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Nied: Service

Nicht nur schauen, sondern mitmachen

  • vonAlexandra Flieth
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Stadtteilbüro ist das Zentrum des "Sozialen Zusammenhalts"

Viele, die nicht in Nied wohnen, kennen den Stadtteil nur vom Durchfahren: Die Mainzer Landstraße zeigt nicht unbedingt seine schönsten Seiten. Doch Nied soll in den kommenden Jahren städtebaulich weiterentwickelt werden. Möglich ist dies durch das Programm "Sozialer Zusammenhalt" (vorher: Soziale Stadt) des Landes Hessen. In den Blick genommen werden dabei zum Beispiel Themen wie Sanierungs- und Modernisierungsbedarf, der Anteil an Grün- und Freiflächen oder die soziale und kulturelle Infrastruktur. Vor allem aber geht es auch um die Teilnahme der Nieder Bürger, die sich mit Ideen und Projekten aktiv an der Entwicklung des Stadtteils beteiligen können. Diese Stärkung des sozialen Zusammenhalts ist ein ganz zentraler Aspekt des Programms.

Federführend für das städtebauliche Projekt in Nied, das zunächst bis zum Jahr 2025 laufen soll, ist das Stadtplanungsamt. In Kooperation mit der Projektstadt der Nassauischen Heimstätte (NH) und dem Quartiersmanagement der Caritas Frankfurt wurden seit dem Start der "Sozialen Stadt Nied" im Jahr 2018 unter anderem ein Stadtteilbeirat eingerichtet, Bürger befragt und Ideen gesammelt, die zur Verbesserung der Wohnqualität und des Lebens im Stadtteil beitragen können. "Insgesamt neun Handlungsfelder wurde ausgemacht, mehr als 100 Ideen zusammengetragen", erzählt Marja Glage, Quartiersmanagerin der Caritas Frankfurt im Programm "Sozialer Zusammenhalt".

Räume wurden früher bezogen

Ihre Aufgabe ist es unter anderem, die Prozesse zu koordinieren, die Bürger zu beteiligen und mit anderen Akteuren aus dem Stadtteil zu vernetzen. Auch kleinere Projekte seien bereits realisiert worden.

Bereits im Januar hat das Quartiersmanagement die ehemaligen Sparkassen-Räume in Alt-Nied 13 bezogen. Marja Glage ist dort Ansprechpartnerin für die Menschen - auch in Zeiten der Corona-Pandemie, die eine offizielle Eröffnung der Räume bisher nicht möglich gemacht hatten. Jetzt war es dann doch so weit, jedoch nicht so, wie ursprünglich geplant: Die Idee, gemeinsam mit den Bürgern zu feiern, musste wegen des Lockdowns verworfen werden - stattdessen wurde die Eröffnungsfeier in den virtuellen Raum, sprich ins Internet, verlegt. Es gab einen Livestream mit Planungsdezernent Mike Josef (SPD), Caritas-Direktorin Gaby Hagmans und Markus Eichberger, dem NH-Unternehmensbereichsleiter Projektstadt. Die Räume wurden dafür kurzerhand zu einem Studio umfunktioniert. Mittendrin stehen derzeit Papp-Aufsteller, auf denen verschiedene Projekt-Steckbriefe aus dem Integrierten städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) dargestellt werden. Erarbeitet wurde es vom Stadtplanungsamt mit Unterstützung der Projektstadt und dem Quartiersmanagement. Bis 2025 wird für das Stadterneuerungsprojekts "Soziale Stadt Nied" ein Betrag von 16,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Ort der Begegnung und der Diskussion

"Das Stadtteilbüro soll eigentlich ein Ort der Begegnung und Diskussion sein", erläutert Marja Glage bei der Begrüßung zum Livestream. Sie hofft, dass die persönliche Begegnung bald wieder möglich sein wird. Dennoch soll es von heute an eine Eröffnungswoche geben, in der Interessierte nach vorheriger Anmeldung die Ausstellung anschauen können. Das Stadtteilbüro solle die zentrale Anlaufstelle für das Stadtteil-Erneuerungsprojekt sein, sagt auch Stadtrat Mike Josef. Die schau sei "ein niedrigschwelliges Angebot" und biete die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand der Projekte zu informieren, eigene Ideen einzubringen und ins Gespräch zu kommen, um die Idee gemeinsam mit allen Akteuren zu entwickeln. Bei 57 Projekten aus dem ISEK haben die Bürger die Möglichkeit, in den kommenden Jahren mitzugestalten, betont Mike Josef weiter. Es sei "ein bewegliches, atmendes Projekt", das auch Platz lasse für weitere Ideen.

Stadtentwicklungs- und Sozialraumplanung seien viel mehr, weil sie das Ziel hätten, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen in einer Stadt, die sich Herausforderungen wie zum Beispiel der Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu stellen habe, sagte Caritas-Direktorin Gaby Hagmans. Sozialraum-Arbeit könne hier verschiedenen Interessen Gehör verschaffen und ausgleichend wirken - Aspekte, die dem Caritas-Verband sehr am Herzen lägen.

Wer den Livestream am vergangenen Samstagmittag verpasst hat, kann ihn sich nachträglich noch als Aufzeichnung anschauen - unter www.mein-nied.de im Internet. Zur Besichtigung der Ausstellung im Stadtteilbüro ist es nötig, sich vorher bei Quartiersmanagerin Marja Glage anzumelden unter der Telefonnummer 0176 / 12 98 22 02.

Alexandra Flieth

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