Maximals 25 Senioren dürfen im Orchester gemeinsam musizieren. So wollen es die Coronaregeln. Das Ensemble hat aber 32 Mitglieder. Ab und zu muss da der eine oder andere pausieren.
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Maximals 25 Senioren dürfen im Orchester gemeinsam musizieren. So wollen es die Coronaregeln. Das Ensemble hat aber 32 Mitglieder. Ab und zu muss da der eine oder andere pausieren.

Frankfurt musiziert

Ob Moll oder Dur - Freude pur

  • VonAlexandra Flieth
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Seniorenorchesters des Frankfurter Verbandes probt jetzt wieder in Eckenheim

Es ist noch ruhig an diesem Morgen als Wolfgang Gregor durch den Saal des Sozialzentrums Marbachweg in der Dörpfeldstraße 6 läuft und letzte Vorbereitungen für die dort geplante Probe des Seniorenorchesters des Frankfurter Verbandes trifft. Gregor ist Orchestersprecher und froh darüber, dass die Musiker wieder zusammenkommen dürfen, um gemeinsam zu spielen. "Die Anzahl ist aber auf 25 Teilnehmer begrenzt inklusive des Dirigenten", erzählt er. 32 Musiker bildeten derzeit Teil des Ensembles. "Unser Durchschnittsalter liegt bei 77 Jahren", sagt Gregor.

Die Fenster weit geöffnet

Die für die Probe notwendigen Stühle hat er bereits aufgestellt mit dem vorgeschriebenen Abstand zueinander. Geöffneten Türen und Fenster sorgen für Frischluft. "Bei uns gilt die Drei-G-Regel", erklärt er weiter. Seit Anfang August ist es nun das dritte Treffen, zu dem sie zusammenkommen. In den Monaten zuvor war dies wegen der Pandemielage nicht möglich. Gut zweieinhalb Stunden sind für die Probe angesetzt. Diejenigen, die zum ersten Mal wieder mit dabei sind, müssen gegenüber Gregor einmal kurz ihren Nachweis zeigen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind.

"Musizieren ist schließlich nicht mit Maske möglich", so der Orchestersprecher. Vor allem, weil die meisten der Musiker Blasinstrumente spielen wie Trompete, Klarinette oder Querflöte. Gregor hat sein Waldhorn bereits auf dem Stuhl platziert, auf dem er während der Probe sitzen wird. Er selbst sei seit 2015 mit dabei und spiele noch in weiteren Ensembles, erzählt er. Zum Waldhorn sei er einst über das Orchester bei der Bundeswehr gekommen.

Wer an der Probe teilnehmen möchte, der müsse sich hierfür anmelden, schildert Gregor. "Das läuft meistens direkt nach der letzten Probe oder per E-Mail", fügt er hinzu.

Unterdessen sind die ersten Musiker bereits eingetroffen. Mit "Hallo" und "Wie geht's" begrüßen sie sich untereinander. Die Freude über das gemeinsame Treffen und Musizieren ist jedem anzumerken. "Es hat mir richtig gefehlt", sagt Mechthild Schradin, die Querflöte spielt. "Als es jetzt wieder mit den Proben losging, habe ich mich darauf gefreut wie als Kind auf meinen Geburtstag", beschreibt sie ihre Gefühle über den Probenstart nach dem langen Lockdown. Sie ist erst seit kurzem Teil des Ensembles und beschreibt die Atmosphäre im Orchester als "herzlich aufnehmend".

Michael Müller, der schon einige Jahre mit dabei ist, erzählt, dass er einst über einen Artikel eines Jugendlichen in einer Tageszeitung auf das Seniorenorchester aufmerksam wurde. "Der hatte das so gut beschrieben, dass ich mich sofort angesprochen gefühlt habe", erinnert er sich. Er gehört an diesem Probentag zu den vier Geigern, die links zum Dirigenten Rail Grodzenski Platz genommen haben. "Es geht hier nicht alleine nur um das gemeinsame Musizieren, sondern besonders auch um die sozialen Kontakte, die wir hier haben", so Müller.

Kontakte auch per E-Mail

Damit die Kontakte auch während der Monate des Lockdowns weiter aufrechtgehalten werden konnten, nutzten die Mitglieder E-Mail oder Telefon. "Wir haben mit Elfi Belz eine gute Seele im Orchester, die an jeden Geburtstag denkt oder Karten schreibt, wenn jemand von uns krank ist", sagt Wolfgang Gregor.

Dirigent Grodzenski, der das Ende der 1970er Jahre gegründete Seniorenorchester des Frankfurter Verbandes seit 1994 leitet, gibt kurz darauf den Start zur Probe, die mit dem Einspielen der Instrumente beginnt - mehrfach wird dafür die Tonleiter rauf und runter gespielt. Der Dirigent wählt als erstes Stück den Song "Hallelujah" des kanadischen Sängers Leonard Cohen aus. Die Musiker suchen sich die passenden Noten heraus, die vor ihnen auf dem Ständer stehen.

Derzeit können sie zwar nicht für einen konkreten Auftritt proben, denn ein solcher könne aufgrund der Pandemie nicht geplant werden. Dennoch soll das bestehende Repertoire, zu dem etwa auch ein Potpourri der Beatles gehört, gemeinsam gefestigt werden, beschreibt es Wolfgang Gregor. Nicht jeder habe die Zeit des Lockdowns zum Üben alleine Zuhause nutzen können, weiß er.

Musiker, die gerne ein Teil des Ensembles werden möchte, können sich auf der Internetseite unter https://seniorenorchester -frankfurt.jimdofree.com/ informieren. Alexandra Flieth

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