Frankfurter Gymnasium

Neuer Rektor versteht es, alle Register zu ziehen

  • Stefanie Wehr
    VonStefanie Wehr
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Organist leitet jetzt Carl-Schurz-Schule in Sachsenhausen

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne - so auch einem neuen Schuljahr - und besonders dem kommenden, in dem hoffentlich vieles wieder so wird wie früher, bevor die Pandemie alles auf den Kopf stellte. Und so freut sich auch Christof Gans auf seine Aufgabe als neuer Schulleiter der Carl-Schurz-Schule, die er zu diesem hoffnungsvollen Zeitpunkt antritt. Gestern wurde er offiziell eingeführt. "Und am Montag kommen die neuen Schüler und wir können uns kennenlernen. Das passt gut, denn ich bin auch neu", sagt der 57-jährige. Gans löst den langjährigen Rektor Hans-Ulrich Wyneken ab, der seit den 90ern Schulleiter war und im Januar in Ruhestand ging.

Gans ist von der Schule am Ried, einer kooperativen Gesamtschule, zum Schuljahreswechsel an das Sachsenhäuser Gymnasium gewechselt. Nicht ohne Grund hat es ihn dorthin gezogen. "Die Carl-Schurz-Schule ist in Frankfurt eine sehr gute Adresse, das erste Haus am Platz". Der Wechsel von der Schule am Ried sei ihm nicht leicht gefallen, doch die Herausforderung habe ihn gelockt. Gans freut sich auf die Aufgabe, die hier auf ihn wartet: Eines von drei Gymnasien Frankfurts, das G 8 stets angeboten und bislang ohne Probleme im Zeitplan untergebracht hat, zu leiten. "Die Schüler akzeptieren G8 und sind bislang alle gut durchgekommen."

Stunde dauert 65 Minuten

An der Carl-Schurz-Schule gibt es keine 45-Minuten-Schulstunden, hier wird stets 65 Minuten am Stück Unterricht gemacht. Die Schüler haben auch Nachmittagseinheiten, sind aber grundsätzlich um 14.40 Uhr zu Hause und hatten zwischendurch ein Mittagessen in der Schulmensa. Rund 1000 Schüler werden vierzügig in Klassen mit bis zu 30 Schülern von 90 Lehrkräften unterrichtet.

Gans ist beeindruckt davon, dass die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt mit viel Eigenantrieb von den Carl-Schurz-Schülern selbst verfolgt wird. "Die Schüler spüren eine soziale Verantwortung. Die AGs gegen Rassismus oder für Nachhaltigkeit werden vom Engagement der Schüler selbst getragen, das ist großartig". Nicht zuletzt das große Interesse an Musik sei ein Markenzeichen der Schule - die verschiedenen Orchester und die Gesangsklassen bestens besucht. Ganz freiwillig.

Bislang habe er die Atmosphäre an der Schule als sehr angenehm empfunden. "Ich habe das Gefühl, die Schüler und Lehrer kommen gerne hierher." Und auch die Elternschaft sei sehr aktiv. Jede Schule habe ihren eigenen Spirit, so Gans: "Den möchte ich fördern und die bestmöglichen Rahmenbedingungen dafür schaffen."

Das musikalische Angebot begeistert Christof Gans sehr, denn er ist selbst leidenschaftlicher Organist. So spielt er regelmäßig auf der Orgel in der Deutschordenskirche in Sachsenhausen. Schul-Konzerte und auch Aufführungen in Darstellendem Spiel seien wichtig und bereichernd für die Schulgemeinde. "Ein Musical, das wäre auch etwas Tolles." Die große Aula in dem denkmalgeschützten Gebäude an der Holbeinstraße biete sich bestens dafür an, "gerade jetzt, wo die Kultur so darbt, wäre es großartig, so etwas anzustoßen," sagt Gans. Überhaupt freut er sich über die Nähe zu Frankfurts wichtigen Kulturinstitutionen im Stadtteil, den Museen und nicht weit über den Main, Oper und Schauspiel.

Internationale Kontakte

Nicht zuletzt die internationalen Kontakte will Gans nach der Corona-Zeit wieder aufleben lassen. Die Austauschprogramme nach Toronto, Lyon und Niort sollen nach Möglichkeit wieder anlaufen. Stefanie Wehr

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