Toller Treff für Kinder und Mütter: das Café Krümel.
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Toller Treff für Kinder und Mütter: das Café Krümel.

Kontakte knüpfen

Niederrad: Wo Kinder toben, Eltern Rat finden und alle ihren Spaß haben

  • vonSabine Schramek
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Das Café Krümel der offenen Kirche Mutter vom Guten Rat lässt schnell Freundschaften entstehen.

Niederrad -Vor fast genau fünf Jahren, am 15. September 2015, hat das Café Krümel zum ersten Mal seine Pforten geöffnet. Als lockerer Treffpunkt von Eltern und Babys, die Kontakte knüpfen wollen, Erfahrungen austauschen oder einfach mit ihren Kleinsten Spaß und Erholung zugleich haben wollen. Wegen Corona wurde die Fläche des Eltern-Kind-Cafés im Gemeindezentrum der offenen Kirche Mutter vom Guten Rat enorm vergrößert. Die Zwerge finden es toll.

Gleich Anschluss gefunden

Bodentiefe Fenster sind toll. Man kann auf Abstand rein- und rauswinken. Tiago kann gar nicht genug davon bekommen. Mit knallrotem T-Shirt auf dem ein grünes Krokodil grinst, blauer Hose, Ringelsocken und blau-weißem Halstuch, winkt er fröhlich jedem, der an der Bruchfeldstraße 51 vorbei kommt. Bei Kindern macht er eine Ausnahme. Er patscht an die Scheibe und wartet, dass die anderen das auch machen. Und sie tun es. Tiago ist 14 Monate jung und zum ersten Mal mit seiner Mama beim wöchentlichen Eltern-Kind-Café Krümel. Er quietscht vor Vergnügen, wenn andere Kleinkinder ebenfalls an die Glasscheibe patschen. "Es ist schön, dass Tiago mal etwas anderes sieht und andere Kinder kennenlernen kann", findet seine Mutter, Anna Costa (34) und beobachtet fröhlich Tiagos Entdeckungsreise.

Seit fast auf den Tag genau fünf Jahren gibt es das Café Krümel im Gemeindehaus der katholischen offenen Kirche Mutter von Gottes Rat. An jedem Dienstag ist das helle Foyer Treffpunkt für alle Mütter, Väter und ihre Kleinkinder bis drei Jahre, die kommen wollen.

Wegen Corona war zwischen dem 16. März und 18. August geschlossen. Ein ausgefeiltes Hygienekonzept bietet seither wieder Spielraum und Entspannung. "Wir haben den Gemeindesaal zusätzlich geöffnet", so Pastoralreferentin und Projektleiterin Simone Krämer (42).

Ein Spielteppich liegt auf dem Stäbchenparkett, auf dem Rafaela (1,5 Jahre) im rosa Kleidchen mit Katzenköpfen als Taschen sitzt und versucht, gleichzeitig einen rosa und pinkfarbenen Luftballon zu greifen. "Ein bisschen Feier muss sein", so Krämer lachend. "Auch wenn es nur ein paar Luftballons wegen Corona sind." Costa und Rafaelas Mutter Stefania Mucino (30) schauen den beiden Kleinen dabei zu, wie sie friedlich spielen und die Welt entdecken. Rafaela war vorher im Kindergarten und hat Hunger. Sie durchstöbert die Tasche ihrer Mama und findet Brot, das sie wie ein kleines Krümelmonster knabbert. Auch Tiago bekommt etwas ab und strahlt.

"Vor allem im ersten Lebensjahr tauchen oft unerwartete Situationen auf", erklärt Krämer. "Wer Fragen hat, oder Rat braucht, kommt einfach hierher und findet Leute in ähnlichen Situationen." Für Fachfragen steht auch Cornelia Fischer (64) bereit, die nicht nur Kaffee kocht, sondern auch die pädagogische Leiterin des Cafés ist. "Wir sind für jeden da und geben Tipps. Egal, um welche Anliegen es geht", sagt sie. "Gerade in dieser Zeit mit Corona-Einschränkungen ist es wichtig, einen Raum zu geben."

Niemand muss alleine bleiben

Das Konzept ist völlig offen und zielt darauf ab, dass Kontakte unter Eltern und Kindern entstehen, die sich dann selbstständig unterstützen. "Ob einem die Decke auf den Kopf fällt, oder man nur Lust hat auf einen Tee oder Kaffee, ob es Fragen gibt oder nur Raum zum Spielen gesucht wird - wir sind einfach da", sagt Krämer.

Man muss sich nicht anmelden und jeder kann flexibel dienstags zwischen 15.30 Uhr und 17.30 Uhr vorbeikommen und hier Zeit verbringen. Seit das Café Krümel wieder geöffnet ist, kommen etwa 20 Personen, die sich im Foyer und Saal ausbreiten. Dort, wo es vor Corona um Nähe auch im physischen Sinn ging, ist jetzt Nähe auf Abstand geboten. Alles ist desinfiziert, Masken zu tragen, ist für Eltern Pflicht.

Rafaela ist schon zum dritten Mal hier und kennt sich aus. Mucino hatte auf Facebook vom Café Krümel erfahren, getestet und für "toll" befunden. Mucino ist erst seit Kurzem in Niederrad. Im Juni ist sie aus Karlsruhe hergezogen. Schnell haben Mütter und Kleinkinder Freundschaft geschlossen. Sie spielen zusammen mit Luftballons, Bällen und Büchern. Nach und nach gesellen sich andere Mütter und Kinder dazu. Einige bleiben, andere gehen nach einer Stunde wieder. Tiago steht immer wieder an der Scheibe und winkt Kindern, die draußen sind zu. Er zeigt mit seinen Fingerchen nach drinnen Richtung Saal und lacht vor Vergnügen.

SABINE SCHRAMEK

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