Minister Tarek Al-Wazir (von rechts) mit Thomas Hain, Monika Fontaine-Kretschmer und Constantin Westphal von der NHW.
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Minister Tarek Al-Wazir (von rechts) mit Thomas Hain, Monika Fontaine-Kretschmer und Constantin Westphal von der NHW.

Wohnungsbau

Niederrad: Ehemaliges Rechenzentrum wird zum Wohnquartier

  • vonKatja Sturm
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Spatenstich für sechs neue Mehrfamilienhäuser mit 203 Einheiten in der Hahnstraße

Niederrad -Von den Stadtoberen war niemand da, als am frühen Donnerstagnachmittag in Niederrad der Grundstein für das Projekt "StadtwaldBlick" gesetzt wurde. Während Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und einige seiner Kollegen das Richtfest des Goetheturms vorzogen, übernahm der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) die Aufgabe, auch im Namen der eigentlichen Gastgeber den Plan zu loben, bis Ende 2022 auf einem 8000 Quadratmeter großen Grundstück in der Hahnstraße 46-48 insgesamt 203 neue Wohnungen entstehen zu lassen.

61 geförderte Wohnungen

Genau 30 Prozent davon, 61 an der Zahl, werden gefördert sein. Für sie, die allesamt barrierefrei sein werden, liegt der Mietpreis bei fünf Euro pro Quadratmeter. Die freifinanzierten Einheiten werden für 12,80 Euro vergeben.

Insgesamt 69 Millionen Euro investiert die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt (NHW) hier. Das Land beteiligt sich mit 9,3 Millionen Euro, die Stadt mit 3,9. Neben 85 Zweizimmer-Einheiten sind ungewöhnlich viele große Wohnungen vorgesehen: 88 mit drei Zimmern und 77 Quadratmetern Wohnfläche, 29 mit vier Zimmern und im Schnitt 89 Quadratmetern und eine mit fünf Räumen und 128 Quadratmetern. Als "ein Projekt für mehrköpfige Familien" bezeichnet Constantin Westphal, einer der Geschäftsführer der NHW, das.

Die Wohnungen in den sechs Häusern sind mit Terrassen oder Loggien ausgestattet, teilweise mit Blick auf den Stadtwald. Um einen lichten Innenhof herum sollen die Gebäude an drei Seiten bis auf sieben Geschosse hochgezogen werden, auf der vierten, die die Hahn- und die Saônestraße verbindet, bleibt der Riegel nur zweigeschossig, um in den Wohnungen für Tages- und Sonnenlicht zu sorgen. Eine Tiefgarage mit 133 Parkplätzen und drei Ladestationen für Elektroautos sowie 504 Radparkplätze stehen laut Thomas Hain, dem leitenden Geschäftsführer der NHW, für klimafreundliche Mobilität.

Keine weitere Flächenversiegelung

Auch sonst sei das Projekt ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von Klimaschutz und Bautätigkeit. Die Wohnungen sollen dem KfW-55-Standard entsprechen und damit zum klimaneutralen Wohnungsbau beitragen, dem die NHW sich verpflichtet hat. Eine zusätzliche Flächenversiegelung sei nicht nötig, da auf dem Grundstück bis vor wenigen Jahren ein Rechenzentrum stand.

Dass die NHW beim Bieterverfahren darum den Zuschlag bekam, habe die Verantwortlichen selbst überrascht, sagt Westphal. Auch private Investoren hatten sich dafür interessiert. Das Areal ist nicht nur verkehrsgünstig gelegen, mit dem S-Bahnhof Niederrad und einem Straßenbahnanschluss in der Nähe. Die sonstige Infrastruktur habe sich ebenfalls verbessert, seit die ehemalige Bürostadt sich zum Lyoner Quartier gewandelt hat.

"Früher hat man hier zu bestimmten Uhrzeiten die Bürgersteige hochgeklappt", erzählte Al-Wazir. Jetzt sei es wunderbar zu sehen, wie Leben in die Straßen kommt. Dafür wurde in den vergangenen sechs Jahren die reine Gewerbefläche in eine gemischte Fläche verwandelt. Die Mieten, so der Minister, bewegten sich "in sehr vertretbarem Rahmen". Der Neubau mit seinen begrünten Dächern sorge in Zeiten der Wohnungsnot dafür, dass "Menschen hier glücklich werden".

Der Rohbau soll bis zum Herbst 2021 fertig sein. Parallel laufen bei der NHW weitere Projekte in Niederrad. So sollen dort, wo jetzt noch Siemens in der Lyoner Straße seinen Sitz hat, nach dem Umzug des Unternehmens an den Flughafen 500 Wohnungen entstehen. 137 möblierte befinden sich in der Goldsteinstraße in Arbeit, weitere 100 in der Adolf-Miersch-Siedlung. Katja Sturm

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