Koalition will Schienenprojekte vorantreiben

Neuer Schwung für Nahverkehr in Frankfurt

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Nach dem Willen der schwarz-rot-grünen Koalition im Römer sollen in den kommenden Jahren drei Nahverkehrsprojekte in Angriff genommen werden: Die Verlängerung der U 5 zum Frankfurter Berg, der Lückenschluss der U-Bahn zwischen Bockenheim und Ginnheim sowie die Ringstraßenbahn.

Die Verlängerung der U-Bahnlinie U 5 von Preungesheim bis zur S-Bahn-Station Frankfurter Berg ist an sich keine große Sache. Für die rund zwei Kilometer lange Strecke standen schon einmal rund zwölf Millionen Euro im städtischen Haushalt. Doch vor fünf Jahren musste gespart werden, und so verschob die damalige schwarz-grüne Koalition die Pläne, die bereits im Ortsbeirat präsentiert worden waren, auf unbestimmte Zeit.

Auch im Entwurf des Haushalts 2017 ist das Projekt nicht enthalten. Doch das will die Koalition aus CDU, SPD und Grünen jetzt ändern. Die drei Fraktionen haben jetzt beantragt, das unterbrochene Planfeststellungsverfahren wieder aufzunehmen und die erforderlichen Mittel in die mittelfristige Finanzplanung einzustellen. Die ursprünglich einmal veranschlagten zwölf Millionen Euro dürften angesichts der Baukostensteigerungen allerdings nicht mehr reichen. Hintergrund für den Antrag ist der für dieses Jahr angekündigte Start des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Westbahnhof und Bad Vilbel. In diesem Zusammenhang wird der Bahnhof Frankfurter Berg grundlegend umgestaltet.

Einen deutlich größeren Umfang hat der geplante U-Bahn-Lückenschluss zwischen Bockenheim und Ginnheim. Dafür sollen nach dem Willen der Koalition drei verschiedene Varianten vertiefend geprüft werden. Dazu zählen die beiden zum Teil oberirdischen Varianten, die östlich der Bundesbank („Ginnheimer Kurve“) oder am Fernsehturm vorbei verlaufen. Die Untersuchungen dafür begannen bereits vor zwei Jahren zu Zeiten der schwarz-grünen Koalition. Auf Wunsch der SPD kommt aber auch eine dritte Variante wieder ins Spiel: Die komplett unterirdische Trasse vorbei an der Frauenfriedenskirche. Dafür war die Planung bereits weitgehend fertig, doch auf Druck der Grünen wurde das Projekt 2006 fallengelassen. Damals rechnete man mit Kosten von 173 Millionen Euro. Heute wäre der Tunnel mit Sicherheit teurer. Eine konkrete Summe ist im aktuellen Haushaltsantrag von CDU, SPD und Grünen aber nicht enthalten.

Von der Entscheidung über die U-Bahn-Trasse hängt auch der Verlauf der geplanten Ringstraßenbahn in Bockenheim ab. Bisher ist geplant, diese auf den Gleisen der Linie 16 bis zum Markuskrankenhaus zu führen, wo sie dann Richtung Osten abbiegen würde. Sollte allerdings der U-Bahn-Tunnel unter der Franz-Rücker-Allee und der Ginnheimer Landstraße gebaut werden, würde die Straßenbahnlinie 16 nach Ginnheim aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Die Ringstraßenbahn würde dann über Schloßstraße und Kirchplatz geführt. Diese Variante ist im Gesamtverkehrsplan vorgesehen, gilt aber wegen der beengten Platzverhältnisse in der Ginnheimer Straße als sehr schwierig umzusetzen.

Von der Trassenführung wird auch abhängen, wie hoch die Investitionskosten für die Ringstraßenbahn sind. Bisher geht der Magistrat von rund 18 Millionen Euro aus. In dieser Summe ist allerdings nur eine Neubaustrecke über Wilhelm-Epstein-Straße, Am Dornbusch und Marbachweg vorgesehen. Wenn auch neue Gleise über den Kirchplatz verlegt werden müssen, ist mit einer deutlich höheren Summe zu rechnen. Nach dem Wunsch der Koalition sollen jetzt erst einmal die außerhalb Bockenheims liegenden Abschnitte der Ringstraßenbahn weiter geplant werden. Zusätzliches Geld gibt’s erst einmal nicht.

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