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Schon 1995 waren die Sitzbänke auf dem Platz vor der Villa Bonn voll besetzt.

Oberräder Vereinswelt in Feierlaune

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In 25 Jahren hat sich das Stadtteilfest des Vereinsrings Oberrad zur festen Institution entwickelt. Es dokumentiert aber auch die Veränderungen in der Vereinswelt des Stadtteils.

Beim Blick auf die Bilder der ersten Stadtteilfeste in Oberrad sind die Erinnerungen von Christa Giar fast so frisch, als wären sie nicht älter als ein paar Jahre. „Am Anfang hatte jeder Verein nur eine Bierzeltgarnitur für seinen Stand. Und die Bühne, die wir hatten, war noch ganz klein“, erzählt die Vorsitzende des Vereinsrings. Voll sei es aber schon in den Anfangsjahren immer gewesen. „Es gab bis dahin ja nur die Kerb im Stadtteil. Da wurde das Stadtteilfest sehr gut angenommen und das ist bis heute so“, sagt Giar.

Heute, immerhin ein viertel Jahrhundert später, ist es zwar noch immer jedes Jahr voll auf dem Festplatz an der Villa Bonn. Ansonsten ist aber doch vieles ein bisschen anders. Größer ist es geworden, dass Stadtteilfest. Und professioneller. „Die Zahl der Vereine, die sich beteiligen, ist kontinuierlich gestiegen. Angefangen haben wir mit acht Ständen. Heute ist der Festplatz an der Villa Bonn so voll, dass wir fast Platzmangel haben. Aber wir haben eine gewisse Routine in der Vorbereitung für das Fest entwickelt“, sagt Giar. Noch immer werde das Programm von Oberrädern für Oberräder gestaltet. „Auf gebuchte Künstler verzichten wir weitestgehend.“

17 Vereine und Organisationen werden am kommenden Wochenende den Festplatz mit ihren Angeboten bereichern. Die Liste der Teilnehmer gibt auch Auskunft über das Vereinsleben im Stadtteil. Viele sind bereits seit Jahren immer wieder vertreten. Der Bürgerverein ist mit dabei, der Ski-Club und die TSG genauso wie die freiwillige Feuerwehr und die Spielvereinigung 05. „Aber es gibt auch immer wieder relativ junge Vereine, die sich beteiligen“, berichtet Giar. In diesem Jahr etwa die „Future Hope Montessori-Schule“ mit afrikanischem Schmuck und die Theatergruppe „Megalomania“ die seit rund einem Jahr ihre Zelte im Stadtteil aufgeschlagen hat. „Grundsätzlich steht es ganz gut um das Vereinsleben in Oberrad. Natürlich fallen immer wieder einige Vereine weg, aber es kommen auch immer wieder neue dazu. Und inzwischen betreiben viele Vereine auch eine sehr engagierte Jugendarbeit“, lobt Giar.

Gerade für vergleichsweise junge Vereine sei das Stadtteilfest auch eine Chance, sich zu präsentieren und möglicherweise weitere potenzielle Mitglieder auf sich aufmerksam zu machen. „Natürlich ist die Teilnahme am Fest für die Vereine auch mit Arbeit verbunden. Aber sich gut zu präsentieren ist schließlich auch in ihrem eigenen Interesse.“ Zudem stimme der Zusammenhalt in der Vereinslandschaft. „Wenn es Einzelnen aufgrund ihrer Alterstruktur schwerfällt, sich zu beteiligen, helfen andere“, berichtet Giar. Beim Aufbau des Festes spielen die Mitglieder der Karneval-Gesellschaft „Wespen“ eine tragende Rolle. „Ohne die ginge es nicht“, sagt Giar. Die Pfadfinder übernehmen zudem die Nachtwache auf dem Festplatz.

Für Christa Giar und die Helfer des Vereinsrings sind gerade die letzten Tage vor dem Fest noch einmal spannend. Klappt alles wie geplant? Wird das Wetter halten und was passiert bei kurzfristigen Absagen? Die Vorbereitungen laufen schon seit November. Nun werden mit den Vereinen noch Details geklärt, die letzten Genehmigungen kommen herein. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist wirklich hervorragend. Ich glaube, da sitzen einige, die das schon fast genauso lange machen wie wir“, lobt Giar, die dem Startschuss für das Fest am Wochenende entgegenfiebert. „Genießen kann ich das Fest schon. Aber erst, wenn das Programm vorbei ist.“ Dann gehe sie an den Stand des Vereinsrings und gönne sich ein Bier.

Das Stadtteilfest des Vereinsrings Oberrad wird am Samstag, 30. Mai, ab 15 Uhr auf dem Festplatz der Villa Bonn zwischen Spatzengasse und Hansenweg gefeiert.

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