Kuschelige braune und weiße Alpakas konnten die Kinder bei der Ferienaktion nicht nur bestaunen, sondern auch streicheln und umarmen und mit Karotten füttern. Immer dabei: Quartiersmanagerin Janine Korb (Mitte).
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Kuschelige braune und weiße Alpakas konnten die Kinder bei der Ferienaktion nicht nur bestaunen, sondern auch streicheln und umarmen und mit Karotten füttern. Immer dabei: Quartiersmanagerin Janine Korb (Mitte).

Tierisch

Nordweststadt: Mit Alpakas und Eseln planschen

  • vonSabine Schramek
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Das Sommerprogramm der Aktiven Nachbarschaft lässt Herzen höher schlagen.

Nordweststadt -Wer dachte, er sieht nicht richtig, hat sich schwer geirrt. In einem großen Gatter mitten in der Siedlung am Gerhart-Hauptmann-Ring knabbern Babsi, Uschi und Klaudia einmütig neben Lotte und Theo. Drei kuschelige Alpakas voller Wolle und eine weiße Eselstute mit ihrem fünf Monate alten Sohn. Paulina (3) ist total aufgeregt. "Mama, schau mal", ruft sie und zerrt ihre Mama zum Gatter. Sofort schließt sie Freundschaft mit der dunkelbraunen Uschi. Sie reicht ihr vorsichtig eine Karotte, die das Alpaka sanft annimmt. Ein paar Minuten später umarmt Paulina den flauschigen Hals von Uschi und strahlt glücklich. Sie kann gar nicht genug von dem flauschigen weichen Fell bekommen.

Dass die Kinder in der Nordweststadt in diesen Sommerferien trotz Corona ein öffentliches Erlebnis ohne Voranmeldung genießen können, haben sie dem Quartiersmanagement der Nachbarschaftshilfe zu verdanken. Janine Korb vom Diakonischen Werk für Frankfurt und Offenbach setzt sich ein. "Wir wollen die Bürger bei dem unterstützen, was sie sich wünschen", sagt sie fröhlich und beobachtet, wie sich einige Kinder ganz mutig an die haarigen Wesen heranwagen und andere erst einmal großen Abstand halten.

"Gemeinsam mit den Nassauischen Heimstätten haben wir uns hier einiges ausgedacht. Am Quartiersbüro haben wir jeden Dienstag und Donnerstag Bastelanleitungen mit Material zum Mitnehmen aufgehängt", erzählt Korb. Die Kinder konnten Vogel- und Insektentränken oder Wasserbomben bauen und werden heute zum Abschluss ab 12 Uhr sogar selbst Eis machen.

Vor einer Woche durften die Tiere aus Ober-Erlenbach schon einmal auf die Wiese der Nassauischen Heimstätten am Gerhart-Hauptmann-Ring. Mitten zwischen die Häuser. "Da sind zwischen 12 Uhr und 19 Uhr mehr als 350 Leute und Kinder gekommen. Heute sicherlich auch. Manche sind schon zum zweiten Mal da", sagt Korb und lacht. Das weiße Eseljunge Theo wird sofort zum Liebling von allen, auch wenn er etwas schüchtern ist. Das hat er mit vielen Eltern und Kindern gemeinsam. Bevor es zu den sanften Weichnasen geht, muss sich jeder in eine Liste eintragen. Danach gibt es eine Karotte für jedes Kind zum Füttern. Auch Wasser gibt es kostenlos für alle, die Durst haben. Nach und nach dürfen die Besucher ans Gehege und sich mit den Tieren anfreunden.

Viele Nachbarn helfen ehrenamtlich mit, kümmern sich um die Listen, um Desinfektionsmittel, um Abstand. Auch zum Spielen und Reden mit den Kindern bleibt genug Zeit. Sie erklären, dass die Alpakas nächste Woche ganz anders aussehen werden, da sie dann geschoren werden. "Kriegen die dann einen Sonnenbrand und sind hässlich?", fragt Mahmut (7). Er wird beruhigt: "Es bleiben noch acht Zentimeter Wolle dran. So bekommen sie weder Sonnenbrand, noch sehen sie hässlich aus". Der Junge nickt. "Das wäre ja sonst auch schön blöd für sie." Er tätschelt nachdenklich Klaudias weißen Hals. "Was passiert mit der Wolle?", fragt er. "Daraus kann man ganz weiche Pullover machen", lautet die Antwort. "Dann will ich auch einen. Aber von Babsi. Ihr Hellbraun gefällt mir am besten." Während er das sagt, wird es plötzlich nass. Ein Mitarbeiter der Unterkunft hat einen Wasserschlauch geholt, füllt den Trinkeimer der Tiere auf und duscht sie. Während die Esel ein Stück zurückgehen, strecken die Alpakas ihre wuscheligen Köpfe hoch und genießen das kühle Nass. Ihre Kopfwolle sieht aus wie nach hinten gekämmt, ihre großen runden Augen sind jetzt viel besser zu sehen. "Wie schön", ruft Paulina und umarmt den Hals der patschnassen Uschi. "Schön kühl", sagt sie, während am Schlauch ein Sprenger angebracht wird. Im Nu sind die Kuscheltiere vergessen, die Kinder rennen auf den Rasen, lachen und springen über die sich drehenden Wasserstrahlen.

Sabine Schramek

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