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Sicher genug? Der Bahnübergang am Urseler Weg in Nieder-Eschbach unweit der Otto-Hahn-Schule.

Ortsbeirat lehnt Antrag der Kollegen aus Bonames ab

Nieder-Eschbach: Mehr Verkehr im Ort befürchtet

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Ebenerdige Bahnübergänge gelten als unsicher. Der Ortsbeirat 15 (Nieder-Eschbach) hat dennoch in seiner jüngsten Sitzung einen Vorstoß der Bonameser Kollegen abgelehnt, den künftigen Übergang der dortigen Ortsrandstraße als Brücke oder Unterführung zu planen.

In Frankfurts Norden kriselt es. Bonames erstickt im Verkehr, die Mehrheit des Ortsbeirats dort wünscht für das geplante Neubaugebiet Am Eschbachtal/Harheimer Weg (früher Bonames-Ost genannt) eine Brücke oder Unterführung unter den Gleisen der Linien U 2 und U 9. Mit breiter Mehrheit entschied der Ortsbeirat 15 (Nieder-Eschbach) jedoch, dies abzulehnen.

Diese Querung „wird aus städtebaulichen Gründen (negatives Landschaftsbild), dem extrem großen Flächenverbrauch und der enorm höheren Investitionskosten weiterhin abgelehnt“, hieß es in der Tischvorlage der CDU. Sie besteht auf der ebenerdigen Querung der U-Bahn.

Das Baugebiet soll über eine Ortsrandstraße erschlossen werden. Der Ortsbeirat 10 (Bonames) befürchtet, dass die Autos noch zusätzlich durch den Ort fahren werden, weil die Strecke über die Gleise der U-Bahn oft durch die Schranken gesperrt wird. Schon heute ersticke Bonames im Verkehr, durch das geplante Baugebiet drohe es noch schlimmer zu werden. Darum sei eine Brücke oder Unterführung nötig.

Michael Stauder, CDU-Fraktionschef im Ortsbeirat 15, kritisierte, dass die Vorstellung, man müsse den Verkehr über die geplante Ortsrandstraße schnell abfließen lassen, nur entstehen kann, wenn man die Verkehrsprobleme im weiteren Verlauf der Straße – eben in Nieder-Eschbach – negiere. Die geplante Ortsrandstraße war nie als Durchgangsstraße für überörtlichen Verkehr gedacht. „Verkehrsentlastung für Bonames bringt nur eine Ortsumfahrung“, waren sich die Ortsbeiräte Nieder-Eschbachs sicher.

Doch nicht nur wegen des raschen Verkehrsflusses präferieren die Bonameser Ortsbeiräte seit kurzem eine Brücke oder Unterführung unter den Gleisen. Es geht ihnen vielmehr um das, was auch dem Ortsbeirat in Nieder-Eschbach ein großes Anliegen ist: Die Verkehrssicherheit. In Bonames ist erst kürzlich ein zwölfjähriges Mädchen am Bahnübergang tödlich verunglückt. „Die Deutsche Bahn schafft aus gutem Grunde schienengleiche Bahnübergänge ab. Diesem guten Beispiel sollte die Stadt Frankfurt bei Neuplanungen von U-Bahnübergängen künftig folgen“, begründet die CDU in Bonames den Antrag, der eine Brücke oder Unterführung vorschlägt.

Auch im Ortsbeirat 15 war dies ein Thema. Vom ursprünglichen Antrag der Grünen, Fußgänger mit Bodenampeln daran zu hindern, die beiden Bahnübergänge in Nieder-Eschbach zu queren, ist inzwischen nicht mehr die Rede. Michael Rüffer, Vertreter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), hat in der Sitzung des Ortsbeirats stattdessen über die Sicherheit an den Übergängen gesprochen. Und er wurde deutlich: „Die Übergänge in Nieder-Eschbach sind sicher.“ Wer die Gleise trotz Rotlicht und Schranken kreuzt, den hielten auch weder zusätzliche Bodenampeln noch womöglich Z-Gitter ab. Trotzdem sagte er diesbezügliche einem Ortstermin mit dem Gremium zu.

Aus der Sicht von Michael Paul (Grüne) könnte eine Geschwindigkeitsreduzierung der Bahnen helfen. „Das kostet doch höchstens eine Minute Fahrzeit. Sie bremsen vor dem Übergang, statt vor der Station.“ Rüffer gab zu, dass dieser Vorschlag bei der VGF noch nie geprüft wurde: „Es gibt hierfür keine Anweisung an die Fahrer.“

Paul schlug der VGF auch vor, die U-Bahn-Station und das Umfeld stärker zu bestreifen. Seit der Kioskbesitzer dort noch spät abends Alkohol ausschenke, ziehe es viel „Volk“ dorthin, das den Nieder-Eschbachern Angst mache.

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