Der beliebte "Niddastrand" am Georgshof soll nun doch erhalten bleiben: Die Stadt hat eingelenkt, die Freiluft-Gastronomie wird in das Integrierte Städtebauliche Konzept (ISEK) aufgenommen, das derzeit vom Planungsdezernat der Stadt Frankfurt entwickelt wird.
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Der beliebte "Niddastrand" am Georgshof soll nun doch erhalten bleiben: Die Stadt hat eingelenkt, die Freiluft-Gastronomie wird in das Integrierte Städtebauliche Konzept (ISEK) aufgenommen, das derzeit vom Planungsdezernat der Stadt Frankfurt entwickelt wird.

Beliebter Treffpunkt

Streit um Niddastrand in Nied: Jetzt gibt es gute Neuigkeiten

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Der Protest in Frankfurt-Nied hat sich gelohnt: "Niddastrand" und Reitsportverein erhalten Bestandsschutz.

Frankfurt -Erfolg für die Nieder beim Kampf um den Erhalt des „Niddastrands“ am Georgshof und dem Bestreben, dort einen Lernbauernhof einzurichten: „Reiterhof und Strandbar gehören zum Georgshof. Der beliebte Treffpunkt soll weiterhin für Bürger und Besucher erhalten bleiben; dafür stehe ich“, hat jetzt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) gesagt. Um für ihre Vorstellungen für den Georgshof zu kämpfen, hatte sich im Sommer eigens eine Bürgerinitiative in Nied gegründet (wir berichteten). Auslöser war ein Magistratsbericht zur Zukunft des Geländes gewesen, in dem unter anderem zu lesen war, dass die „Niddastrand“-Gastronomie dort im Grüngürtel nicht genehmigungsfähig sei.

Frankfurter haben sich klar für den Georgshof ausgesprochen

Wie sehr die Zukunft des Georgshofs die Bürger bewegt, hatte sich allerdings bereits in den vorangegangenen Bürgerbeteiligungsrunden für die Soziale Stadt Nied gezeigt: Von allen 2019 den in der zweiten Stadtteilwerkstatt entwickelten Projekten erhielt der Erhalt des „Niddastrands“ die meisten Stimmen. Er gehört zu den beliebtesten Entspannungsorten in Frankfurt. Die Freiluft-Gastronomie mit ihrem zwischen Stallungen und Polofeld aufgeschütteten Sandstrand und den Liegestühlen ist neben dem Frankfurter Poloclub seit vielen Jahren auf dem Georgshof ansässig und hat sich als Ausflugsziel etabliert - das hat jetzt offenbar auch die Stadt begriffen.

Das zwischen Oeserstraße und Nidda gelegene Areal, das nach dem Tod Georg Diehls von der Stadt Frankfurt erworben wurde, ist Teil des Stadterneuerungsgebiets Soziale Stadt Nied. Im Planungsdezernat wird dafür zurzeit ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erstellt, das grundlegend für Bund-Länder-Fördermittel aus dem Programm "Sozialer Zusammenhalt" ist. Darin werden konkrete Ziele und Maßnahmen für eine nachhaltige Zukunft des Stadtteils beschlossen. Entscheidend ist: Der Erhalt des gastronomischen Angebots und des Reiterhofs auf dem Georgshof wird als Maßnahme in das ISEK aufgenommen werden. Die Soziale Stadt Nied möchte dem nach erneuter Prüfung genehmigten Gastronomiebetrieb und dem Reitsportverein im Rahmen des Bestandsschutzes eine langfristige Entwicklungsperspektive in Nied bieten.

Bürger aus Nied haben ein neues Logo für die „Soziale Stadt Nied" gewählt

Die „Soziale Stadt Nied“ wird künftig auch mit einem Logo auf ihre Aktionen aufmerksam machen. Das Designbüro Urban Media Project war vom Stadtplanungsamt Frankfurt auf Wunsch des Stadtteilbeirats beauftragt worden, zwei Varianten für das Logo zu entwickeln.

Zwischen beiden konnten die Nieder nun wählen: Alle Bürger hatten eine Woche lang die Gelegenheit, online für eines der beiden Logos zu stimmen. Wer keinen Internet-Anschluss hat, konnte im Stadtteilbüro in Alt-Nied an zwei "Demokratiesäulen" abstimmen: Jedes Kind und jeder Erwachsene aus Nied konnte dort per Ball-Einwurf abstimmen. 167 Nieder gaben ihre Stimme im Internet ab, 56 kamen dazu ins Stadtteilbüro.

Der Entwurf mit zwei Flusslinien hat mit deutlichem Abstand überzeugt. Auf ihn entfielen 130 Stimmen, der zweitplatzierte erhielt 93 Stimmen. Das Logo besteht aus einer handgezeichneten Schriftart, die natürlich und freundlich wirkt. Der Schriftzug ist schräg nach oben ausgerichtet, denn in Nied geht es aufwärts - so der Gedanke hinter der Gestaltung.

So sieht das Logo der "Sozialen Stadt" in Nied aus.

Entwurf des Logos betont die Lage im Grünen

Die Farben Grün und Blau drücken aus, dass der Stadtteil im Grünen an Main und Nidda liegt. Lachegraben, Mainufer, Niddawiesen und Niedwald sind typische Naherholungsräume in Nied. Der zweite Entwurf hat weniger überzeugen können: Ein fünfblättriges Kleeblatt symbolisierte den durch Verkehrswege zerteilten Stadtteil, der zusammenwachsen soll.

Die Soziale Stadt Nied ist ein Programm, das den Zusammenhalt mit sozialen und städtebaulichen Projekten sowie die Lebensverhältnisse nachhaltig verbessern will. Gefördert wird das mit Bundes- und Landesmitteln sowie von der Stadt. (Von Holger Vonhof)

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