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Baudezernent Jan Schneider (3. v. li.) stellte gestern gemeinsam mit Vertretern der Schule und Architekten den Neubau der Römerstadtschule vor. Schon im kommenden Jahr können die Kinder und Lehrer dort loslegen.

24 Millionen Euro Baukosten

Neubau fast fertig: 320 Schüler bald in neuer Römerstadtschule in Frankfurt

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Der dringend benötigte Neubau der Römerstadtschule in Frankfurt wird 2021 fertiggestellt sein. Bereits 2021 kann der Schulbetrieb dort loslegen.

  • Der Neubau der Römerstadtschule in Frankfurt 2021 fertiggestellt.
  • Die Plaungen für die Römerstadtschule begannen 2015, der erste Spatenstich erfolgte 2018.
  • Die Frankfurter Römerstadtschule verfügt über ein barrierefreies Ensemble in Form eines Windrades.

Frankfurt - Lange hat die Römerstadtschule auf ihren dringend benötigten Neubau gewartet. Sehr lange. Über zehn Jahre, um genau zu sein. Denn 2010, erinnerte Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) beim gestrigen Baustellenrundgang, sei bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, 2015 wurde mit den Planungen begonnen, im Herbst 2018 folgte dann endlich der Spatenstich. Und jetzt? Jetzt ist der Neubau an der Ecke Ernst-Kahn-Straße/ In der Römerstadt fast fertig. Schon im Sommer 2021, so Schneider, könne die Schule umziehen in den 24 Millionen Euro teuren Neubau.

Die Frankfurter Römerstadtschule besteht aus den vier Häusern „Feuer“, „Erde“, „Wasser“ und „Luft“

Umziehen wird sie in ein Gebäude, dass in Gänze den Bedürfnissen der Grundschule, die derzeit 320 Kinder besuchen, angepasst ist. Denn an der Schule wird nicht in Klassen, sondern in sieben Lerngruppen jahrgangsübergreifend unterrichtet. Ein Konzept, dass der Schule 2014 den Gewinn des Deutschen Schulpreises brachte. Und zugleich dafür sorgte, dass die Grundschule in den "Aktionsplan Schule" aufgenommen und der Neubau finanziert werden konnte, so Schneider.

Diese Besonderheit der Schule spiegelt sich auch im Neubau wieder, der sich aus vier dreigeschossigen Häusern, dem Feuer-, dem Erde-, dem Wasser und dem Luft-Haus sowie einem gemeinsamen Mittelpunkt, dem Forum, zusammensetzt.

Das barrierefreie Ensemble in Form eines Windrades bildet so eine Art Schuldorf mit Klassentrakt, Ganztagesbereich, Mensa und Verwaltung. Vorgesehen sind auch Räume für Musik und Kunst, eine Bibliothek sowie Experimentier-, Therapie- und EDV-Räume. Dass in dem Gebäude schon in einem Jahr unterrichtet werden soll, ist derzeit nur schwer vorstellbar. Noch befindet es sich im Rohbau, Kabel hängen von der Decke, Materialien liegen und stehen überall auf dem unfertigen Boden. Aktuell wird die Lüftung für das Passivhausgebäude angeliefert und eingebaut.

Von diesem zentralen Forum aus werden die vier Flügel der Römerstadtschule erschlossen.

Der Neubau der Römerstadtschule in Frankfurt war nötig, da die alten Schulbgebäude in einem sehr schlechten Zustand waren

Nötig war der Neubau, weil sich die alten Schulgebäude, die 1969 eingeweiht wurden, in einem sehr schlechten Zustand befinden, so Schneider. Durch den Ankauf mehrerer nebeneinander liegender Grundstücke in Sichtweite des Altbaus habe man ein 6200 Quadratmeter großes Areal zur Verfügung gehabt. Ein echter Glücksfall. Denn so, sagt der Baudezernent, konnte die Schule an ihrem Standort bleiben und musste während der Bauzeit nicht in Containern untergebracht werden. Stattdessen konnten die Schüler in ihrer gewohnten Umgebung lernen und ihre neue Schule auf dem Nachbargrundstück wachsen sehen.

Auf einem Grundstück, dass eine lange Geschichte hat. Denn bei der durch das Denkmalamt durchgeführten Bodenuntersuchung stießen die Archäologen nicht wie erwartet auf eine historische Siedlung der römischen Stadt Nida, sondern sie fanden eine Tempelanlage mit mindestens fünf Heiligtümern. Wegen der Sicherung dieser Bodendenkmäler wird die Gestaltung der Außenanlage der Schule mehr Zeit als üblich beanspruchen.

Die Frankfurter Römerstadtschule bekommt eine Zweifeld-Turnhalle

Zudem wird der geschichtsträchtige Ort sich auch im Neubau wiederfinden, sagte Katrin Gädeke vom Architekturbüro Trapez, das den Neubau entworfen hat. In der Pflasterung des Außengeländes werden die Grundrisse der Tempelanlage aufgenommen und auch im Inneren des Gebäudes wird dies fortgeführt. Zudem werden an den Eingängen, den Portalen der einzelnen Häuser Vitrinen mit Kopien der Fundstücke aufgestellt. "Die gefundene Geschichte zieht sich durch das ganze Gebäude und wird erlebbar gemacht", sagte Gädeke. Das freue zwar den Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt), sagte der stellvertretende Ortsvorsteher Erik Harbach (Grüne), es könnte aber gerne noch mehr an Nida erinnern.

Nach dem Umzug der Schule in ihren Neubau werden die Bauarbeiten auf dem Grundstück in der Römerstadt weitergehen. Der zweite Bauabschnitt wird bereits jetzt vorbereitet - die Errichtung einer Zweifeld-Turnhalle. Denn bislang musste die Schule mit einer Ein-Feld-Halle auskommen, die auf Dauer viel zu klein ist. Für die neue Halle müssen zunächst die alten Gebäude abgebrochen werden. Auch an dieser Stelle wird das Denkmalamt Grabungen durchführen, ehe dort die Arbeiter mit dem Neubau beginnen können. (Judith Dietermann)

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