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Fleisch ist sein Gemüse: Herbert Kniplitsch serviert in seinem Restaurant ?Maindiner? am Hainer Weg nur feinste Steaks und Filets.

Neues Dorado für Steakfans

Herbert Kniplitsch ist ein großer Fan der Vereinigten Staaten. Deshalb hat der Gastronom dort zehn Jahre gelebt – und sein erstes eigenes Restaurant unter dem Namen „Maindiner“ eröffnet.

Herbert Kniplitsch ist ein großer Fan der Vereinigten Staaten. Deshalb hat der Gastronom dort zehn Jahre gelebt – und sein erstes eigenes Restaurant unter dem Namen „Maindiner“ eröffnet. Das befindet sich freilich nicht auf US-amerikanischem, sondern auf deutschem Boden, und zwar in Sachsenhausen. Hier hat er nach langer Suche das Lokal gefunden, das er in entspannter Atmosphäre betreiben möchte. „Und mit sehr freundlichem Service“, betont Kniplitsch, „genauso wie in einem echten Diner“.

Das Gastroprojekt in Laufweite des alten und neuen Henninger Turms soll eine feste Adresse für anspruchsvolle Fleischesser werden. Womit wir bei der zweiten Vorliebe des Inhabers wären: „Es gibt kaum etwas Schöneres als ein gutes Steak.“ Und wie das auszusehen hat, weiß Kniplitsch genau – immerhin gehörte er viele Jahre Zeit zum Serviceteam des „Surf’n’Turf“, einem der besten Steakhäuser von Frankfurt. Danach arbeitete er als Restaurantleiter im „Depot 1899“ am Südbahnhof und absolvierte zugleich Kurse in BWL und VWL, um sich auf seinen Schritt in die Selbstständigkeit vorzubereiten.

Den Vertrag für sein eigenes Lokal hat er im vergangenen Frühling unterschrieben. Dass er die Türen erst im Sommer öffnete, liegt an der umfangreichen Renovierung der Räume. „Ich habe fast alles neu gemacht, vom Boden bis zur Decke“, erzählt der Gastronom. Und das ist auch gut so, denn der Vorgänger, ein typisch italienisches Restaurant, war etwas in die Jahre gekommen. Die optischen Details hat er seiner Schwiegermutter überlassen, die als ehemalige Bauingenieurin gewissermaßen vom Fach ist. „Lediglich den Stoff für die Sitzbänke und -kissen habe ich selbst ausgesucht“, sagt er. Das frische Grün, die hellen Wände und dunklen Stühle ergeben ein im besten Sinne des Wortes klassisches Gesamtbild.

Vor und hinter dem Gastraum hat sich ebenfalls einiges getan. Während das Publikum nun auf einer lauschigen Terrasse sitzen kann, verfügt der Chefkoch über einen modernisierten Arbeitsplatz. Bei dem Mann am Herd und Grill handelt es sich um Sammy Sabak . Dieser teilt mit Kniplitsch nicht nur die Leidenschaft für gutes Fleisch, sondern zählte auch zum Team des „Surf’n’Turf“. Weil sich der gebürtiger Ägypter obendrein auf orientalische Spezialitäten versteht, lässt die Speisekarte einen entsprechenden Einschlag erkennen. „Dadurch heben wir uns außerdem von den anderen Steakhäusern ab, die Fleisch etwa mit griechischer oder asiatischer Küche kombinieren“, so der Betreiber, der zu guter Letzt ein Fan des Orient-Expresses ist und die Bilder des gleichnamigen Filmklassikers mit Peter Ustinov aufgehängt hat.

Der von diesem verkörperte Hercule Poirot hätte den zum Auftakt servierten Salat aus Couscous und knackigem Gemüse mit Frischkäsekugeln (8,90 Euro) bestimmt genussvoll verspeist – wenn der dominante Salzgeschmack nicht gewesen wäre. Eine ausgewogen gewürzte Alternative bildet die Gurkenkaltschale samt klein geschnittener Minze (3,90 Euro). Anschließend folgt beispielsweise ein Falafel-Burger: zwei fluffige Brötchenhälften mit Joghurt-Humus-Sauce, süß-sauer angemachtem Rotkraut und krossem Kichererbsenbratling (8,90 Euro). Daneben stapeln sich knusprige Pommes, allerdings nicht hausgemacht, wie Kniplitsch offen zugibt. Die eigentliche Stärke seines Küchenchefs zeigt sich spätestens nach dem ersten Bissen des Black-Angus-Filets (200 Gramm für 21 Euro): Es kommt in der gewünschten Garstufe, ist zart und saftig, hat eine leicht pfeffrige Note, die den Fleischgeschmack aber nicht überdeckt. Besser geht’s kaum.

Die gelungene Leistung können Weinliebhaber glas- oder flaschenweise begießen. Seine Kollektion hat der Gastronom mit Unterstützung von Ari Bulka ausgewählt. Dem Frankfurter Weinfachmann ist auch die Sparte der „Jungen Wilden“ zu verdanken, die das Angebot von etablierten Winzern ergänzt. Unter letzteren findet sich Francis Ford Coppola mit einem komplexen Cabernet Sauvignon, der aus der Serie „Director’s Cut“ stammt (die Flasche 59 Euro). „Der amerikanische Regisseur ist schon länger in der Wein- als in der Filmbranche. Bereits dessen Großvater hat Wein aus kalifornischen Trauben produziert“, sagt Kniplitsch – und beweist damit einmal mehr, dass er ein Fan der Vereinigten Staaten ist.

Maindiner

Sachsenhausen, Hainer Weg 29, Tel. (069) 66 05 80 25, , Mo.–Fr. 12–14.30 + 17.30–0 Uhr, Sa 18–1 Uhr, So. Ruhetag, Sitzplätze: 35 innen/35 außen

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