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Auf dieser Fläche (links ist Oberrad zu sehen) soll die Multifunktionsarena entstehen. Offenbachs neue Stadtregierung lehnt das ab.

Multifunktionsarena am Kaiserlei

Offenbacher sind gegen die Halle

Die Stadt Offenbach wird künftig von einer Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern regiert. Dies könnte das Ende der Pläne für die Multifunktionsarena am Kaiserlei bedeuten. Frankfurts Sportdezernent will aber dafür kämpfen.

In diesen Tagen sollten die Gespräche mit den beiden verbliebenen Investoren für eine Multifunktionsarena am Kaiserlei zum Abschluss geführt werden. Doch die Planungen für die Arena, die 13 000 Zuschauer fassen und auf der Stadtgrenze von Frankfurt und Offenbach errichtet werden soll, wurden nun jäh ausgebremst. Denn in Offenbach ist eine neue Stadtregierung angetreten. Und im Koalitionsvertrag von CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern steht: „Unter den Koalitionspartnern besteht Einigkeit, dass die von Frankfurt geplante Multifunktionsarena abgelehnt wird.“

Nun könnte das den Frankfurtern zunächst ziemlich egal sein, gibt es doch eine Vereinbarung zwischen beiden Städten über die Fläche, die dem möglichen Investor kostenfrei zur Verfügung gestellt werden soll. Allerdings muss die Stadt Offenbach für die Errichtung der Halle ihren Bebauungsplan ändern – und das ist nicht ohne Zustimmung der neuen Koalition im Offenbacher Rathaus möglich. Da hilft es auch wenig, dass der dortige Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) hinter dem Projekt steht – dies dürfte der neuen Regierung die Ablehnung sogar erst recht schmackhaft machen.

Die neue Offenbacher Koalition sieht auf dem Gelände am Kaiserleikreisel, der umgebaut werden soll, einen „urbanen und durchgrünten Dienstleistungsstandort“. Allerdings tut man sich in der Nachbarstadt seit Jahren schwer mit der Entwicklung dieses Gebietes. Auf die zumindest möglichen Gewerbesteuereinnahmen will die Lederstadt mit klammen Kassen aber nicht verzichten.

Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) will die Nachbarn nun aber von den Vorzügen der Halle, die bis zu 150 Millionen Euro kosten soll, überzeugen. „Wir werden uns anhören, wo die Sorgen sind“, kündigt Frank „zeitnahe Gespräche“ mit der neuen Offenbacher Stadtregierung an. „Die Halle ist auch für Offenbach eine große Chance.“ Nicht nur entstünden neue Arbeitsplätze, von der kulturellen und sportlichen Bereicherung hätten auch die Menschen in Offenbach und die Stadt etwas. „Das gehört zu den weichen Standortfaktoren.“

Der bisherige Zeitplan, der eine Entscheidung für einen der Investoren noch vor den Sommerferien vorsah, hat sich nun aber erledigt. Weitergehen soll es erst, wenn gemeinsam mit Offenbach eine Entscheidung gefallen ist. Auch den möglichen Investoren, Lagardère Sports und Anschutz Entertainment Group, sei die Problematik erläutert worden.

Die Gespräche verliefen ansonsten gut, sagt Frank. „Beide Investoren haben bereits an anderer Stelle bewiesen, dass sie solche Hallen gewinnbringend betreiben können.“ Neben Sport – im Gespräch sind die Basketballer der „Skyliners“ und das Eishockeyteam der Frankfurter „Löwen“ – soll es dort auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen geben. „Ich bleibe zuversichtlich“, sagt der Sportdezernent. Am liebsten würde er das Projekt gemeinsam mit Offenbach umsetzen. „Es gibt aber auch einen Plan B und C.“ Konkreter will er dabei aber (noch) nicht werden. seb

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