So geht Ökumene: Die beiden Stadtdekane Johannes zu Eltz und Achim Knecht wollen künftig noch enger zusammenarbeiten.
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So geht Ökumene: Die beiden Stadtdekane Johannes zu Eltz und Achim Knecht wollen künftig noch enger zusammenarbeiten.

Ökumene in Frankfurt

"Nur zusammen werden wir wahrgenommen"

  • VonKatja Sturm
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Die christlichen Stadtkirchen rücken zusammen und präsentieren ihren gemeinsamen Internetauftritt.

Um das gute ökumenische Verhältnis zu unterstreichen, das sich zwischen ihnen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte entwickelt hat, sind die evangelische und die katholische Kirche in Frankfurt am Montagabend mit einem gemeinsamen Webauftritt an den Start gegangen. Unter der Internet-Adresse christliches-frankfurt.de finden sich neben Informationen und Adressen Berichte über gemeinsame, aber auch getrennte Aktionen und Projekte sowie, ab Mitte Dezember aktuell, die Termine für die Weihnachtsgottesdienste, die in den verschiedenen Stadtteilen gefeiert werden.

"Wir sind der festen Überzeugung, dass wir mit Blick auf die gegenwärtige Situation und die Zukunft nur zusammen wahrgenommen werden", sagte Achim Knecht, der evangelische Stadtdekan für Frankfurt und Offenbach, bei einer Online-Pressekonferenz am Dienstag. Das schließe weitere Gemeinden und Kirchen ein, die durch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland ebenfalls auf der neuen Plattform vertreten sind.

Inwiefern man mit dieser eine bundesweite Vorreiterrolle einnehme, sei nicht bekannt, erklärte Bettina Behler, Öffentlichkeitsreferentin beim Evangelischen Regionalverband. "Wir haben einfach gemacht und losgelegt." Die Seite löst das seit 1970 erscheinende Kirchliche Jahrbuch ab.

Knecht und sein katholischer Kollege Johannes zu Eltz nutzten die Gelegenheit zu einem Rückblick auf das vergangene Jahr und dessen Höhepunkte im ökumenischen Sinne. So wurde während des Kirchentages, der im Mai statt mit 180 000 Teilnehmern live vor Ort größtenteils digital und dezentral gefeiert werden musste, eine konfessionsübergreifende Messe im Dom gehalten, bei der unter anderem die evangelische Präsidentin des Kirchentages, Bettina Limperg, das Abendmahl aus den Händen von zu Eltz empfing.

Bei ihm habe das "etwas ausgelöst", sagte der katholische Stadtdekan, der bei dem Anlass die evangelischen Christen um Entschuldigung dafür bat, dass sie oft unter der Ausgrenzung durch die Katholiken zu leiden hatten. Knecht sah in den gemeinsam gefeierten Gottesdiensten bei dem Ereignis "einen Riesenschritt", der deutschlandweit wahrgenommen worden sei, und erinnerte sich an bewegende Bilder.

In der Seelsorge arbeiten die beiden Kirchen Hand in Hand und engagieren sich während der Coronavirus-Krise nicht nur für die Patienten in Krankenhäusern und Heimen, sondern spenden auch den Pflegenden Trost und Beistand. Wo Kräfte ausfielen, etwa weil sie selbst zu Risikogruppen zählten, vertrat man sich gegenseitig. Um den schwer Belasteten im medizinischen Bereich Momente des normalen Menschseins zu ermöglichen, wurde im Frühherbst zu einem Kinoabend auf die Dachterrasse des Hauses am Doms geladen. Ein weiteres sehr gutes Beispiel für die Kooperation sei die gemeinsam getragene Bahnhofsmission.

Zu den künftigen Vorhaben, für die sich zu Eltz eigenen Worten nach mit Knecht "verschwistert" hat, zählt, dass die Domsing- und die Bläserschule in der Nähe des Doms eine gemeinsame Bleibe bekommen. Die eine eher katholisch, die andere eher evangelisch aufgestellt, seien beide schon lange "zwei Lungenflügel, die gemeinsam atmen". Die Pandemie sei "ein Killer" für diese Jugend-Kirchenmusikarbeit. Doch "mit List und Tücke" und trotzdem unter Wahrung der jeweils geltenden Regeln werde diese fantasiereich fortgesetzt. Die Bedingungen seien allerdings auch Corona-unabhängig unzulänglich. Die Übungsmöglichkeiten seien verstreut und erlaubten es nicht, der Nachfrage nachzukommen.

Der Evangelische Regionalverband würde ein Grundstück zur Verfügung stellen, das laut Knecht "sowieso zur Bebauung ansteht". Trotz der Zusage beider Kirchen, sich finanziell dafür zu engagieren, fehle es aber noch an "ein paar Millionen", um das Projekt zu realisieren.

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