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Arbeiten im Schatten des Spargels: Dominikus Landwehr ist der neue Quartiersmanager in Ginnheim und hat viele Pläne für seine neue Aufgabe.

Quartiermanager in Ginnheim

Neues Gesicht, alte Herausforderungen

Dominikus Landwehr will den Stadtteil noch enger vernetzen.

Erst einmal habe er sein Fahrrad in Schuss gebracht, sagt Dominikus Landwehr. Damit er Ginnheim nicht nur zu Fuß, sondern auch rollend erkunden kann. Denn bislang kannte der 50-Jährige den Stadtteil fast ausschließlich von der Karte, jetzt als neuer Quartiersmanager für den Internationalen Bund (IB) im Frankfurter Programm Aktive Nachbarschaft hat er die Möglichkeit, ihn richtig kennenzulernen.

Und das hat er, Mitte November hat der ausgebildete Künstler den Posten angetreten, auch schon zur Genüge getan. Und dabei festgestellt: Ginnheim ist abwechslungsreich und an jeder Ecke anders. "Es ist diese wahnsinnige Unterschiedlichkeit, die mich so fasziniert. Es gibt die nördliche und südliche Platensiedlung und Alt-Ginnheim. Hinzu kommt die Trennung des Stadtteils durch die Rosa-Luxemburg-Straße oder das Predigerseminar, wodurch ganz besondere Stadträume entstehen", gerät Landwehr fast ein bisschen ins Schwärmen.

Er sitzt im Nachbarschaftsbüro in der Franz-Werfel-Straße 37, an dem großen Tisch im Hauptraum. Zusammen mit Ute Pfister und Jenny Mülich vom IB, die ihn bei seiner neuen Aufgabe begleiten. Auch, weil sie nach den Schwierigkeiten mit Landwehrs Vorgänger, Johannes Böff Fagundes, einen Neustart möchten. Einen guten Neustart. "Die Diskussion darüber, ob das Quartiersmanagement in Ginnheim gebraucht wird oder nicht, darf nicht auf die Person des Quartiersmanagers übertragen werden. Ihm sollten keine Hindernisse in den Weg gelegt werden", erklärt Pfister, warum man deswegen zunächst auch den Kontakt zu Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU), seinem Stellvertreter Rachid Rawas (SPD) sowie den Mitgliedern des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) gesucht habe, wo die Notwendigkeit immer wieder intensiv diskutiert wurde, und erst dann der Öffentlichkeit vorgestellt habe. An der ersten Sitzung des Stadtteilarbeitskreises, sagt Dominikus Landwehr, habe er bereits teilgenommen. "Das ist ein tolles Instrument, ich werde allerdings in naher Zukunft noch versuchen mit Mitgliedern Einzelgespräche zu führen", sagt er. Insgesamt habe er ein gutes Gefühl, er sei gut aufgenommen worden und auch erste Kontakte zur Nachbarschaft habe er bereits gesucht. Eine seiner Aufgaben, neben der Ermittlung des Bedarfs, der Vernetzung mit den Akteuren sowie der Umsetzung von eigenen Projekten.

Ermittelt werden soll der Bedarf in Ginnheim, übrigens in ganz Ginnheim, wie Landwehr betont, denn er sei nicht nur für ein Quartier zuständig, in den kommenden Wochen und Monaten mit Hilfe einer Bürgerbefragung. Zudem wurde eine Sozialraumstudie durch die Goethe-Uni in Auftrag gegeben. "Auf die Ergebnisse sind wir wirklich sehr gespannt", sagt Ute Pfister.

Ebenso wie der neue Quartiersmanager, der übrigens schon länger mit der Stelle als solcher geliebäugelt hat. Denn durch seine Arbeit als freischaffender Künstler, sowohl mit Senioren wie auch Jugendlichen hat er gearbeitet, kennt er das Programm Aktive Nachbarschaft. "Es hat mich wirklich gereizt, als Nachbar mit Nachbarn zu arbeiten und sich um die ganz alltäglichen Sorgen und Nöte der Menschen zu kümmern. Genau das kann ich hier tun", sagt der Vater von drei Kindern.

Noch ist er im Nachbarschaftsbüro in der Platensiedlung untergeschlüpft, montags von 16 bis 18.30 Uhr sind seine Sprechzeiten. Ansonsten ist er telefonisch unter 01 60-22 59 11 2 oder per Mail unter ginnheim@frankfurt-sozialestadt.de erreichbar. Langfristig möchte er aber eigene Räume haben, am liebsten in einem Ladenlokal, damit er und seine Arbeit sichtbar sind für den Stadtteil. "Ich will präsent sein für die Menschen. Denn Kommunikation ist das Wichtigste in meinem Job", sagt er. judith dietermann

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