Bebauungsplan „Lyoner Straße“

In Niederrad können 1800 neue Wohnungen entstehen

  • schließen

In der Bürostadt kann es weitergehen: Der Magistrat hat gestern dem noch fehlenden Bebauungsplan zugestimmt. Damit können 1800 neue Wohnungen entstehen. Jetzt muss nur noch das Stadtparlament sein Okay geben.

Die Investoren in der Bürostadt können aufatmen: Gestern hat der Magistrat der Stadt dem Satzungsbeschluss zum noch fehlenden Bebauungsplan Nummer 872 „Lyoner Straße“ zugestimmt. Gibt nun die Stadtverordnetenversammlung in der Sitzung am 15. September ihr Okay, wird damit neues Planungsrecht auch für den westlichen und südlichen Teil der Bürostadt Niederrad geschaffen. Für den östlichen Teil ist bereits seit Ende 2014 der Bebauungsplan Nummer 885 „Hahnstraße“ in Kraft.

„Ich freue mich sehr, dass wir die Voraussetzungen dafür geschaffen haben, dass nun bald Umstrukturierungen im Gesamtareal möglich sind und aus der monostrukturell geprägten Bürostadt ein modernes, lebendiges und gemischt genutztes Arbeits- und Wohnquartier wird“, sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD). „Das ist ein echter Meilenstein. Wir werden darauf achten, dass neben der Nutzungsmischung auch die soziale Durchmischung stimmt – ein Thema, das künftig immer wichtiger wird.“

Das etwa 61,4 Hektar große Plangebiet wird im Osten durch die Lyoner Straße, Anliegergrundstücke auf der Westseite der Saonestraße und einen Bahndamm, im Süden durch den Stadtwald, im Westen durch Kleingärten und das Gewerbegebiet an der Colmarer Straße sowie im Norden durch weitere Kleingärten und das Heizkraftwerk Niederrad begrenzt. Der angrenzende Bebauungsplan „Hahnstraße“ umfasst 24,7 Hektar im östlichen Teil.

Insgesamt können in dem Quartier Wohnungen für 6000 Menschen entstehen. Im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Lyoner Straße“ wird ein Potenzial von rund 1800 Wohnungen für etwa 3600 Menschen erwartet, beim Bebauungsplan „Hahnstraße“ sind es rund 1200 Wohneinheiten für 2400 Menschen. Durch Umnutzung, Neubau und Nachverdichtung können somit 3000 Wohnungen entstehen, gegebenenfalls sogar deutlich mehr.

Zuletzt hatte es lautstarke Kritik vonseiten der Investoren, die seit Monaten auf ihren Grundstücken sitzen, aber nicht bauen können, gegeben. Sie hatte erwartet, dass das Planungsrecht schneller umgesetzt wird. Da der Bebauungsplan 872 aber in der Nähe von der Autobahn 5 und der Kläranlage liegt, mussten für den Wohnungsbau mehr Emissionen berücksichtigt werden. Josef sagt: „Da die Bauberatung bereits parallel zum Bebauungsplanverfahren erfolgt ist, hat aber schon eine Vielzahl von Projekten die Bauantragsreife erreicht. Dringend benötigte Wohnungen entstehen und zugleich wird leerstehender Gewerberaum abgebaut.“

(jlo)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare