Gerade ist die zweite Ausstellung in der Galerie "Das Bilderhaus" im Nordend zu Ende gegangen, die unter der Leitung von Jutta Uhlendorf-Baier realisiert wurde.
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Gerade ist die zweite Ausstellung in der Galerie "Das Bilderhaus" im Nordend zu Ende gegangen, die unter der Leitung von Jutta Uhlendorf-Baier realisiert wurde.

Kunst

Nordend Von der Besucherin zur Galeristin

  • VonAlexandra Flieth
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Jutta Uhlendorf-Baier hat die Nachfolge von Karin Beuslein im Bilderhaus angetreten.

Nordend -Mit Zeichnungen und grafischen Werken der in Frankfurt lebenden deutsch-niederländischen Künstlerin Hetty Krist ist in der Galerie "Das Bilderhaus" gestern die zweite Ausstellung zu Ende gegangen, die dort unter der neuen Leitung von Jutta Uhlendorf-Baier realisiert wurde. Mit Jahresbeginn trat sie die Nachfolge von Karin Beuslein an, die sich nach mehr als 40 Jahren Galerietätigkeit Ende 2020 in den Ruhestand verabschiedet hatte.

Dass sie einmal eine Galerie leiten werde, damit hätte Jutta Uhlendorf-Baier vor wenigen Jahren noch nicht gerechnet. Als regelmäßige Besucherin der Ausstellungen in der Hermannstraße 41 im Nordend habe sie sich sehr für das Programm der Galerie interessiert, über das sie einst durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden sei. Sie habe sich die Ausstellungen angesehen und sei hierüber auch in Kontakt zu Karin Beuslein gekommen, erzählt sie.

Zuvor war Jutta Uhlendorf-Baier mehrere Jahre lang als Kuratorin verantwortlich für die Ausstellungen auf der Station für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Ketteler Krankenhauses in Offenbach. "Karin Beuslein schaute sich auch die dortigen Ausstellungen an", sagt Uhlendorf-Baier bei einem Gespräch im Garten der Galerie. Die beiden stellten fest, dass sie die Leidenschaft für die Kunst und die Ausstellungstätigkeit teilen. So sei die Entscheidung gereift, dass sie die Nachfolge antrete und die Tradition der Mitte der 1970er Jahre gegründeten Galerie fortführe.

Dass der Start ihrer Galerietätigkeit mitten in die Zeit der Corona-Pandemie fiel, dem kann Uhlendorf-Baier, trotz aller Umstände, durchaus auch etwas Positives abgewinnen. "Ich habe diese Zeit genutzt, um meine Galerietätigkeit zu organisieren", erzählt sie. Dennoch sei die erste Ausstellung unter ihrer Leitung mit Werken des Offenbacher Künstlers Karl Heinz Thiel, die in die Zeit des Lockdowns fiel, fast unbemerkt geblieben - obwohl die Schau digital aufbereitet worden sei. "Zwar sind die heutigen technischen Möglichkeiten hilfreich, können aber keinesfalls das Kunsterleben ersetzen, das ein Besuch in einer Ausstellung möglich macht", findet sie. Umso mehr freut es die Galeristin, dass die zweite Ausstellung von Hetty Krist wieder ganz analog mit Publikum durchgeführt werden konnte. Und sie hofft, dass die Möglichkeit der realen Begegnung zwischen Publikum und Künstler sowie des Austausches weiterhin bestehen wird. "Ein Kunstwerk, das digital betrachtet wird, gibt einfach nicht die Handschrift des Künstlers wider und ist nur eine geglättete Version der Realität."

Einen Teil des Alten, bereits Bewährten aus der Galerietätigkeit zu Zeiten ihrer Vorgängerin möchte sie auch künftig weiter aufgreifen. Dazu gehört unter anderem, dass Künstler wie Hetty Krist, die ein fester Bestandteil des Ausstellungsprogramms unter Karin Beuslein waren, weiterhin gezeigt werden sollen. Jutta Uhlendorf-Baier schätzt diese Künstler und deren Werke genauso, wie es ihre Vorgängerin bereits tat. Neuerungen sind dennoch in Planung. Im Programm soll es künftig zusätzlich Präsentationen mit Kunstpositionen geben, die noch entdeckt werden können, beschreibt Uhlendorf-Baier eine Idee, die sie von nun an zweimal jährlich umsetzen möchte. Dafür sucht sie aktiv den Kontakt zu Künstlern und besucht diese gezielt in ihren Ateliers, zuletzt beim offenen Atelierwochenende in Hessens größtem Kunstzentrum, dem Atelierfrankfurt im Ostend. "Darauf hatte ich mich vorbereitet, im Internet recherchiert und mir sechs Künstler herausgesucht, deren Positionen mich interessiert haben", sagt die Galeristin. "Die Künstler habe ich in ihren Ateliers besucht und Gespräche geführt."

Die geplante neue Reihe soll unter dem Titel "Flash-Exhibition" laufen - Blitz-Ausstellungen mit jeweils zehntägiger Laufzeit. Die ersten beiden Präsentationen sind bereits fest geplant: Die Premiere ist für Donnerstag, 12. August vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen dann Werke von Ilona Metscher. Alexandra Flieth

Die Galerie

Weitere Infos unter www.das-bilderhaus.de

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