Anne Krier (links) ist erstmals mit Stand beim Stadtteilfest vertreten. Mit Muriel Petersilie verkauft sie afrikanischen Schmuck und mehr.
+
Anne Krier (links) ist erstmals mit Stand beim Stadtteilfest vertreten. Mit Muriel Petersilie verkauft sie afrikanischen Schmuck und mehr.

Oberrad ist ein stolzer Stadtteil

Das Stadtteilfest des Vereinsrings Oberrad ist ein Vierteljahrhundert alt. Diesen Grund zum Feiern ließen sich am Samstag Veranstalter, Bewohner und auch Oberbürgermeister Feldmann nicht nehmen.

Von Marie Ahlers

„Schauen Sie sich mal um: Jeder kennt jeden. Hier ist es wie auf dem Land.“ Zufrieden blickt Horst Krier auf den Festplatz an der Villa Bonn und nippt an seinem Weinglas. Hin und wieder prostet der Rentner aus Oberrad in Richtung Bühne, wo Oberbürgermeister Peter Feldmann zusammen (SPD) mit der Vorsitzenden des Vereinsrings Oberrad Christa Giar eine Ansprache hält.

Seit vielen Jahren kommt Horst Krier zusammen mit seiner Frau Anne zum Stadtteilfest. Erstmals in diesen Jahr hat Anne Krier auch einen Stand aufgebaut. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen vom Verein Future Hope Montessori School unterstützt sie eine gleichnamige Schule in Kenia, indem sie beim Stadtteilfest afrikanischen Schmuck, Kunsthandwerk und Tücher sowie Trödel aus Oberrädern Kellern verkauft.

Alle Einnahmen kommen dem Kinderhilfsverein „Vipingo“ in Kenia zugute, der kranke und verwaiste Kinder in dem Land unterstützt. Der Vereinsring ermöglicht Anne Krier nun, ihr Herzensprojekt beim Stadtteilfest Nachbarn und Freunden näherzubringen. „Wir leben immer ein halbes Jahr in Kenia und ein halbes Jahr hier“, erzählt das Ehepaar. „Viele Menschen aus Oberrad sieht man dann das ganze Jahr nicht. Aber hier kommen alle zusammen. Das Fest verbindet“, freuen sie sich. Verändert habe sich in den vergangenen 25 Jahren aber nicht viel. „Nur dass es für mich mit zunehmendem Alter immer lauter wird“, scherzt Horst Krier.

Auch Feldmann zeigt sich begeistert von der Atmosphäre beim Fest, bei dem von den Pfadfindern bis zu den Hundefreunden quasi jeder Oberräder Verein mit einem Stand vertreten ist. Zufrieden schlendert er über den Festplatz vor der Villa Bonn, schüttelt neuen und alten Bekannten die Hände und schaut neugierig, was die verschiedenen Stände zu bieten haben. „Die Stimmung ist genial hier. Die Leute sind so engagiert, das ist mehr als Ehrenamt. Die Oberräder leben und lieben die Arbeit in den Vereinen.“, sagt der Oberbürgermeister. „Ich habe das Gefühl, dass Oberrad ein sehr stolzer Stadtteil ist.“

Ein paar Meter weiter hat sich Kai Abicht vom Gewerbeverein mit seinem Hund Odin auf einer Bierbank niedergelassen. Die Dogge in Größe eines ausgewachsenen Ponys zieht neugierige Blicke auf sich, Kinder nähern sich mal mehr, mal weniger furchtlos, um den großen Vierbeiner zu streicheln. „Für mich ist das Schönste am Stadtteilfest, dass es nicht nur um die einzelnen Vereine geht. Hier lösen sich die Gruppen auf, und alle feiern zusammen“, sagt Abicht. „In 25 Jahren ist der Respekt füreinander immer größer geworden, alle passen auf einander auf. Das Stadtteilfest ist das Symbol der festen Oberräder Gemeinschaft.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare