Quartiere könnten entstehen

Realisiert werden könnte der neue Stadtteil mit drei einzelnen Quartieren als Erweiterungen von Praunheim und Niederursel im Lauf des nächsten Jahrzehnts. Als nächstes müssen die Stadtverordneten den Ergebnissen der Voruntersuchungen zustimmen. Anschließend kann Dezernent Josef bei der Regionalversammlung eine grundlegende Genehmigung für den Stadtteil einholen. Dieser ist mit einem besonders hohen Grün-Anteil geplant, er soll städtebaulich dicht und autoarm realisiert werden.

Mobil sein sollen die Bewohner vor allem dank Anschluss an die U7, die bis zum Nordwestzentrum verlängert werden soll, sowie die Stadtbahnen der künftigen Strecke der Regionaltangente West nach Eschborn, Höchst und zum Flughafen. Eine Hochspannungsleitung neben der A5 muss für den Stadtteil verlegt werden. Hohe Wände sollen die Bewohner vor dem Autobahnlärm schützen. Dennis Pfeiffer-goldmann

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