+
Eine Schülerin meldet sich im Biologieunterricht einer 8. Klasse in einem Gymnasium.

Schulbau

Neues Gymnasium muss vorerst warten

Statt drei neue Schulen will die Stadt im kommenden Jahr doch nur zwei eröffnen. Auf das Gymnasium wird vorerst verzichtet. Hier sollen bestehende Schulen einspringen und zusätzliche Plätze schaffen.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hatte es groß in der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses angekündigt – und auch in der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans, den der Magistrat kürzlich verabschiedet hat, steht es: Im kommenden Sommer sollen in Frankfurt drei neue Schulen eröffnen – eine Grundschule am Riedberg, eine Integrierte Gesamtschule (IGS) im Norden und ein Gymnasium Mitte-Nord.

Doch nun der Rückzieher, noch bevor die Stadtverordneten am 27. September über diesen Plan zu entscheiden haben: Das Gymnasium soll jetzt doch erst zum Schuljahr 2020 / 21 an den Start gehen. Darauf haben sich Baudezernent Jan Schneider (CDU) und Sylvia Weber geeinigt, wie die Sprecherin der Bildungsdezernentin Jetta Lüdecke mitteilt. „Drei neue Schulen bis zum kommenden Schuljahr schafft das dafür zuständige Amt für Bau und Immobilien nicht“, erklärt Lüdecke. „Die IGS und die dritte Grundschule am Riedberg allerdings sind unabdingbar. Darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren und ich bin guter Dinge, dass das auch klappt.“ Zusätzliche Gymnasialplätze, die ebenfalls dringend benötigt werden, sollen vorerst – zur Überbrückung – an bestehenden Schulen geschaffen werden.

Die Gelder für die beiden neuen Schulen sind allerdings noch nicht im Haushalt für das kommende Jahr berücksichtigt. „Als wir die Kostenaufstellung machen mussten, stand noch nicht fest, dass wir zwei neue Schulen bauen werden“, sagt Lüdecke. Bisher wisse man auch noch nicht, was die Schulen kosten werden. „Wir rechnen noch“, sagt Lüdecke. „Und dann müssen wir die Gelder locker machen.“ Immerhin sei das Amt für Bau und Immobilien auf die Mittel angewiesen, um die Pläne auch umzusetzen. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck.“

Verwirrung hatte es kürzlich gegeben, weil Jan Schneider in einem Brief an die Elternvertreter der Marie-Curie-Schule auf dem Riedberg geschrieben habe, er könne „keine definitive Zusage“ machen, dass die dritte Grundschule für den Stadtteil im kommenden Sommer eröffnet wird. Das Grundstück an der Autobahn A 5, unter einer Hochspannungstrasse gelegen, sei schwer zu bebauen. Und auch jetzt heißt es aus seinem Dezernat – trotz der Einigung mit Weber: „Wir streben an, diesen Plan einzuhalten, garantieren können wir es aber nicht“, sagt Schneiders Sprecher Günter Murr. „Wie immer beim Bau können Hindernisse auftreten.“

Die neue Grundschule am Riedberg soll hinter dem Studentenwohnheim an der Graf-von-Stauffenberg-Allee als Provisorium in Stahlbauweise entstehen. Die IGS soll zunächst in einem Übergangsquartier unterkommen. Wo das sein wird, wird noch nicht verraten. „Die Verträge sind noch nicht in trockenen Tüchern“, sagt Murr. Nur so viel: Die Schule wird in einer Bestandsimmobilie untergebracht. „Wir werden in Zukunft immer mehr Schulen in Bestandsimmobilien unterbringen müssen“, sagt Lüdecke. Dass das funktionieren kann, habe man mit der Neuen Gymnasialen Oberstufe gezeigt, die in einem ehemaligen Bürogebäude in der Voltastraße in Bockenheim untergekommen ist.

Der endgültige Standort für die IGS soll dem Vernehmen nach im Ben-Gurion-Ring sein, ebenfalls in einer Bestandsimmobilie, in einem ehemaligen Bürokomplex. Das wollten weder Bildungs- noch Baudezernat bestätigen, aber auch nicht dementieren.

Die Verhandlungen über die Konditionen sollen sich aber schwieriger gestalten als gedacht. Kein Wunder: Die Immobilie soll der Stadt einst zum Kauf angeboten worden sein, das Bildungsdezernat habe allerdings abgelehnt, man bräuchte das Gebäude nicht. Nun wolle man sich dort einmieten – den Umbau muss die Stadt selbst zahlen. Kosten: 30 Millionen Euro – exklusive der Miete.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare