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Frankfurter Oberforsthaus: Bauamt gibt neue Details über das Notdach heraus

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Von: Stefanie Wehr

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Ein großes Steingebäude, von dessen Dach die meisten Holzbalken zu sehen sind, steht hinter Zäunen.
So traurig sieht das Oberforsthaus aus: Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert verkommt immer mehr. © Michael Faust

Notdach statt Abriss am Frankfurter Oberforsthaus: An diesem Plan hält das Bauamt fest – und nennt nähere Informationen, wie das Gebäude abgedeckt werden soll.

Frankfurt – Am Oberforsthaus tut sich seit vielen Wochen nichts. Seit dem Brand am Oberforsthaus Mitte vergangenen Jahres ragt die Brandruine in den grauen Januarhimmel. Mangels Blattwerk an den Bäumen ist das Gemäuer von der Straße aus gut zu sehen. Es sieht trist aus. Ein Spaziergänger aus Niederrad sieht es auch so: "Die wird sicher abgerissen".

Doch das Gegenteil ist laut Baudezernat der Fall. Es tue sich deshalb nichts, weil derzeit auf die Genehmigung der Bauaufsicht gewartet werden, teilt der Sprecher des Dezernats, Markus Radermacher, auf Anfrage mit. Ein Gutachter muss noch grünes Licht geben für den Aufbau des Notdachs, das schon seit Jahren geplant ist. Die frühere, unter Denkmalschutz stehende, Remise des im Krieg zerstörten Oberforsthauses soll erhalten bleiben.

Notdach am Frankfurter Oberforsthaus: Bauamt erklärt die Bau-Verzögerungen

Verzögert hat sich der Aufbau des Dachs vergangenes Jahr nochmals durch den Brand am Abend des 8. Juli, als der Dachstuhl aus ungeklärtem Grund in Flammen aufging. Seither klafft ein Loch im Dachstuhl, es regnete bereits im Sommer kräftig in die Ruine hinein. Corona und der Mangel an Baumaterialien taten ihr übriges.

Das Baudezernat hofft, dass das geplante Notdach bald aufgestellt wird. Das Amt für Bau und Immobilien (ABI) habe ein "ein Modulgerüst mit einem vorkonfektionierten Wetterschutzdachsystem und einer Trapezblecheindeckung" in Auftrag gegeben, so Radermacher. Sprich: Es wird ein Gerüst errichtet.

Dafür wurden bereits Fundamente rund um das Gebäude gegossen, um das Gewicht zu tragen. Auf dem Gerüst wird dann ein flaches Metalldach befestigt, dass sich über dem eigentlichen Dach erhebt – oder was davon noch übrig ist. Die Kosten sind noch unklar – zumal sich diese üblicherweise nach der Dauer richten, für die das Notdach im Einsatz bleibt.

Notdach am Frankfurter Oberforsthaus wurde schon vor Jahren in Aussicht gestellt

Bevor das Gerüst aufgestellt werden könne, fehle laut Radermacher noch die Freigabe des Prüfstatikers und die endgültige Genehmigung durch die Bauaufsicht. "Die ausführende Fachfirma kann unmittelbar nach dieser Genehmigung mit dem Aufstellen beginnen. Einen genauen Zeitpunkt können wir leider nicht nennen, hoffen aber, dass das Notdach sehr bald stehen wird."

Das Notdach sehen viele im Frankfurter Süden inzwischen skeptisch. "Das alte Gebäude wird doch sowieso abgerissen, nach all der Zeit", sagen viele hinter vorgehaltener Hand. Ob sich die Investition lohne, sei fraglich. Der Herbst und nasskalte Winter ohne intaktes Dach haben dem Gemäuer sicherlich zugesetzt – seit rundherum das Grün entfernt wurde, sind die Mauern schutzlos der Witterung ausgesetzt.

Die Reste des 1729 errichteten Gebäudeensembles, das laut Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden "zu den bedeutendsten Zeugnissen der Geschichte Frankfurts" gehört, werden seit Jahren dem Verfall preisgegeben.

Ein Investor, der das Areal entwickelt, wurde nie dingfest gemacht. Um das Haus zu schützen, wurde zuletzt lediglich ein Zaun aufgestellt, um zu verhindern, dass Obdachlose darin ihr Lager einrichten. Ein Dach wurde schon vor Jahren in Aussicht gestellt.

Gespräche mit Investor für Frankfurter Oberforsthaus laufen laut Stadt noch

Die Stadt verfolge "weiterhin das Ziel, das ehemalige Oberforsthaus im Rahmen einer Projektentwicklung für das Gesamtareal langfristig zu sichern", hieß es zuletzt im November 2021 vom Magistrat auf Anfrage der FDP im Stadtparlament.

Mit einem Investor, der schon seit längerer Zeit ein Interesse an dem Areal habe, sei die Stadt immer noch im Gespräch. Ob es sich um den zuvor angedeuteten Interessenten "aus dem medizinischen Umfeld" handelt, behält die Stadt für sich.

"Das Notdach ist dringend erforderlich, um die Überreste des Gemäuers zu erhalten", sagt Christian Becker (CDU), Ortsvorsteher im Ortsbeirat 5. "Es muss aber auch Klarheit über die grundsätzliche Frage nach der Zukunft des Gebäudes geben." Entscheide sich die Stadt dafür, das Gebäude abzureißen, brauche es kein Notdach, findet Becker und fordert eine "zielorientierte Entscheidung". (Stefanie Wehr)

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