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Keine Eisdiele im Stadtteil: Neuer Eis-Automat wird in Frankfurt zum Hit

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Von: Sabine Schramek

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Andreas und Alexander Kaiser präsentieren ihren Eisomat, der in der Kalbacher Hauptstraße steht. Direkt neben der Metzgerei der beiden Brüder. FOTO: leonhard
Andreas und Alexander Kaiser präsentieren ihren Eisomat, der in der Kalbacher Hauptstraße steht. Direkt neben der Metzgerei der beiden Brüder. © hamerski

Weil es in Frankfurt-Kalbach keine Eisdiele gibt, übernimmt diesen Job jetzt der Metzger. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Geschäftsidee.

Frankfurt – Der Stadtteil Kalbach ist idyllisch, aber manches fehlt. Zum Beispiel eine Eisdiele. Die kann man jetzt zu Hause haben. Aus dem nagelneuen Automaten beim Metzger. Wie kam es dazu?

Andreas und Alexander Kaiser setzen immer wieder Trends. Vor sieben Jahren haben die Metzgermeister den ersten Fleischautomaten für Grill-Freunde in Frankfurt aufgestellt. Der kam so gut an, dass ein zweiter fast zwangsläufig folgte. Mit Getränken, Butter, Eiern, Nudeln, Maultaschen, Bolognese und Nutella.

Seit kurzem gibt es einen neuen Run auf den dritten Automaten, der im - voll mit leckerem Eis aus der Rhön. Schon nach wenigen Stunden war er leer genascht. „Neues macht Spaß und die Leute freuen sich“, sagt Alexander Kaiser grinsend. „Kaum war der Automat da, war er geplündert. Da mussten wir noch eine Extra-Tour einlegen, um Eis-Nachschub zu holen.“ Andreas Kaiser schwärmt noch mehr. „Irgendwie habe ich die Rhön im Ohr. Und alles im Leben erreicht. Ich habe eine Eisfabrik besichtigt und das Eis verkostet. Mehr geht nicht.“

Frankfurt: Neuer Eis-Automat in Kalbach bietet zwölf Sorten

Auf die Idee gekommen ist er, weil seine Frau ihm ein Seminar bei den „Eisheiligen“ in Gersfeld-Hettenhausen schenkte. „Da gab es Heu-Eis. Ich konnte es mir nicht vorstellen, aber das schmeckt toll. So, als ob man in einen frischen Heuballen hineinriecht.“ Die Eisdiele der engagierten Quereinsteiger ist 2020 und 2021 von dem österreichischen Gourmetmagazin Falstaff zur beliebtesten Eisdiele Hessen gekürt worden.

Heu-Eis haben die Kaisers in Frankfurt zwar (noch) nicht im Angebot, aber dafür 12 andere Sorten in verschiedenen Größen. „Der Renner ist Himbeer Buttermilch“, sagen die Brüder. Eine Frau, die gerade vorbeikommt, nickt. „Ja, das ist mega-lecker. Die anderen Sorten aber auch.“

Sie erzählt, dass ihre Kinder überraschend zu Besuch gekommen sind, und sie am Regiomat Steaks Kalbacher Hauptstraße 8 und Würstchen zum Grillen geholt hat und dabei den Eis-Automaten entdeckt habe. „Das habe ich zugegriffen und alle waren mit jeder Sorte glücklich. Jetzt werde ich auch noch die anderen Sorten testen“, sagt sie und zieht einen Becher Stracciatella.

Neuer Eis-Automat in Frankfurt-Kalbach: Die Löffel sind dabei

Holzlöffel haben die Kaisers mit zu den Plastikfreien Bechern gepackt, „damit jeder auch gleich das Eis essen kann“. Das gehöre einfach zum Service, sagen die kreativen Brüder, die voller Freude auf ihre Kunden eingehen. „Und die kommen sogar aus Königstein und Gießen her.“

Die Frankfurter Metzgerei gibt es seit 1966 und ist seit vier Generationen Familienbetrieb. „Die Oma hat noch mit 93 Jahren gern mitgemacht“, sagen die Männer. Die Eltern waren ebenfalls bis vor wenigen Jahren noch mit dabei. Früher haben sie noch selbst geschlachtet, heute kommen die Schweine aus Harheim und das Rind aus der Wetterau. In Karben züchten sie Galloway-Rinder und halten Hühner.

„Qualität und Frische ist ebenso wichtig wie der Spaß an der Arbeit“, sagen sie. Deshalb machen sie auch alles selbst. Vom Ausbeinen bis zu Verpackung, wenn Ware in die Automaten kommt, gibt es Fleisch und Wurst direkt vom Herstellen. „Manches entdecken wir auch. Eine Räuchersalami aus Roquefort in Frankreich mit Tanne zum Beispiel. Die ist richtig lecker“. Jedes Jahr lassen sie sich Neues einfallen. „Vorletztes Jahr waren die Galloway-Burger der Hit, letztes Jahr haben wir den richtigen Riecher für Dry Aged gehabt und seit Ostern gibt es auch noch Eis für alle.“

Frankfurt: „Ideen endlos, aber der Zeit-Automat fehlt“

Die Kalbacher freuen sich. „Jetzt gibt es Eis zu Hause statt irgendwo in der Stadt. Hier gibt es ja leider keine Eisdiele und das ist eigentlich schade“, sagt eine Kundin, die „manchmal nachts Heißhunger bekommt“ und sich dann im Automaten etwas Leckeres holt. „In Zukunft gibt es nachts sogar Nachtisch“, ist sie sich sicher.

Da es in Frankfurt-Kalbach an manchem fehlt, versuchen die Kaisers, das im Automaten zu bieten, was gebraucht wird. „Wir hatten auch schon Masken und Schnelltests drin“, erzählen sie lachend. Spontan denken sie über Zeitungskästen nach. „Hier gibt es keinen Zeitungsladen, da wären doch die Kästen wie es sie früher überall gab, genau das Richtige. Klappe auf, Geld einwerfen, Zeitung zum Frühstück holen, fertig.“ Oder andere Dinge. „Ideen gibt es endlos. Das einzige, was wir zur Umsetzung leider nicht haben, ist ein Zeit-Automat.“ (Sabine Schramek)

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