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Nur ein Spielplatz für 900 Kinder

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Von: Friedrich Reinhardt

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Sie setzen sich für einen größeren Spielplatz ein: Hatice Altundas (v.l.) Eva Holl, Susanne Schwind und Melda Baysoyu-Önal von der Bürgerinitiative Mein-Bonames.
Sie setzen sich für einen größeren Spielplatz ein: Hatice Altundas (v.l.) Eva Holl, Susanne Schwind und Melda Baysoyu-Önal von der Bürgerinitiative Mein-Bonames. © rüffer

Es gibt zu wenig Flächen im Stadtteil Bonames - die Anlage Im Storchenhain soll größer werden.

Eva Holl von der Initiative „Mein Bonames“ drückt es diplomatisch aus. „Im Vergleich zu anderen Spielplätzen ist der Spielplatz ’Im Storchenhain’ sicherlich gut ausgestattet. Dafür sind wir dankbar.“ Es ändere aber nichts. Für Bonames sei der nicht ausreichend. Er werde rege genutzt - nicht nur von Kindern. Der Spielplatz am Harheimer Weg sei auch ein Ort, an dem sich Eltern austauschen könnten und auch Jugendliche treffen sich an dem zentral gelegenen Spielplatz, nur wenige Meter vom Wendelsgarten entfernt.

Darum solle der Spielplatz „Im Storchenhain“ erweitert werden, fordern Akteure aus dem Stadtteil. Gespräche mit dem Amt liefen dazu. „Einige Stellplätze könnten auf dem Parkplatz dahinter wegfallen und der Spielplatz so vergrößert werden“, sagt Ortsvorsteherin Wera Eiselt (Grüne). Wie viele Parkplätze weg müssten, könne sie nicht sagen. Das müsse die Stadt prüfen. Einen entsprechenden Auftrag hat der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) erteilt. Widerspruch kam nur von der CDU. Anwohner des benachbarten Wohnhauses könnten gestört werden, argumentierte Waltraud Port (CDU).

Akteure verlangen mehr Spielfläche

Neben der Bürgerinitiative „Mein Bonames“ und dem Ortsbeirat drängt auch der Kinderbeauftragte Christopher Depta darauf, weil Spielflächen in Bonames fehlten. Nach Erhebungen der Stadt aus dem Jahr 2020 leben in Bonames rund 900 Kinder im Alter bis 13 Jahre. Für sie gibt es einen Spielplatz im Stadtteil. Zum Vergleich: In Harheim leben 920 Kinder bis 13 Jahre, hier sind es vier Spielplätze. In Nieder-Erlenbach kommen auf ebenfalls vier Spielplätze rund 700 Kinder.

Zwar gibt es in der Friedrich-Fauldrath-Anlage in Bonames neben den Bahngleisen einige wenige Spielgeräte. Die dürfen aber nicht ergänzt werden. Als der Ortsbeirat anregte, einen Sandkasten und eine Schaukel für Kinder aufzustellen, musste der Magistrat ablehnen. Die Fläche sei „planungsrechtlich nicht als Spielplatz ausgewiesen“. Weitere Spielgeräte könnten daher nicht zugesagt werden. Es brauche weitere rechtliche Prüfungen. Ein halbes Jahr später liegen die noch nicht vor. „Und wo sonst könnte ein neuer Spielplatz hinkommen?“, fragt Holl rhetorisch. „Es gibt sonst keine geeigneten Flächen.“ Die Fauldrath-Anlage liege zu nah an den Gleisen, im Nordpark kämen sich Spielplatz und Naturschutz in die Quere.

Kein Platz für Jugendliche

Auch in der August-Jaspert-Schule hoffe man, dass durch einen größeren Spielplatz etwas Ruhe auf dem Hof der Grundschule einkehrt. Jugendliche haben ihn für sich entdeckt, da es sonst keinen Raum im Stadtteil gibt, wohin sie sich zurückziehen könnten, berichten Holl und Eiselt. Die Jugendlichen ließen Zigarettenstummel, Alkoholflaschen und anderen Müll auf dem Schulhof zurück. Auch der Spielplatz sei immer wieder mit Fast-Food-Verpackungen vermüllt.

Schulleiterin Katja Mausbach habe deshalb zu einem Runden Tisch eingeladen, um das Problem zu lösen, erzählt Holl. Dabei seien auch einige Jugendliche gewesen. Sie hätten sich für einen überdachten Ort ausgesprochen, an dem sie sich auch bei Regen treffen könnten. „Viele Familien in Bonames wohnen in kleinen Wohnungen“, sagt Holl.

Aus ihrer Sicht brauche es daher nicht nur weitere Spielgeräte. „Es braucht ein neues Konzept.“ Ein Bereich für Jugendliche müsse vom Rest des Spielplatzes etwas getrennt liegen. Im Idealfall wünscht sich Holl, dass Kinder an der Gestaltung des neuen Spielplatzes beteiligt werden.

Friedrich Reinhardt

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