"heute show"- und Fußball-Moderator Oliver Welke in der Altstadt. Er nahm an einer Diskussion zum Thema Satire und Politik teil. Auf die EM verzichtet er dieses Jahr. Er macht mal Urlaub.
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"heute show"- und Fußball-Moderator Oliver Welke in der Altstadt. Er nahm an einer Diskussion zum Thema Satire und Politik teil. Auf die EM verzichtet er dieses Jahr. Er macht mal Urlaub.

Star in der Stadt unterwegs

Oliver Welke über die Eintracht: „Hat mir total leidgetan“

  • vonEnrico Sauda
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Am ersten Urlaubstag ging es für den Moderator in Frankfurt an den Main.

Frankfurt – Gestern war sein erster Urlaubstag, und Comedian und Moderator Oliver Welke, aus der "heute-show" bekannt, düste in die Hauptstadt des Humors. In der evangelischen Akademie in Frankfurt stieg "Politik an der Scherzgrenze" - und darum ging's bei dieser hybriden Veranstaltung: Teilnehmer, Zuschauer vor Ort und die an den Monitoren schlugen sich mit der Frage herum, was Satire und Kabarett zur politischen Bildung in unserer Gesellschaft beitrage. Sind humorvolle Formate wie die "heute-show" und "Die Anstalt" die besseren Tagesthemen? Oder sorgen sie im Gegenteil für eine Entpolitisierung?

Welke machte mit dem Politiker Marco Bülow , einst SPD, "Die Partei", und Dennis Lichtenstein vom Lehrstuhl für Politische Kommunikation an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt den Anfang dieser Tagung, die über den ganzen Tag ging. Unter der Moderation von Dietrich Krauß , Journalist und Kabarettredakteur, tauschten sie sich über "Humor meets Politik. Wie das eine mit dem anderen zusammenpasst" aus.

Praktikum in Frankfurt: Oliver Welke erinnert sich

Mit Frankfurt verbindet Oliver Welke eine ganz eigene Geschichte. "Ich habe mein allererstes Praktikum, das ich im Studium gemacht habe, hier in Frankfurt bei der Werbeagentur James Walter Thompson absolviert", erinnert sich der 55-Jährige. "Als ich noch so überhaupt nicht wusste, was ich machen wollte." Eins wurde ihm, Praktikum sei Dank, schnell klar: "In einer Werbeagentur zu arbeiten, ist es nicht."

Vergangenen Freitag lief die letzte "heute-show" vor der Sommerpause, doch für Oliver Welke wird es ein etwas anderer Urlaub als sonst. Denn obwohl in diesem Jahr die Fußball-Europameisterschaft über die Bühne geht und Welke solche und ähnliche sportliche Großereignisse für gewöhnlich moderiert - oft von Torwart-Titan und Vornamensvetter Oliver Kahn unterstützt -, wird er dieses Mal nicht dabei sein.

Was macht er nur mit seiner ganzen Zeit? "Ach, ich habe noch so ein paar andere Dinge auf meinem Zettel stehen", gibt er sich geheimnisvoll. Aber natürlich will er die Europameisterschaft verfolgen - gerade jetzt, wo die Vorzeichen so gut stehen, weil die U21 den Titel gewonnen hat. Aber die Entscheidung, die Europameisterschaft der A-Nationalmannschaft nicht zu moderieren, sei eine bewusste gewesen. "Wenn die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Katar stattfindet, dann könnte ich nicht, weil ich dann die ,heute-show' moderiere. Deshalb habe ich beschlossen, mal auszusetzen, weil ich gedacht habe, dass der Generationswechsel gut käme - und so hat es der Sender, das ZDF, auch gesehen", sagt Fußballexperte Welke, der der deutschen Mannschaft beim anstehenden Turnier etwas zutraut. "Mit der Rückkehr von Mats Hummels und Thomas Müller ist das eine gute Mischung zwischen alt und jung. Aber wir dürfen, das hat mir die Erfahrung gezeigt, die Messlatte nicht zu hoch hängen. Ich freue mich auf das Turnier", so Dortmund-Fan Welke, der in dieser Saison auch Eintracht Frankfurt genauer beobachtet hat.

"Das hat mir total leidgetan, dass sich die Mannschaft auf den letzten Metern nicht belohnt hat. Und es ist dann doch auffällig, dass es zeitlich zusammenfällt mit der Entscheidung von zwei Schlüsselakteuren, wegzugehen." Sollte das tatsächlich einen Einfluss auf die Profis haben, fände er das ein wenig seltsam. "Solche Profis sollten in der Lage sein, eine solche Saison vernünftig zu Ende zu bringen. Aber anscheinend macht es doch irgendwas mit den Köpfen der Spieler." (es)

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