+
Über die Felder des Heiligenstocks kommen nicht nur die Berkersheimer schnell nach Bad Vilbel, sondern auch Pendler schneller in die Innenstadt. Eine Pförtner-Ampel soll auf Wunsch des Ortsbeirats hier den Verkehr so ausbremsen, dass er sich andere Wege sucht.

Berkersheim

Pförtner-Ampel soll am Heiligenstock Pendlerschleichverkehr ausbremsen

  • schließen

Eine Pförtner-Ampel, um Pendlerschleichverkehr am Heiligenstock auszubremsen, war bislang nicht erlaubt. Angesichts drohender Dieselfahrverbote setzt das Land nun aber auch auf Pförtner-Ampeln. Und einige Berkersheimer hoffen, man könne eine davon am Heiligenstock aufstellen.

Spätestens seit der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats 10 hat die Diskussion um die Verkehrsberuhigung des Heiligenstockwegs, über den viele Pendler von Bad Vilbel über Berkersheim in Frankfurts Innenstadt fahren, wieder Fahrt aufgenommen. Hat das Stadtteilparlament doch einem von der SPD eingebrachten Antrag zugestimmt, um einen neuen Versuch zum Aufstellen einer Pförtner-Ampel zu starten. Die hessische Landesregierung präsentierte dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel zusätzliche Maßnahmen zur Luftreinhaltung, um Dieselfahrverbote zu verhindern – darunter auch Pförtner-Ampeln.

Pendlerverkehr

Nun soll die Stadt prüfen, ob der Verkehrsfluss in die Stadt hinein auch am Heiligenstockweg durch eine Pförtner-Ampel geregelt werden kann. „Die Umweltzone und somit die voraussichtliche Fahrverbotszone beginnt nicht nur an der B 521 an der Friedberger Landstraße, sondern eben auch an der Kreuzung Homburger Landstraße/Am Dachsberg“, argumentiert der Ortsbeirat. Neben der Straße Am Kalten Berg fließt der

Pendlerverkehr auch über Am Dachsberg – und der ist die einzige Straße, über die Berkersheim von Frankfurt aus zu erreichen ist. Morgens stauen sich die Fahrzeuge vor der Homburger Landstraße gelegentlich mehrere hundert Meter weit zurück.

Aufgebracht hat die neue Idee die 2014 gegründete Bürgerinitiative (BI) „Berkersheim gerecht“. In jenem Jahr hatte die SPD mit einer Umfrage die bereits mehrfach geführte Diskussion um eine Öffnung der Kuhr als zweite Zufahrt nach Berkersheim neu eröffnet. Daraufhin entstand die BI „Aktionsgemeinschaft Berkersheim-Frankfurter Berg“, die gegen diesen Vorschlag protestierte. Als Reaktion gründeten Befürworter der Kuhr-Öffnung ihre eigene BI, eben „Berkersheim gerecht“, die für die Öffnung der Kuhr eintritt.

„Aus unserer Sicht war der Verkehrsversuch, den die Stadt 2015 mit einer Pförtner-Ampel am Heiligenstock machte, erfolgreich“, sagt Günther Häfner, Sprecher der BI „Berkersheim gerecht“. Damals hatte die Stadt vom 1. Juli bis 5. Oktober eine Ampel aufgestellt und den Verkehr mit und ohne Pförtner-Ampel gezählt. Während die Stadt kaum einen Effekt durch die Ampel erkannte, sahen das viele in Berkersheim anders. Sie hätten den Versuch gerne wiederholt. Daraus wurde nichts, weil das Regierungspräsidium der Stadt klar machte: Pförtner-Ampeln, die nur den Verkehr ausbremsen sollen, dürfen nicht aufgestellt werde.

„Situation ist anders“

„Nun ist die Situation anders. Sollten zur Luftreinhaltung Pförtner-Ampeln an die Friedberger Landstraße kommen, brauchen wir auch welche am Heiligenstock“, sagt Häfner. Sonst weichen einfach mehr Pendler als bisher von der Friedberger Landstraße auf den Heiligenstock aus. „Das macht ja keinen Sinn.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare