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Ärger um Verkehrsführung im Nordend

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Von: Matthias Bittner

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Am Oeder Weg kann man nicht mehr geradeaus fahren, muss entweder links oder rechts in die Holzhausenstraße abbiegen. Um wieder auf den Oeder Weg zu gelangen, nehmen Autofahrer die Seitenstraßen.
Am Oeder Weg kann man nicht mehr geradeaus fahren, muss entweder links oder rechts in die Holzhausenstraße abbiegen. Um wieder auf den Oeder Weg zu gelangen, nehmen Autofahrer die Seitenstraßen. © christoph boeckheler*

Durch die Verkehrsführung an der Kreuzung Oder Weg/Holzhausenstraße, kommt es zu mehr Verkehr in den Nebenstraßen – zum Leidwesen der Anwohner.

Frankfurt -Eine Vorahnung davon, was da kommen würde, hatte Johannes Böhm schon im März. Damals vermutete er, dass der Verkehr in den Seitenstraßen des Oeder Weges deutlich zunehmen werde, wenn die Diagonalsperre an der Kreuzung mit der Holzhausenstraße erst einmal installiert sei. „Mit dem Verkehr ist es wie mit Wasser, das sich den Weg des geringsten Widerstandes sucht“, sagt er. Und liegt damit wohl völlig richtig.

Seine These stützt er auf Zahlen, die er selbst erhoben hat und in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend) präsentierte. Böhm stellte aber klar, dass es nicht seine Absicht sei, sich pro oder contra Diagonalsperre zu positionieren. Seine Ergebnisse könnten aber auf dem noch ausstehenden Weg zur Umwandlung des Oeder Weges in eine fahrradfreundliche Nebenstraße einfließen.

Nordend: Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung haben Nebeneffekt

Denn: Ihm fehlt ein Gesamtkonzept. Die Diagonalsperre ist eine von mehreren Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Oeder Weg. Sie sorgt dafür, dass Autofahrer an der Holzhausenstraße in Richtung Innenstadt nicht mehr geradeaus in den Oeder Weg fahren können. Sie müssen abbiegen.

Böhm war klar, dass eine Links-Rechts-Rechts-Kombination über Holzhausenstraße, Eckenheimer Landstraße und Schwarzburgstraße der schnellste Weg ist, um wieder in den Oeder Weg zu gelangen. „Da fährt man ein Mal um den Block, das dauert keine Minute länger als der direkte Weg“, sagt er. Und hat deswegen in der Schwarzburgstraße, in der er wohnt, über einen längeren Zeitraum eine Verkehrszählung gemacht.

Verkehr im Nordend: Auswertungen des Magistrats sollen bald vorgestellt werden

Die Zahlen sind eindeutig: Mit Inbetriebnahme der Diagonalsperre verdreifachte sich der Verkehr dort. Hatten vor den Osterferien noch rund 400 Fahrzeuge täglich die Schwarzburgstraße passiert, waren es danach 1200. Dass die Zahl wieder auf 600 sank, ist die Folge von Kanalarbeiten in der Glauburgstraße, die für den Durchgangsverkehr gesperrt ist und weshalb unter anderem die Fahrtrichtung in der Schwarzburgstraße und Humboldtstraße gedreht wurde. Weniger Verkehr in der Schwarzburgstraße bedeutet aber mehr Verkehr in der Humboldtstraße.

Böhms Zahlen sind insoweit interessant, weil der Magistrat Studenten der Frankfurt University of Applied Sciences mit der wissenschaftlichen Begleitung zur Umgestaltung des Oeder Weges in eine Fahrradstraße beauftragt hat. Verkehrszählungen, Befragungen von Bewohnern und Geschäftsleuten waren vorgesehen. Die Verkehrszählungen sollen laut Stefan Lüdecke, Sprecher von Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) abgeschlossen sein. Die Auswertung laufe, der Ortsbeirat werde demnächst zur Präsentation ins Verkehrsdezernat eingeladen. Allerdings sagt Böhm: „Ich habe bislang nirgendwo jemanden den Verkehr zählen sehen.“

Verkehr im Nordend: CDU kritisiert Methodik der Erhebungen

Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 3 (Nordend) wird also genau hinhören. Vorsitzende Claudia Ehrhardt hatte stets erklärt, dass die wissenschaftliche Begleitstudie mangelhaft sei. Kritik gab es für die Verkehrszählungen, die nur nach Inbetriebnahme der Diagonalsperre vorgesehen waren, nicht aber vorher. Deshalb fehle die Vergleichbarkeit. „Man weiß ja nicht, von welchem Wert man gestartet ist“, bemängelte Ehrhardt.

Das hat Böhm besser gemacht. Er hat aber nicht mit Strichliste gezählt, sondern digital. Ein befreundeter IT-Experte half ihm dabei. Die Vorrichtung Marke Eigenbau zählte vorbeikommende Objekte - darunter auch Radfahrer. (Matthias Bittner)

Bereits vor wenigen Monaten war die Verkehrssituation um den Oeder Weg herum, Thema im Ortsbeirat gewesen.

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