fff_zoller__1_of_2__101120
+
Victoria und Albert Zoller bieten ihren leckeren Kuchen zurzeit nur zum Mitnehmen an.

Geschäftsleben

Niederrad: Der Traum vom eigenen Café geht weiter

  • vonStefanie Wehr
    schließen

Café Zoller hat im ehemaligen Morgenstern eröffnet. Im Lockdown gibt es Kuchen zum Mitnehmen.

Niederrad -Die Nachfolger im ersten richtigen Café Niederrads treten in große Fußstapfen. Im Fall von Victoria und Albert Zoller ist es eine große Kuchenvitrine, die gefüllt werden will - das große runde Glasmöbel haben sie vom Vorgänger, dem Café Morgenstern, übernommen.

Das üppige Angebot in der Vitrine kann sich sehen lassen: Vom Blueberry Muffin bis zur Erdbeer-Sahnetorte ist für jeden Geschmack etwas zu haben. "Besonders beliebt ist der Karamellsahnekuchen und der Walnuss-Kaffee-Kuchen", hat Victoria festgestellt. Denn obwohl das Café Zoller erst seit einer Woche geöffnet hat, gibt es schon eine ganze Reihe Kunden, die sich gern ein Stück Kuchen zum Mitnehmen einpacken lassen. Denn während des Lockdowns können Gäste sich zwar nicht ins Café setzen, aber "to go" ist alles geboten. Auch der gute Wackers-Kaffee.

"Wir sehen optimistisch in die Zukunft", sagt Albert Zoller. Der 33-jährige Informatiker hat mit seiner Frau Victoria das Café von ihrem gemeinsamen Bekannten, Mehmet Örtlek, dem Chef der Niederräder Bäckereikette Morgenstern, übernommen. Der hatte seinen Traum vom ersten richtigen Café aufgeben müssen. Sein Anfang März eröffnetes Café Morgenstern schaffte es nicht durch den ersten Lockdown und den Corona-Sommer.

Kuchen und Kaffee zum Mitnehmen

Die Zollers übernehmen das behaglich eingerichtete Café in der Schwarzwaldstraße 44 in einer ähnlichen Situation: Gerade mal einen Tag hatte das Café geöffnet. An jenem 1. November, dem Sonntag vor dem November-Lockdown, war es denn auch rappelvoll in der Stube. Am nächsten Tag schon musste das junge Betreiberpaar die Tische mit Stühlen und einer Lichterkette absperren. "Wir werden trotzdem im November ganz normal jeden Tag geöffnet haben", kündigt Victoria Zoller an. "Die Leute sollen sehen, dass wir da sind und dass unser Angebot trotz Corona weiter besteht."

Die 25-Jährige kam im Alter von 14 Jahren aus Moldawien nach Niederrad. Inzwischen wohnen die beiden nicht mehr im Stadtteil, erwägen aber, zurückzuziehen. Das Café Zoller ist Victorias Lebenstraum. "Sie hat ganz oft zu mir gesagt, dass sie ein Café will", sagt Albert und lacht. "Dann habe ich gesagt, okay, wir machen es." Er selbst hilft am Wochenende in der Küche mit. Unter der Woche wird noch eine Küchenhilfe gesucht.

Victoria Zoller, die schon zuvor in einem Café gearbeitet hat, wird die Kaffeemaschine bedienen und die Gäste begrüßen. "Ich lege großen Wert darauf, dass sich die Gäste wohl- und willkommen fühlen", sagt sie. Außerdem sind ihr eine hohe Qualität der Speisen, Sauberkeit und guter Service wichtig. "Wir wollen alles so machen, wie wir es selbst in anderen Cafés schätzen."

Niederrad könne ein einladendes Café gut gebrauchen, finden sie. Im Stadtteil gebe es fast nur Bäckerei-Ketten, wo sich Gäste mit einer Tasse Kaffee hinsetzen können. Das sei wenig gemütlich. Im Café Zoller soll das Angebot stetig erweitert werden. Es gibt nicht nur Kuchen, sondern auch frische Waffeln, Frühstück und herzhafte Panini. Und im Sommer wollen die beiden selbst gemachtes Eis anbieten.

Die Kuchen, Torten und Croissants stammen aus einer Konditorei in Offenbach. "Ein Teil unserer Kuchen sind selbst gebacken", erklären die Zollers. Zum Frühstück gibt es Omelette, Ei, Porridge und Müsli.

Gemütliche Holztische, schicke Stoffsessel

Der Gastraum ist fast gleich geblieben, dieselben massiven Holztische und schicken Plüsch-Sitze zieren den Raum mit der großen Glasscheibe zur Straße hin. Die Küche haben die beiden renoviert. Eine Wand im Café soll noch schwarz gestrichen werden. Nach hinten planen die beiden, eine Terrasse zu bauen. "Wir sind schon dabei, zu klären, wie wir den Zugang bauen können", freut sich Albert Zoller. Dann steht einem erfolgreichen Frühjahr nichts mehr entgegen - wenn Corona hoffentlich auf dem Rückmarsch ist. Stefanie Wehr

Café Zoller

Schwarzwaldstraße 44, geöffnet Mo-Fr 8.30 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 18 Uhr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare