Trotz der Hitze gut gelaunt, durchstreift SPD-Ortsvereinsvorsitzende Stefanie Then den Elli-Lucht-Park, der gestern - wohl wetterbedingt - weniger voll war als sonst.
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Trotz der Hitze gut gelaunt, durchstreift SPD-Ortsvereinsvorsitzende Stefanie Then den Elli-Lucht-Park, der gestern - wohl wetterbedingt - weniger voll war als sonst.

Lieblingsort

Niederrad: Alt und jung trifft sich im Elli-Lucht-Park

Sechs Wochen Sommerferien, das sind 42 Tage, die manch einer - wegen Corona - komplett in der Stadt verbringt. Eine gute Möglichkeit, um Neues zu entdecken. Deshalb stellen wir in unserer Serie Lieblingsorte vor. Heute geht es mit Stefanie Then in den Elli-Lucht-Park.

Niederrad -Stefanie Then tat sich nicht leicht damit, ihren Lieblingsort in Niederrad zu bestimmen - dazu gibt es zu viele. Also fiel ihre Wahl auf einen belebten Ort, an dem sich Alt und Jung trifft: den Elli-Lucht-Park. "Der Park mit seinen alten Bäumen ist wie ein Stück Wald, das glücklicherweise vom Fluglärm verschont ist." Den Stadtwald, findet sie, kann man kaum genießen, weil es dort "so irre laut" ist. "Der Elli-Lucht-Park aber strahlt Ruhe aus."

In dem grünen Idyll hinter der Kelsterbacher Straße legt die als vorige SPD-Landtagskandidatin bekannte Niederräderin gern eine Pause auf dem Rückweg von der Arbeit ein. Wenn sie nicht mit dem Rad fährt, läuft Stefanie Then nämlich gern den Weg zur Arbeit bis ins Gallus. Und an der Strecke liegt noch einer ihrer Lieblingsorte: Der Fußgängerüberweg über die Main-Neckar-Brücke. "Wenn ich dort morgens rüber laufe und den Ausblick auf den Main genieße, weiß ich, der Tag wird ein guter", sagt die 52-Jährige und lacht.

Nach Niederrad kam die gebürtige Rheinhessin der Liebe wegen vor gut 17 Jahren. Ihren Sohn und ihre Tochter nahm sie mit, inzwischen sind beide erwachsen. Politisch aktiv wurde die studierte Kunst- und Sozialhistorikerin erst, nachdem Tochter Freya sie dazu inspiriert hatte - die schon mit 15 im Kreisvorstand der Grünen Jugend aktiv war. Für die Mutter kam nur die SPD in Frage. Gemeinsames gibt es natürlich trotzdem. Zusammen stemmten Mutter und Tochter etwa die Organisation der "Stop CETA und TTIP"-Demo in Frankfurt im September 2016.

Inzwischen ist Genossin Then die Aktivere der beiden. Seit Jahren ist sie Ortsvereinsvorsitzende der SPD Niederrad, außerdem Stadtbezirksvorsteherin im Bezirk Niederrad-Süd, also ehrenamtliche Ansprechpartnerin der Bürger in amtlichen Belangen der Stadt. Im Stadtteil hat sie politisch die Nase vorn: Bei der Landtagswahl lag sie in Niederrad sogar vor dem CDU-Konkurrenten und Wahlkreisgewinner Michael Boddenberg. Den Vertrauensvorsprung der Niederräder würde sie noch immer gern in einem Mandat erfüllen.

Ganz weit oben auf der Liste der Lieblingsorte von Stefanie Then steht auch die Traditions-Apfelweinwirtschaft "Gass". "Andrea und Thomas Eckart, das Wirtsehepaar, sind so gastfreundlich, das Essen ist super, und man trifft immer jemanden, den man kennt", schwärmt sie. Mitglieder des Karnevalvereins "Die Stichlinge" etwa sind Stammgäste, oft treffe sie den Stadtteilhistoriker Werner Hardt oder den Feuerwehrführer Christian Beha. "Niederrad ist eben nicht anonyme Großstadt, sondern ein lebendiger Stadtteil mit tollen, engagierten Menschen und Vereinen."

Der Weg ins "Gass" an der Schwarzwaldstraße ist nicht weit für die Niederräder, besonders die, die im Ortskern wohnen. Zurzeit ist dort der fortschreitende Abbruch der alten Bausubstanz das Hauptgesprächsthema. Eine Initiative kämpft um das gut 300 Jahre alte Walmdachhaus in der Kelsterbacher Straße 28, das die Stadt zum Abriss freigegeben hat. Auch Stefanie Then hat einen offenen Brief an die Bauaufsicht unterschrieben. Die Entscheidung der Ämter kann sie nicht nachvollziehen. "Der historische Ortskern ist das Herz des Stadtteils. Man müsste alle Hebel in Bewegung setzen, um die Eigentümer darin zu unterstützen, das Haus zu erhalten", sagt Then. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht spektakulär aussehe, mache das alte Haus als Teil des Ensembles doch den Ortskern zu dem, was er sei. Dass die Niederräder an ihm hängen, ist offensichtlich. Stefanie Wehr

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