Eintracht Frankfurt

Omar Mascarell wechselt zum FC Schalke 04

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Real Madrid holt Mascarell mit der Rückkauf-Option aus Frankfurt zurück und veräußert ihn an Schalke 04 weiter. Da kann die Eintracht noch nicht mithalten.

Gestern Nachmittag liefen schon erste Aufnahmen von Omar Mascarell in seiner neuen Heimat über den Boulevard. Die Bild-Zeitung zeigte auf ihrer Internetseite den bislang in Diensten von Eintracht Frankfurt stehenden Mittelfeldmann in Begleitung von Beratern irgendwo in Gelsenkirchen, wo er am Donnerstag den für ein Anheuern bei Schalke 04 obligatorischen Medizincheck hinter sich brachte. Am frühen Abend wurde der Umzug dann als vollendet vermeldet. Keine große Überraschung mehr, bei den Adlerträgern hatte man sich damit schon halbwegs abgefunden – so gerne die Verantwortlichen Mascarells Engagement am Main verlängert hatten.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir ihn verlieren, ist relativ groß“, hatte Sportdirektor Bruno Hübner vor ein paar Tagen bereits rekapituliert, und er räumte ebenfalls ein: „Die Kombination von Ablöse und Gehälter, die die Topclubs zahlen können, macht es uns schwer. So weit sind wir noch nicht.“ Auch im Fall von Mascarell. Eine zweistellige Kaufsumme hatte die Eintracht vielleicht noch aufgebracht, aber nicht einen solchen Jahreslohn. In königsblauen Farben dürfte Mascarell jährlich sechs Millionen Euro einstreichen – was gut das Doppelte von dem ist, was in Frankfurt aufs Konto hätte fließen können.

Noch einen Tick höher aufgestockte Bezüge sollen angeblich Senkrechtstarter Ante Rebic angeboten werden, um ihm, dann als Eintracht-Spitzenverdiener, einen Verbleib schmackhaft zu machen. Gut möglich freilich, dass auch er weiterzieht, vor allem wenn er bei der Weltmeisterschaft weiter so auftrumpft, zu größeren Fleischtöpfen. So wie Lukas Hradecky, der von Bayer Leverkusen 5,5 Millionen Euro bekommt, und Marius Wolf, den Borussia Dortmund mit sagenhaften sieben Millionen lockte.

In der Bankenmetropole Frankfurt indes dürfte das Gehaltsgefüge zwar leicht ansteigen, aber trotzdem nicht allzu weit über drei Millionen Euro begrenzt sein. Obwohl die Eintracht auch für die Geldhäuser der Stadt wieder in Mode gekommen ist und durch den Pokalsieger-Bonus und bevorstehende Europareisen, gutes Marketing und geschicktes Geschäftsgebaren neben dem fußballerischen auch auf dem finanziellen Sektor vorangekommen ist. Der Personaletat dürfte zur neuen Saison erstmals die 50-Millionen-Marke überschreiten, für sommerliche Verpflichtungen vielleicht sogar noch etwas mehr als die 20, 25 Millionen aus dem vorigen Jahr in der Kasse stecken.

Das ist hilfreich: Noch fehlen mindestens fünf frische Kräfte. Ein Innenverteidiger,, ein Stürmer, dazu zwei schnelle Außenbahnspieler – auf solche setzte der neue Trainer Adi Hütter zuletzt bei Young Boys Bern gerne. Und ein Mittelfeld-Sechser, als Ersatz für Mascarell. Von Real Madrid erhält die Eintracht vier Millionen Euro, weil die Könglichen die beim Wechselgeschäft vor zwei Jahren vereinbarte Rückkaufoption zogen – um ihn prompt gewinnbringend zu den Königsblauen weiterzureichen, für etwas mehr als zehn Millionen .

„Danke Frankfurt für Deine Gastfreundschaft, danke dass Du mir Heimat warst, Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen behalten“, schrieb Mascarell in einer Internet-Abschiedsbotschaft. „Unser Sieg im DFB-Pokalfinale und der grandiose Empfang in Frankfurt sind das Größte, was ich in meiner Karriere bislang erleben durfte.“ Bei Schalke unterschrieb der 25-jährige Spanier bis 2022. „Er ist ein Spieler, der uns gut tun wird“, lobte Trainer Domenico Tedesco. „Er ist lauf- und zweikampfstark und zudem spielintelligent.“

In Frankfurt hat man diese Fähigkeiten auch geschätzt – obwohl Mascarell wegen Verletzungen im zweiten Eintracht-Jahr nur zwölf Spiele bestritt. Nun hat er es in die Champions League geschafft, zu Bundesliga-Vize Schalke, der so eine Planstelle geschlossen hat. In Frankfurt wiederum gibt es noch Lücken im Kaderbau, kurz vor dem Trainingsstart am Montag. Bruno Hübner ist da gelassen. Wegen der WM ist Geduld gefragt, bis der Transfermarkt in Schwung kommt. „Wir haben gute Spieler in der Pipeline, es gibt gute Alternativen“, versicherte Hübner schon. Da müsse keiner Angst haben, dass die Mannschaft auseinanderbricht. Auch wenn der nächste Pokalsieger weg ist.

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