Architektenwettbewerb

Neues Raumgefühl am Domplatz: Brunnen soll das Areal verschönern

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Bis 2020 soll der Domplatz umgestaltet werden. Dafür nimmt die Stadt bis zu vier Millionen Euro in die Hand, wie Planungsdezernent Mike Josef (SPD) erklärte. Der Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbs für die Neugestaltung des Domplatzes stammt aus Berlin.

Klein, aber zentral: So beschrieb Planungsdezernent Mike Josef den Domplatz, der nun nach der Eröffnung der neuen Altstadt, mit der er eine direkte Verbindung hat, aufgewertet werden soll. Dazu hatte die Stadt einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Für das anonyme, nicht offene Verfahren, gingen 54 Bewerbungen ein, von denen zwölf zugelassen wurden. Das erklärte Thomas Meurer, einer der Preisrichter. Sieben Stunden tagte das Preisgericht, dann war die Entscheidung gefallen: Der erste Preis wurde dem Büro Capatti Staubach aus Berlin zuerkannt. Er ist mit 20 000 Euro dotiert. Der Beitrag entwickelt neben dem baumbestandenen Platz vor dem Domeingang einen weiteren Platz mit Brunnen im Bereich der Kannengießergasse.

Ziel des Wettbewerbs war es, den Domplatz zu einem autofreien Platz mit hoher Aufenthaltsqualität umzugestalten. Der Domplatz ist mit dem Hühnermarkt und dem Römerberg Bestandteil einer Platzfolge entlang des Krönungswegs. Der Domplatz soll in dieser Platzfolge und als Tor zur Altstadt als eigenständiger Platz gewürdigt werden. Preisrichter Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der Dom-Römer GmbH und damit Projektleiter für den Bau der neuen Altstadt, betonte, dass der Siegerentwurf mit feinen, subtilen Eingriffen den Domplatz enorm aufwerte.

Wie der Planungsdezernent erklärte soll die Straßenführung nach der Verkehrsberuhigung nicht mehr über den Domplatz laufen. „Eine kleine Straße wird weggenommen“, sagte Josef. Bei dieser Entscheidung seien die Anlieger und Bewohner mitgenommen worden. Schließlich wohne auch der katholische Stadtdekan am Domplatz. Wichtig war dem Preisgericht auch der Erhalt der Bäume. „Dass wir das Grün dort lassen, war das Mindeste“, sagte Josef.

Allerdings rücken die Platanen nach den Plänen des Siegerentwurf nun näher an das Haus am Dom, damit der Platz an Weite gewinnt. Ob die Versetzung der Bäume möglich ist, soll noch geprüft werden. Denn im Untergrund verlaufen in rund vier Meter Tiefe Leitungen. Die Landschaftsarchitekten Capatti und Staubach haben nach Meinung des Preisgerichts einen Entwurf angeboten, „der aus einer ambitionierten aber auch funktionalen Denkweise heraus wesentliche stadträumliche Defizite beseitigt und zukunftsfähige Vorschläge zur Neuordnung des Domumfeldes entwickelt“.

Sowohl der erste als auch der zweite Preis sehen auf dem Platz einen runden Brunnen vor.

Den zweiten Preis erreichte das Team Bierbaum Aichele Landschaftsarchitekten mit Jourdan & Müller Steinhauser GmbH, beide aus Frankfurt. Der Entwurf interpretiert laut Preisgericht den Stadtraum um den Dom als Abfolge von drei thematisch unterschiedlich besetzten Räumen. Insgesamt überzeuge dieser Entwurf durch die Interpretation des Stadtraums.

Den dritten Preis errang Martin Schedlbauer Faktorgruen Landschaftsarchitekten und Beratende Ingenieure aus Freiburg mit ihrer Leitidee der Schaffung eines „eigenen Domumfelds, welches das Gotteshaus in einen aufgespannten Rahmen stellt und ihn somit im Stadtgefüge klar ablesbar definiert“.

Insgesamt stellt laut Jury auch diese Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe dar. Preisrichter Meurer lobte die hohe Qualität aller eingereichten Arbeiten.

Die zur Verfügung gestellten drei bis vier Millionen Euro für die Neugestaltung des Platzes stammen aus dem Programm „Schöneres Frankfurt“. Ob nun der Siegerentwurf 1:1 umgesetzt wird oder noch Veränderungen erfährt, steht noch nicht fest. Alle Wettbewerbsarbeiten sind nun noch bis zum 27. September wochentags von 8 bis 17 Uhr im Atrium des Planungsdezernats an der Kurt-Schumacher-Straße 10 zu sehen.

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