Kein Zugang durch dieses Gitter: Das Tor zum Zoo in der Rhönstraße ist seit geraumer Zeit aus Kostengründen geschlossen.
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Kein Zugang durch dieses Gitter: Das Tor zum Zoo in der Rhönstraße ist seit geraumer Zeit aus Kostengründen geschlossen.

Neuer Vorstoß für Zooeingang

  • vonGernot Gottwals
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Unter dem Motto „Kein Eingang, kaum Ausgang“ diskutierte der Verein „Lebenswertes Ostend“ mit Experten aus der Politik und der Stadtverwaltung über den geschlossenen Zooeingang in der Rhönstraße und den mangelnden Platz auf den Schulhöfen in der Dahlmannschule.

Die Dahlmannschule und der Frankfurter Zoo sind bis heute Großbaustellen geblieben. Und die nötigen Sanierungen und Neubauten machen es schwierig, auch noch den Bedürfnissen nach mehr Bewegung und einer besseren Zuwegung gerecht zu werden. „Wir mussten die Dahlmannschule auf demselben Grundstück mehrzügig und mit doppelt so großer Turnhalle und Schwimmbad bauen“, erklärte Sonja Werle vom Stadtschulamt. Ähnliches berichtete Zoodirektor Manfred Niekisch: „Unsere Giraffen- und Nashornhaltung entspricht nicht mehr den Standards, und das technisch veraltete Grzimek-Haus müssen wir mit einer neuen Entrauchungsanlage ausstatten.“

Für bessere Wege, einen zweiten Ein- oder Ausgang oder auch mehr Spiel- und Bewegungsfläche bleibt kaum Spielraum. Mehrmals wurde beim Diskussionsabend „Kein Eingang, kaum Ausgang“ in der Helmholtzschule die Feststellung getroffen, dass man jeden Euro nur einmal ausgeben könne. Trotzdem suchte der Verein „Lebenswertes Ostend“ zusammen mit Vertretern der städtischen Ämter sowie Politikern des Stadtparlamentes und des Ortsbeirats 4 (Bornheim, Ostend) nach gemeinsamen Lösungswegen, um die Attraktivität des Zoos und der Dahlmannschule für Nutzer und Besucher zu steigern.

Beim Thema Osteingang am Zoo drückte sich eine gewisse Empörung über die als anmaßend empfundene Haltung des Magistrats aus, die Besucher könnten doch „700 Meter weiter zum Haupteingang“ laufen. „Der Zoobesuch ist inzwischen bei vielen Kindergärten und Schulen gestrichen, Stammbesucher haben ihre Dauerkarten zurückgegeben“, stellte der Stadtbezirksvorsteher Wilhelm Guth fest. „Der Haupteingang bewältigt den verstärkten Zustrom seit der Schließung der Rhönstraße nicht, lange Schlangen sind hier an der Tagesordnung.“ Dabei sei der Zoo im sozialen Gefüge des Ostends mit seinen Seniorenanlagen eine feste Größe.

„Der Zoo hat seine treuesten Fans gerade im Ostend. Deshalb sollte der Bürgerwille hier Unmögliches möglich machen“, betonte der Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greifenhagen (CDU) und verwies auf die 60 000 Euro, die der Ortsbeirat inzwischen mit Spenden aus seinem Etat zur Wiederöffnung des Eingangs in der Rhönstraße bereitstellen könne. „Wir haben den nötigen Antrag gestellt, doch die schwarz-grüne Mehrheit hat sich nicht dafür entscheiden können“, betonte die Stadtverordnete Renate Wolter-Brandecker (SPD). Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) verhalte sich arrogant, wenn er von Besuchern längere Wege verlange, die sowieso „im Zoo herumspazieren würden.“ „Viele Ältere und Behinderte sind nicht nur wegen der Tiere hier, sondern suchen einen Treffpunkt und eine Erholungsfläche.“ Martin Kliehm (Linke) regte an, den Eingang Rhönstraße wenigstens mit einem Drehkreuz und einem Tor für Behinderte zu versehen.

„Der Zoo ist für die Bürger da, nicht die Tiere brauchen ihn, sondern die Menschen“, stellte auch Zoodirektor Niekisch klar. Eine Ausstattung des Nebeneingangs nach den neuesten Sicherheitsbestimmungen koste alleine 100 000 Euro, Eingänge mit Drehkreuz und Automaten hätten schon zu Bernhard Grzimeks Zeiten nicht funktioniert. „Und der Vorschlag, Ehrenamtliche am Eingang einzusetzen, funktioniert aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht, da hier richtige Arbeitsplätze für geschultes Personal bereitstehen müssen. Aber wir suchen nach weiteren Wegen.“ Er hoffe, dass bis zur Eröffnung der geplanten S-Bahnstation am Ostbahnhof in der Nähe der Rhönstraße der dortige Eingang wieder offen ist.

Jeannette Kaupp vom Verein „Lebenswertes Ostend“ zeigte sich hoffnungsvoll und erfreut über so viel Gesprächsbereitschaft und die Lösung, die sich in der Dahlmannschule anbahnt: Hier sollen benachbarte Parkplätze, Containerflächen und die Spielstraße zur Luxemburger Allee gemeinsam mit den angrenzenden Kitas als Spielfläche genutzt werden. „Wir haben hier auf zwei Höfen 400 Quadratmeter für ebenso viel Kinder, die ihre Bewegung brauchen, Fußball oder Verstecken spielen wollen“, betonte die Schulleiterin Heike Talberg. „Nach der Einschätzung von Straßenbau- und Grünflächenamt steht einer Wiederherstellung der dazu nötigen Verkehrsflächen nichts im Wege“, betonte Pfaff-Greifenhagen. Auch hier könne der Ortsbeirat zusätzlich zum städtischen Etat eigene Mittel bereitstellen.

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