Das Grundstück rechts neben dem Haupteingang des Bunkers will der Investor von der Stadt erwerben. foto: Wagenhaus
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Das Grundstück rechts neben dem Haupteingang des Bunkers will der Investor von der Stadt erwerben.

Praunheim: Tiefgarage mit Auto-Lift

Neues Wohnen im alten Schutzraum

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
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Pläne für Bunkerumbau schreiten voran

Es ist vielleicht kein Meilenstein, aber zumindest ein großer Schritt, der den Umbau des Luftschutzbunkers in der Eberstadtstraße in Wohnraum weiter voranbringt: Die Stadt wird ihr 264 Quadratmeter großes, länglich zwischen Bunker und der davor liegenden Ladenzeile an der Heerstraße verlaufendes Grundstück an den Investor aus Darmstadt verkaufen. Für 250 800 Euro. Wird, weil dies bislang noch nicht geschehen ist. "Das ist auf jeden Fall eine gute Nachricht, denn so können wir hoffentlich bald den Bauantrag einreichen", sagt derweil Jo Franzke vom gleichnamigen Architekturbüro, der den Umbau des Bunkers geplant hat.

Benötigt werde das Grundstück, erklärt Franzke, damit dort eine Tiefgarage errichtet werden kann. Denn die Stellplatzsatzung der Stadt sieht eine Mindestanzahl von Parkplätzen auf dem Gelände vor. Derzeit gibt es lediglich einen Gestattungsvertrag zwischen Käufer und Stadt, der die Nutzung der 19 Quadratmeter von der Eberstadtstraße bis zur Treppe des Bunkers ermöglicht.

28 Parkplätze mit Hebesystem

Geplant sei allerdings keine übliche Garage mit einer Rampe an der Ein- und Ausfahrt. Das, so der Architekt, sei auf dem schmalen Stück schlichtweg nicht möglich. Deswegen habe man sich für eine Tiefgarage mit 28 Plätzen und Hebesystem entschieden. Auf der Oberfläche wäre somit ausreichend Platz für die ebenfalls benötigte Feuerwehrzufahrt. "Wir haben wirklich sehr lange diskutiert, gehen aber davon aus, dass unser Bauantrag mit den jetzigen Planungen genehmigt wird", sagt Jo Franzke.

Geplant wird der Umbau des Bunkers zu Wohnungen bereits seit 2017, Anfang 2019 wurden dem Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) und den Anwohnern die Pläne vorgestellt. Ende 2020, sagte Franzke damals, könnten die Wohnungen bezogen werden. Doch wie es nicht selten ist bei großen und vor allem ungewöhnlichen Projekten, zu denen der Bunker-Umbau zweifelsohne zählt, kam es zu Verzögerungen. Auch, weil der Denkmalschutz, unter dem der Bunker steht, die Planungen schwierig machte. "Wir haben mit dem Denkmalamt lange und gute Gespräche geführt und alles, was den Denkmalschutz betrifft, geschafft. Da sehe ich keinerlei Probleme mehr", sagt Franzke.

Der zuletzt vorgelegte Entwurf zur Schaffung von 25 Wohneinheiten trage nunmehr sowohl den denkmalrechtlichen als auch den baurechtlichen Anforderungen Rechnung, heißt es zudem in einer aktuellen Stellungnahme des Magistrats. Die geplante Tiefgarage mit Hebesystem sei jedoch aufgrund des bestehenden Denkmalschutzes mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Darüber sei der Umbau eines Bunkers in ein Wohngebäude bereits sehr teuer. Was wiederum der zusätzlichen Realisierung von gefördertem Wohnraum entgegenstehe, den der Ortsbeirat 7 gefordert hatte. Deswegen werde man darauf verzichten, so der Magistrat. Der Verkauf der vergleichsweise kleinen und selbstständig nicht bebaubaren städtischen Fläche zwischen Bunker und Ladenzeile erscheine in diesem Einzelfall als angemessen, so der Magistrat.

Auf der Südseite wird angebaut

Es sind die Kubatur, also die Form und die Masse des Bunkers, die nach den Auflagen des Denkmalschutzes ebenso erhalten bleiben müssen wie sein Charakter. Deswegen bleibt an der zur Heerstraße weisenden Nordseite trotz Umbau auch nahezu alles beim Alten. An der südlichen Fassade hingegen ist jedoch ein Anbau mit Fenstern geplant. Die Bedenken der Nachbarn, so Architekt Franzke, habe man mittlerweile ausräumen können. "Sie sind mittlerweile von dem Projekt sogar recht angetan", sagt er.

Der Anbau in rötlicher Farbe - die sich an dem im Bunker verbauten Sandstein orientiert - wird sich fast über die gesamte Breite von 46 Metern erstrecken und knapp so hoch sein, wie die gegenüberliegenden Reihenhäuser. Heizung und Isolation werden auf den neuesten Stand gebracht, das Dach gedämmt und die alten Gauben durch neue ersetzt. Bei Prognosen, wann die Wohnungen bezugsfertig sind, reagiert Franzke trotz der guten Nachrichten zurückhaltend. Ist die Baugenehmigung erteilt, sagt er nur, könne es "recht schnell" gehen. judith Dietermann

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