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Oberräder zieht's nach Offenbach

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Von: Stefanie Wehr

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Im ersten eigenen Vereinsheim wird Musik aufgelegt, geklönt und gearbeitet: Die "Rave Nations"-Mitglieder planen Tanzevents mit viel Freude und Idealismus.
Im ersten eigenen Vereinsheim wird Musik aufgelegt, geklönt und gearbeitet: Die "Rave Nations"-Mitglieder planen Tanzevents mit viel Freude und Idealismus. © Peter Klein

Jugend- und Kulturverein "Rave Nations" hat in der Nachbarstadt neues Heim

Tanzen für den guten Zweck, für jeden bezahlbar und zu richtig guter Musik - diese drei Dinge wollen die jungen Frauen und Männer vom Verein "Rave Nations" ihrem Publikum möglich machen. Sie planen und organisieren sogenannte "Raves", so nennen sich große Techno-Tanzveranstaltungen, die zumeist im Sommer draußen stattfinden.

Der nächste steht in wenigen Wochen an. Und zwar auf dem Gelände der Offenbacher "Kommune2010". In die ehemaligen Fabrikhallen an der Sprendlinger Landstraße sind vor zwölf Jahren Künstler, Musiker, Fotografen und Designer eingezogen. Auf der Wiese und im Hof gibt es Feste.

Unweit vom Gärtnerdorf

Dort haben auch die Mitglieder von "Rave Nations" einen freien Raum gefunden, den sie in der Corona-Zeit zu ihrem Vereinsheim umgestaltet haben. Gegründet wurde der Zusammenschluss gleichgesinnter Freunde elektronischer Musik 2016 von Danny Sauer, Sascha Beh und Dominik Jung. Die Oberräder Danny Sauer (31) und Amadeus Grineisen (27) sind heute die beiden Vorsitzenden. In Oberrad ließ sich lange Zeit kein geeigneter Raum finden. "Unser Vereinsheim war das erste Jahr bei mir zu Hause in der Buchrainstraße", erzählt Danny Sauer. "Das ging aber auf Dauer nicht, wir wollten einen eigenen Raum, wo wir uns treffen, organisieren und Musik machen und unser Equipment lagern können."

Deshalb war das mittlerweile auf 20 Mitglieder angewachsene Team überglücklich, als sie die Zusage von den Machern der "Kommune2010" bekamen. Das Vereinsheim liegt unweit vom Gärtnerdorf - über den Tellerweg geht es durchs Buchrain-Wohnviertel, das an den Teller angrenzt, hinab. "Mit dem Fahrrad brauche ich zehn Minuten", sagt Danny Sauer, der in Oberrad aufgewachsen ist.

Dass in Oberrad selbst für die Jugend wenig möglich ist, wurde auch klar, als der Verein vor zwei Jahren einen Tanztag dort veranstalten wollte: Die Grüne Scheune auf dem Sportplatz Gerbermühlstraße, wo trotz Corona des Öfteren Musikevents Tanzwütige aus der Umgebung anzogen, wurde wegen Lärmbeschwerden geschlossen, eine Woche vor dem geplanten Event.

Kurse im Musikmixen für angehende DJs

Die Stadt Offenbach erlaubt auf dem Gelände der Kommune2010 jährlich eine Handvoll Feste. Einen der Termine hat "Rave Nations" ergattert. Am 10. September legen zwischen 14 und 22 Uhr auf zwei Bühnen DJs auf, erwartet werden über 1000 Gäste. Der Eintritt kostet 18 Euro vor Ort, 14 Euro im Vorverkauf. Es gibt Foodtrucks, Upcycling-Mode und einen Stand für Drogen-Aufklärung.

Auch Rave Nations selbst stellt sich mit Infostand vor. "Wir wollen größer werden und Mitglieder anwerben", sagt Danny. Der Erlös soll zu einem guten Zweck abgegeben werden - welcher es ist, sollen die Gäste selbst mitbestimmen. Um möglichst viel Publikum zu begeistern, haben die Oberräder als "Headliner" ein weithin bekanntes DJ-Duo engagiert, "Raumakustik" aus Dresden. Die meisten Künstler an den Plattentellern sind aber aus den eigenen Reihen: Amadeus Sonrisa, Marco Kreil, Exotherm und Sascha Beh nennen sich die "Resident DJs" des Vereins. Denn gerade sie sollen die Möglichkeit bekommen, sich bei einem breiten Publikum bekannt zu machen.

"Wir bieten bei uns im Vereinsheim auch Kurse für Leute, die lernen wollen, wie man Platten auflegt und mischt", erklärt Danny Sauer. "Wir wollen Musik jedem zugänglich machen." Auch Graffiti-Workshops und etwa Makramee-Workshops sind in Planung. Schüler einer Offenbacher Schule erstellten vor zwei Jahren das Veranstaltungsdesign für die - leider geplatzte Party - als Projekt im Kunstunterricht.

Mit solchen Projekten soll es weitergehen, auch die Raves sollen wachsen, sagt Amadeus Grineisen: "Wir träumen davon, Events für 10 000 Gäste zu planen. Alles zu bezahlbaren Eintrittspreisen, ohne Kommerz. Jeder ist bei uns willkommen".

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