Der Durchgangsverkehr im Oeder Weg soll reduziert und damit zugleich die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Der Umbau zur fahrradfreundlichen Nebenstraße soll die Straße auch sicherer für Radfahrer machen.
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Der Durchgangsverkehr im Oeder Weg soll reduziert und damit zugleich die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Der Umbau zur fahrradfreundlichen Nebenstraße soll die Straße auch sicherer für Radfahrer machen.

Verkehr

Mehr Freiheiten für Fahrradfahrer im Nordend: Umstrittene Umgestaltung

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Auf einem Teilstück werden Maßnahmen zur fahrradfreundlichen Nebenstraße umgesetzt. Im Stadtteil ist die Umgestaltung zugunsten der Radfahrer umstritten.

Nordend -Jetzt wird so richtig Gas gegeben bei der Umgestaltung des Oeder Weges zur fahrradfreundlichen Nebenstraße: Erste provisorische Maßnahmen werden schon in den Sommerferien umgesetzt. Zumindest kündigt das der Magistrat in einer Stellungsnahme an. Offenbar haben die auffordernden Worte des zuständigen Ortsbeirates 3 (Nordend) vom Februar dieses Jahres, die geplante Umgestaltung nicht aufzuschieben und zügig anzugehen, ihre Wirkung nicht verfehlt.

Berücksichtigt wurde auch die Kritik des Stadtteilparlamentes an der Diagonalsperre an der Kreuzung Oeder Weg/Holzhausenstraße. Die ursprünglich favorisierte Lösung wird nun doch nicht umgesetzt. Der Ortsbeirat hatte darauf gedrängt, dass die Holzhausenstraße als wichtige Ost-West-Verbindung auf ihrer gesamten Länge befahrbar bleiben müsse - das wäre bei einer Diagonalsperre nicht möglich gewesen. Jetzt wird eine technische Lösung gesucht, um die Forderung zu erfüllen und zugleich die Einfahrt von Norden in den Oeder Weg zu verhindern.

Verkehr in Frankfurt: Oeder Weg im Nordend soll entlastet werden

Ein Hauptziel der Umgestaltung ist es nämlich, den Durchgangsverkehr im Oeder Weg zu reduzieren. Und so wird es auch eine Zufahrtsperre am Metropolis geben, der Verkehr gelangt so von Süden kommend nur noch über die Eschenheimer Anlage in den Oeder Weg. Neu geschaffen wird aus Richtung Innenstadt kommend eine Zufahrtmöglichkeit von der Eschersheimer Landstraße ins Parkhaus Querstraße - eine Linksabbiegespur in Gegenrichtung ist mit Rücksicht auf den Verkehrsfluss nicht vorgesehen.

Der Oeder Weg ist eine von elf Nebenstraßen, die - basierend auf dem Radentscheid und einem Stadtverordnetenbeschluss - sicherer für Radfahrer werden sollen. Im Oeder Weg sollen Längsparkplätze zugunsten von Sommergärten, Fahrradstellplätzen und mehr Grün entfallen.

Verkehr in Frankfurt: Umgestaltung im Nordend umstritten

Im Stadtteil ist die Umgestaltung sehr umstritten, das Thema polarisiert. Vor allem der Wegfall von 79 Parkplätzen ärgert Bewohner und Geschäftsleute. Rüdiger Koch, Fraktionsvorsitzender der SPD, betonte in einer der Ortsbeiratssitzungen, dass Frankfurt die Verkehrswende dringend angehen müsse, dadurch aber Konflikte programmiert seien. "Man muss aber alle mitnehmen, eine Rosskur empfiehlt sich nicht", plädierte er für eine schrittweise Umsetzung.

Deshalb werden jetzt zunächst die probeweise Sperrung der südlichen Einfahrt vom Eschenheimer Turm in den Oeder Weg sowie gestalterische Maßnahmen im unteren Teil angegangen. Auch die von der CDU-Fraktion geforderten Verkehrszählungen sind fest eingeplant. Sie sollen Erkenntnisse liefern, wie sich die Verkehrsströme auf die Nebenstraßen verteilen und ob dort dadurch Probleme entstehen.

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Einig ist man sich darüber, dass der Oeder Weg für den Anwohnerverkehr, den Lieferverkehr sowie Busse und Zweiräder ohne Einschränkungen befahrbar bleibt. Denn Ziel der Maßnahmen ist allein die Reduzierung des Durchgangsverkehrs aus nördlicher und südlicher Richtung, eine Verkehrsberuhigung und die Vermeidung von unnötigem Verkehr auf Parkplatzsuche. Ganz nebenbei soll die Straße mit einfachen gestalterischen Elementen natürlich auch aufgewertet werden .

Manfred Zieran (Ökolinx) überzeugt das Konzept trotzdem nicht. "Ich hätte aus dem Oeder Weg eine Fahrradstraße gemacht, Autos wird viel zu viel Raum in der Stadt eingeräumt, der Verkehr gehört langfristig komplett raus aus der Stadt", sagte er. Michael Mirsch (Grüne) erinnerte daran, dass es sich um einen Versuch handele und nichts in Stein gemeißelt sei. "Es ist alles provisorisch, wenn es sich nicht bewährt, kann es zurückgenommen werden." (Matthias Bittner)

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