1. Startseite
  2. Frankfurt

OB-Wahl in Frankfurt: Grüne schicken Rottmann mit 95 Prozent ins Rennen

Erstellt:

Von: Thomas Stillbauer, Georg Leppert

Kommentare

Manuela Rottmann durfte sich in Griesheim feiern lassen.
Manuela Rottmann durfte sich in Griesheim feiern lassen. © Rolf Oeser

Manuela Rottmann bekommt beim Parteitag der Grünen viel Unterstützung. Auch die Linke legt sich auf eine Kandidatin fest.

Frankfurt - Euphorie bei den Frankfurter Grünen: Der Kreisverband hat die Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann für die OB-Wahl nominiert. 95 Prozent der 220 Mitglieder im Bürgerhaus Griesheim stimmten für Rottmann, die ohne Gegenkandidatur angetreten war.

Damit nimmt das Tableau für die OB-Wahl, die nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung definitiv am 5. März über die Bühne gehen soll (Stichwahl 26. März), Formen an. Die Linke nominierte am Samstag die Stadtverordnete Daniela Mehler-Würzbach.

CDU und SPD wollen ihre Parteivorsitzenden Uwe Becker und Mike Josef aufstellen. Beide Kandidaturen müssen noch von der Basis bestätigt werden, das gilt aber als Formsache. Die FDP will eine Bewerberin oder einen Bewerber im Dezember aufstellen, bei Volt ist noch unklar, ob sich die Partei an der OB-Wahl beteiligt. Hinzu kommen Bewerbungen von Maja Wolff, Peter Wirth („Bahnbabo“) und der Spaßpartei „Die Partei“, die einen Bembel aufstellen will.

OB-Wahl in Frankfurt: Grüne werben für Klimaneutralität

In ihrer knapp zehnminütigen Rede forderte Rottmann, Frankfurt müsse bis 2035 klimaneutral werden. Das sei eine riesige Herausforderung, denn dafür reiche es nicht, „zwei oder drei Windräder“ aufzustellen. In Frankfurt aber könne dieses Ziel erreicht werden. Profitieren würde davon auch die Wirtschaft. Die größte Gefahr für sie sei nicht zu viel, „sondern zu wenig Klimaschutz“.

Was das konkret für Bau- und Verkehrsprojekte bedeutet, sagte Rottmann nicht. Wenn der Wahlkampf vermutlich nach Weihnachten richtig beginne, werde sie ihre Position zu einzelnen Fragen klar machen, sagte sie im Gespräch mit der FR.

OB-Wahl in Frankfurt: Manuela Rottmann sieht keinen Streit bei den Grünen

Dass Rottmann die einzige Kandidatin war, die die Findungskommission der Partei vorschlug, spielte in Griesheim keine Rolle. Kritiker:innen an diesem Verfahren wie etwa der Stadtverordnete Uwe Paulsen waren dem Parteitag ferngeblieben. Auch Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, die beide Interesse an einer OB-Kandidatur hatten, kamen nicht nach Griesheim.

Doch einen innerparteilichen Streit bei den Grünen sieht Rottmann nicht. Auf Eskandari-Grünberg und Arslaner kämen in diesem „schwierigen Winter“ große Herausforderungen zu, sagte die OB-Kandidatin. Dabei werde sie die beiden unterstützen. Für ihre OB-Bewerbung brauche sie wiederum die Hilfe der ganzen Partei.

Manuela Rottmann (Grüne): Sechs Jahre Dezernentin für Umwelt und Gesundheit in Frankfurt

Auch über die Frage, ob die in Franken beheimatete Bundestagsabgeordnete in Frankfurt kandidieren sollte, wurde am Samstag nicht diskutiert. Mehrfach ging es in Reden um Rottmanns Erfolge in ihrer Frankfurter Zeit. Von 2006 bis 2012 war sie Dezernentin für Umwelt und Gesundheit und setzte etwa den Bau des Hafenparks an der EZB durch.

Ihr Bundestagsmandat wird die 50-Jährige im Wahlkampf behalten. In welcher Form sie noch als Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium arbeiten werde, bespreche sie in diesen Tagen mit Minister Cem Özdemir.

OB-Wahl: Linke setzen in Frankfurt auf Daniela Mehler-Würzbach

Bei der Kreismitgliederversammlung der Linken stimmten 86 Prozent der anwesenden Parteimitglieder für Daniela Mehler-Würzbach. Sie wolle „für diejenigen eintreten, die keine Lobby haben in dieser Stadt“, sagte die 38-jährige Uni-Referentin. In Zeiten der Energiekrise, steigender Mieten und Lebensmittelpreise brauche Frankfurt eine Oberbürgermeisterin, die soziale Interessen in den Vordergrund rücke.

Zu ihren Zielen zählten Nothilfe bei den Energiekosten, die Stärkung des sozialen Wohnungsbaus und kostenloser öffentlicher Nahverkehr. Mehler-Würzbach hatte keine Gegenkandidat:innen. (Georg Leppert und Thomas Stillbauer)

Auch interessant

Kommentare