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Prinzessin Odette Maniema Krempin im schwarzen Kostüm und roten Ledersessel in ihrem Büro in Frankfurt.

Verwirrung um ehemalige Glamour-Frau

Odette Krempin hat Angst

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Es herrscht Verwirrung um Odette Maniema Krempin . Einige Jahre lang mischte die angebliche Prinzessin aus dem Kongo die Frankfurter Gesellschaft auf.

Es herrscht Verwirrung um Odette Maniema Krempin . Einige Jahre lang mischte die angebliche Prinzessin aus dem Kongo die Frankfurter Gesellschaft auf. Keine angesagte Party, bei der sie nicht war. Kein Empfang, bei dem sie nicht Sekt schlürfte. Kein Ball, auf dem sie nicht mittanzte.

Außerdem organisierte die „sündhaft gut aussehende“ Frau, wie ein Bekannter sie beschreibt, Benefizveranstaltungen und war Honorarkonsulin der Republik Kongo.

Doch dann kam der Verdacht der Veruntreuung von Spenden auf, die Staatsanwaltschaft ermittelte – allerdings sind die Ermittlungen eingestellt worden. Dennoch folgte der gesellschaftliche Absturz. Die Society-Lady verschwand von der Bildfläche. Zudem wurde ihr das Honorarkonsulat – wie Mit-Konsule erzählen – entzogen, das seitdem in Frankfurt auch nicht wieder besetzt wurde.

Einige Jahre später tauchte die schöne Odette wieder auf – mit einer Firma, die sich auf seltene Erden spezialisierte, wie man sie unter anderem für Handys braucht. Danach wurde es erneut still um sie.

Nun sucht die belgische Polizei nach ihr. Die Beamten interessieren sich aber nicht für ihre geschäftlichen Aktivitäten, sondern wollen von ihr wissen, wo ihr derzeitiger Lebenspartner, der Wirtschaftsberater Stephan de Witte , abgeblieben ist. Der soll im Kongo für den Schweizer Stahl- und Rohstoffkonzern Duferco in Kinshasa gearbeitet haben und wird seit Juni des vergangenen Jahres vermisst. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, könnte die Auskunft der kongolesischen Schönheit dazu beitragen, de Witte zu finden und Licht ins Dunkel eines Korruptionskandals zu bringen, in dem es um Stahlgeschäfte, Bestechung, Lotteriegeschäfte und um einen Bürgermeister geht, der zurücktrat. Dabei handelt es sich laut der Zeitung um den Rathauschef von Waterloo (Belgien). Der musste wohl sein Amt niederlegen, weil er im Duferco-Auftrag Machthaber im Kongo bestochen haben soll.

Doch damit nicht genug. Die Affäre schlägt Wellen bis nach Italien. Denn vor kurzem wurde der Italiener Antonio Gozzi , Präsident des italienischen Verbandes der Eisenindustrie Federacciai, in Brüssel verhaftet. Ebenso wie Stephan de Witte steht auch Gozzi auf der Duferco-Lohnliste – sogar als Präsident des Schweizer Stahlhandels-Konzerns. Auch in diesem Fall lautet der Vorwurf der belgischen Beamten gegen den Manager, dass er Entscheidungsträger im Kongo bestochen haben soll. Das Schweizer Unternehmen stritt bereits im Februar ab, in die Korruptionsaffäre verwickelt zu sein.

Wo sich Odette Krempin zurzeit aufhält, ist nicht bekannt. Aber sie hat Angst. Wie die französische Zeitschrift „Paris Match“ vor gut einer Woche berichtete, fürchtet sie sich – sie sei bedroht worden, falls sie sich gegenüber den belgischen Behörden äußere, erzählt sie. Doch im selben Satz sagt sie, dass sie mit diesen zusammenarbeiten möchte.

Odette ist vor einigen Jahren aus der Mainmetropole nach Berlin gezogen. Wahrscheinlich auch, um dem Trubel um ihre Person zu entgehen. Ob sie dort noch heute lebt? Keiner weiß es. Dem französischen Blatt sagt sie auch noch, dass Stephan de Witte lieber im Kongo bliebe, als nach Belgien zurückzukehren – auch er werde bedroht. Auf die Frage, ob er noch lebe, antwortet sie, dass sie das hoffe. Fügt aber noch hinzu, dass sie mit ihm seit mehr als einem Jahr keinen Kontakt mehr habe.

(es)

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