Am 3. Oktober soll die Welt auf Frankfurt schauen

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  • Inga Janovic
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So viele Gäste hatte die Stadt lang nicht mehr: Eine Million Menschen werden erwartet, wenn in Frankfurt vom 2. bis zum 4. Oktober der 25. Jahrestag der Deutschen Einheit gefeiert wird. Da ist vieles vorzubereiten.

Zumindest im Groben haben Land und Stadt inzwischen einen Plan, wie sie das Geburtstagsfest für die Republik ausgestalten wollen. Offizieller Gastgeber der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum der Wiedervereinigung ist das Land Hessen, das in diesem Jahr den Bundesratsvorsitz innehat. Wiesbaden hat entschieden, die Großveranstaltung in die „Beinahe-Landeshauptstadt“ Frankfurt zu verlegen. Die Stadt übernimmt diese Aufgabe gern, denn der Festakt werde „die Scheinwerfer der ganzen Welt“ auf diese Stadt richten.

Wohl auch deshalb hat Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Vorbereitungen auf das große Fest zur Chefsache erklärt und sein Büro, beziehungsweise die ihm unterstehenden Ämter sowie die Tourismus und Congress GmbH und die Wirtschaftsförderung mit der Planung und Vorbereitung beauftragt. In dieser Woche verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung, die bereits den städtischen Zuschuss in Höhe von 1,29 Millionen Euro genehmigt hatte, ein erstes Konzept, was an dem Festwochenende geboten werden soll.

Demnach sind die Eckpfeiler des Programms ein Festakt in der Alten Oper, ein Gottesdienst im Kaiserdom und der Auftritt der 16 Bundesländer sowie der fünf Verfassungsorgane (Bundestag, Bundesrat, Bundesverfassungsgericht, Bundespräsident und Bundesregierung) entlang der sogenannten „Ländermeile“. Diese wird allen Besuchern offenstehen, zu den Festakten in der Alten Oper und im Dom werden Bundes- und Landesregierung einladen. Aus den Reihen der Frankfurter Politiker können sich bislang nur der Oberbürgermeister und der Stadtverordnetenvorsteher sicher sein, dass sie dabei sein werden. Wer noch alles auf die Gästeliste rückt, bleibt abzuwarten. Vorrang haben natürlich Gäste von nationalem Rang, zudem ist bislang nicht bekannt, ob, und wenn ja, wie viele ausländische Staatsgäste zum Festakt nach Frankfurt kommen. Grundsätzlich geht man in Wiesbaden von hohem Besuch aus, schließlich feiert man das 25. Jubiläumsjahr.

Weil Frankfurt seine großen Feste in der jüngsten Zeit alle in der Innenstadt ausgerichtet hat, soll auch die „Ländermeile“ dort Platz finden. Das klingt einfacher als gedacht, denn die Länder werden nicht mit Infoständen, sondern großen Zelten anreißen, wie man sie sonst nur vom Münchner Oktoberfest oder Messen kennt. Eine Delegation aus Frankfurt war im vergangenen Jahr extra in die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover gereist, um sich die dortigen Feierlichkeiten zum dritten Oktober anzuschauen und um abzuschätzen, wie viel Platz in Frankfurt gebraucht wird.

Rossmarkt und Goetheplatz, Hauptwache, Paulsplatz und Mainufer sollen zusammen genug Fläche für die großen Auftritte bieten. Auf die Straßen drängen nicht nur Bund und Länder, auch Kirchen, Verbände, Sportorganisationen und Sponsoren aus der Wirtschaft wollen sich am Feiertag präsentieren. Zudem brauchen Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr Platz für ihre Bereitschaften. Um all das zu gewährleisten, gibt es Überlegungen, die gesamte Innenstadt samt Anlagenring und Berliner Straße für den Autoverkehr zu sperren.

Mit der Detailplanung für die Platzverteilung ist derzeit eine Agentur in Stuttgart befasst. Einen Platz hat sich allerdings die Stadt bereits reserviert: An der Hauptwache will Frankfurt seinen sichtbaren Beitrag zum Fest leisten, eine große Bühne soll insgesamt 25 Stunden von lokalen und nationalen Künstlern bespielt werden. „Das Besondere ist ja, dass diesmal nicht nur am 3. Oktober, sondern vom 2. bis zum 4. Oktober gefeiert wird“, sagt Kolja Müller, Referent im OB-Büro. Im Frankfurter Bühnenprogramm könnte auch die Traditionsveranstaltung „Jazz zum Dritten“ ihren Platz finden. Der 4. Oktober soll zudem ein verkaufsoffener Sonntag sein, so dass auch die Geschäftsleute vom Besucherstrom nach Frankfurt profitieren können.

Gut ein Drittel des Frankfurter Festetats von knapp 1,29 Millionen Euro sollen in das Bühnenprogramm fließen, weitere 150 000 Euro können die Dezernate Kultur, Sport, Soziales und Bildung für Veranstaltungen ausgeben. 550 000 Euro hat die Stadt veranschlagt, um die notwendige Infrastruktur, von der Wasserversorgung bis zur Müllabfuhr, bereitzustellen. Das Land hat 3 Millionen Euro für den 3. Oktober vorgesehen.

Das Frankfurter Geld wird eine gute Investition sein. „Für Frankfurt und sein Bild in der Welt wird sehr viel Gutes abfallen“, kündigte das OB-Büro an. Schließlich hat die Deutsche Zentrale für Tourismus den Auftrag erhalten, die Stadt am Main und ihr Fest zur Wiedervereinigung weltweit zu vermarkten. Zudem werden Fernsehanstalten und Agenturen die Bilder vom Einheitsfest in die gesamte Welt senden, so dass Fachleute die Werbewirkung für Frankfurt für so groß halten, dass er sich „durchaus in einen zweistelligen Millionenbetrag“ umrechnen lasse.

(wyg, ing)

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