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Hoch hinaus in die Wintersonne. Doch nicht überall kann man schon so schwungvoll schaukeln. Viele Spielplätze im Frankfurter Süden warten noch auf die Saison – aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Bald kommt der Frühling

Noch nicht frühlingsfit: So sieht es auf Frankfurts Spielplätzen aus

Was ist auf den Spielplätzen im Frankfurter Süden los? Auf dem einen fehlen Spielgeräte, auf dem anderen ist seit Monaten das Klettergerüst eingezäunt. Wir haben nachgefragt.

Frankfurt - Seit Monaten fragen sich regelmäßige Besucher des Louisa-Parks, warum das schöne neue Klettergerüst seit seinem Aufbau nicht begehbar, sondern abgesperrt ist. Ehedem stand es auf der Niederräder Rennbahn und wurde nach deren Schließung abgebaut und in dem Sachsenhäuser Park wieder errichtet. Das Grünflächenamt klärt auf: Die beauftragte Firma habe beim Wiederaufbau offenbar einen Fehler gemacht. Als das Amt das Gerät für die Abnahme prüfte, musste es feststellen, dass die Metallpfosten, die das Fundament bilden, nicht dieselben waren wie vorher. „Die Frage war, ob die Statik noch stimmt, also ob die Ersatzpfosten das Gerät überhaupt tragen können“, erklärt Bernd Roser, Abteilungsleiter für die Grünflächenunterhaltung.

Die Stadt hat von der Firma ein Gutachten dazu verlangt. Das Gutachten soll demnächst vorliegen – wenn es positiv ist, kann das Spielgerät schon im April freigegeben werden. Sollte es bescheinigen, dass die Statik unzureichend ist, müssen die „Pfostenschuhe“ ausgetauscht werden. „Das kann dann bis Mitte oder Ende Juli dauern“, so Roser.

Kindergarten in Niederrad muss abgerissen und neu gebaut werden – Container als Interimslösung

Ein neues Spielgerät erhält auch der Spielplatz am Haardtwaldplatz in Niederrad. Dort wurde neben den Schaukeln ein altes Gerät abgebaut, für das Ersatz kommt. Anfang Mai soll das neue fertig und eröffnet sein.

Die Niederräder fragen sich auch, wie es am Bruchfeldplatz weitergeht. Dort werden demnächst Container errichtet, in die das Kinderzentrum 122 aus der Kelsterbacher Straße 68 umzieht – als Interimslösung. Das Haus aus dem Jahr 1972, in dem der Kindergarten mit angeschlossenem Hort untergebracht ist, muss abgerissen und neu gebaut werden. In den Osterferien soll der Bauzaun gebaut werden, der dann einen Teil des Spielplatzes mit umfasst. „Die Kleinkinderschaukel wird dann nicht mehr zugänglich sein“, erklärt Roser. Die Containeranlage wird laut Planung ab Mitte Mai aufgebaut. Dann wird auch für kurze Zeit der Spielplatz ganz abgesperrt. Anfang Juli soll alles fertig sein. Roser: „Ab dann wird der Spielplatz geteilt sein: in einen öffentlichen Teil und einen, der nur von den Kindergarten- und Hortkindern genutzt wird.“ Somit bleibt der Spielplatz den Niederrädern immerhin teilweise während der Umbauzeit erhalten.

Neugestaltung des Buchfeldplatzes erst 2021

Zwei Jahre lang wird das Kinderzentrum auf dem Bruchfeldplatz „zwischengelagert“. Im Sommer oder Herbst 2021 soll das neue Gebäude in der Kelsterbacher bezogen werden. Darin haben dann auch mehr Kinder Platz als zuvor: Eine zusätzliche Gruppe für Kinder unter drei Jahren wird es dann geben, insgesamt sollen 126 Kinder unterkommen. Das Ganze kostet die Stadt 5,4 Millionen Euro.

Ab Sommer 2021 kann dann auch die Neugestaltung des Bruchfeldplatzes angegangen werden. Dieser hatte die Stadt auf Drängen der Bürger und der Ortsbeirats 5 (Niederrad, Sachsenhausen, Oberrad) zugestimmt. Im Rahmen des Programms „Schöneres Frankfurt“ soll die Fläche komplett saniert werden, mehr Grün erhalten und ein Café.

Oberräder Ortsbeirat fordert einen Bürgerpark für alle Generationen

Schwer in die Jahre gekommen ist auch der Waldspielpark Scheerwald in Oberrad. Dort wurden nur marode Spielgeräte abgebaut, Ersatz ist nicht in Sicht – außer der Wasserspielanlage, die derzeit erneuert wird. Der Ortsbeirat, insbesondere der Kinderbeauftragte Roland Limberg, hatte eine Neugestaltung gefordert und jede Menge Ideen eingebracht. Ein Bürgerpark für alle Generationen könnte dort entstehen, mit Fitnessanlagen für Senioren, Mountainbike-Parcours, eine Adventure Golf-Anlage statt der heruntergekommenen Minigolfbahnen und neuen Spielgeräten für Kinder jeden Alters.

Das Grünflächenamt hat selbst schon eine Vorentwurfsplanung angefertigt, die es mit dem Ortsbeirat und dem Kinderbeauftragten besprechen möchte. „Ob die Ideen alle umgesetzt werden können, müssen wir prüfen. Die Abstände zwischen den Spielbereichen müssen aus Sicherheitsgründen groß genug sein“, erklärt Roser.

Aber damit der Scheerwald-Spielpark umgebaut werden kann, muss das Geld da sein. Denn die nächste Sanierung auf der Liste des Amts ist der Heinrich-Kraft-Park in Fechenheim.

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