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Im Lindley-Quartier baut Lang und Cie für den künftigen Mieter Fiat/Chrysler die neue Deutschlandzentrale.

Richtfest am künftigen Standort

Neues Quartier für Autokonzern

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Für Fiat brechen auf der Hanauer Landstraße neue Zeiten an. Am 15. November werden die kleinen Italiener dort ein großes Autohaus beziehen. Gestern war Richtfest im Lindley-Quartier.

Der „Aufbau Ost“ geht weiter: Das Lindley-Quartier, eines der drei großen Baufelder an der Hanauer Landstraße, nimmt Gestalt an. Gestern war Richtfest für den Neubau von Fiat/Chrysler. Zusammen mit dem Bürohaus des Kreditprüfers Universum macht der Autohersteller rund ein Drittel des Lindley-Quartiers aus.

200 Millionen Euro investiert der Eigentümer, Lang und Cie, in den kommenden Jahren auf dem mehr als 200 Meter langen Grundstück zwischen der Hanauer Landstraße und der Lindleystraße. Allein das Baufeld C mit den Gebäuden von Fiat Chrysler Automobile (FCA) und Universum kostet 75 Millionen Euro, sagte Nicolas Schneider, Vorstand der Lang und Cie.

FCA wird das neue Quartier nur anmieten, es bleibt im Eigentum der Lang und Cie. Bis 1. Dezember soll es bezogen sein, ein besserer Standort als gegenwärtig, da der Konzern mit seinen vier Marken (Fiat, Chrysler, Jeep, Alfa) einige Häuser weiter residiert. Dort gibt es nicht mal Platz für eine Werkstatt. „Das wird jetzt besser“, sagt Frank Spröte, Justiziar bei Fiat und Projektleiter des Neubaus.

Hinter dem Showroom an der Hanauer, in dem die neuen Modelle präsentiert werden und die Händler sitzen, entsteht eine große, voll verglaste Werkstatt ähnlich der bei Audi wenige Meter weiter. Außerdem baut Lang und Cie ein Parkhaus und in dessen oberen Etagen ein Fiat-eigenes Schulungszentrum für die rund 350 Mitarbeiter der Deutschlandzentrale der Turiner. KSP Jürgen Engel Architekten hat eine siebengeschossige Blockrandbebauung mit insgesamt 33 935 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entworfen. Sie ergänzt bereits weiter vorangeschrittene Bauvorhaben in dem Quartier und besteht aus zwei großen Teilen – einem Bürogebäude mit Autohaus, sowie einem Parkhaus und Schulungszentrum.

Für Ralph Haerdt, Gründer und Sprecher der Interessengemeinschaft Hanauer Landstraße, ist die „Automeile Hanauer Landstraße“ mehr als Programm, sie ist längst Realität: „1995 hatten wir acht Autohäuser an der Straße, inzwischen sind es 26“, sagt er.

Dabei ballt sich das Interesse der Autohäuser im Westen der 6,2 Kilometer langen Straße, zwischen der Honsellbrücke und dem Ratswegkreisel. „Wer jetzt noch nicht da ist, ist zu spät“, so Haerdt, es gebe keine Grundstücke mehr. Weiter im Osten sei noch Platz, auch für Autohäuser. Aber dort gibt es nicht so viele Interessenten.

Mehrere 10 000 Autos werden auf der Hanauer jährlich verkauft. Doch auch die Hoteliers haben Frankfurts ehemalige Industriemeile für sich entdeckt. Auf den drei großen Baufeldern – neben dem Lindley-Quartier noch die benachbarten Mayfarth-Gelände und Honsell-Dreieck – sollen insgesamt vier Hotels entstehen, allein zwei im Lindley-Quartier. Wo übrigens auch die Hilfsorganisation Medico International ihren Sitz in einem eigenen Haus erhalten wird.

Auch Wohnungen werden von Investoren errichtet. 2800 Wohnungen, berichtete Haerdt, werden binnen 18 Monaten entstehen. „Wer hätte das noch vor wenigen Jahren erwartet?“ fragt Haerdt. Für ihn weist der Trend in die richtige Richtung.

Trotzdem, dies ist immer noch das Hauptgeschäft, zumindest westlich des Ratswegkreisels. Alleine zwölf Autohäuser mit 16 Marken gibt es westlich des Ratswegkreisels, wo auch die Autobahn 661 vorbeiführt (siehe Karte). Jenseits der Autobahn haben noch weitere 14 Autohäuser ihren Sitz, nicht zu vergessen Gebrauchtwagenhändler und der Fachhandel für Zubehör.

Trotzdem, versichert Haerdt, die Monokultur Auto ist an der Hanauer vorbei. Kreativberufe finden hier ein Zuhause.

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