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Omikron verhagelt Frankfurts Verliebten das Traumdatum

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Von: Sarah Bernhard

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Eine Frau im Kleid und ein Mann im Anzug halten ihre Hände zusammen und darin einen Blumenstrauß, im Hintergrund ist ein Steingebäude.
Im Römer in Frankfurt am Main "Ja" sagen wollen am 22.02.2022 nicht ganz so viele Paare wie sonst üblich an besonderen Daten. © picture alliance/dpa

Nur wenige Paare heiraten in Frankfurt am Schnapszahl-Datum 22. Februar 2022. Neben der Corona-Variante Omikron gibt es dafür aber auch einen weiteren Grund.

Frankfurt – Wer an einem Schnapszahl-Datum heiraten möchte, hat in der Regel nicht viel Auswahl, wenn er nicht jahrelang warten will. Der 22. Februar, oder schöner der 22.02.2022, wäre ein solches Datum. Einer der schönsten Orte zum Heiraten in Frankfurt und Umgebung ist dabei der Römer.

Doch nur elf Paare trauen sich an diesem Tag im Römer in Frankfurt. Das ist deutlich weniger als an anderen Schnapszahl-Daten. So gaben sich etwa am 20.02.2020 19 Paare das Ja-Wort – im Römer sowie im Emmerichpavillon des Bolongaropalasts in Höchst. Am 07.07.2007 heirateten gar 31 Paare, 16 im Römer, 15 im Emmerichpavillon.

Schnapszahl-Hochzeit: Corona-Variante Omikron verhagelt Frankfurter Paaren Pläne

Auch insgesamt liegt die Zahl der Trauungen niedriger als in den Jahren vor der Pandemie: 2021 wurden in Frankfurt 2768 Ehen geschlossen, 2020 waren es 2700. 2019 heirateten 3068 Paare, ein Jahr zuvor wurden 3197 Hochzeiten gefeiert. Ein möglicher Grund: Auch in dieser Woche steigen die Corona-Inzidenzen in Hessen weiter an. Wegen Corona hatte selbst Eintracht-Frankfurt-Torwart Kevin Trapp seine Traumhochzeit bereits verschoben.

Dass sich am 22. Februar dieses Jahres nur elf Paare trauen, liegt neben Corona aber wohl auch an der Jahreszeit: Neben Januar, März, April und November gehört laut Andrea Hart, der Leiterin des Frankfurter Standesamts, auch der Februar zu den für Hochzeiten weniger nachgefragten Monaten.

Möglicherweise ist eine Hochzeit an einem Schnapszahl-Datum aber auch gar nicht so erstrebenswert, wie viele annehmen: Eine Studie der Uni Melbourne aus dem Jahr 2016 hat ergeben, dass Paare, die sich an besonderen Daten trauen lassen, ein höheres Scheidungsrisiko haben.

Hochzeit in Frankfurt: Schnapszahl-Ehepaare passen laut Studie seltener zusammen

Dafür untersuchten die Forscher mehr als eine Million niederländische Ehen. Das Ergebnis: Fünf Jahre nach der Eheschließung waren rund acht Prozent der Ehen zerbrochen, die an normalen Daten geschlossen wurden, aber zehn Prozent derjenigen mit besonderem Hochzeitsdatum.

Grund dafür, so die Forscher weiter, sei nicht das Datum an sich, sondern Eigenschaften der Paare, die sich für Ihre Hochzeit ein Schnapszahl-Datum aussuchten. Solche Heiratswilligen seien wahrscheinlicher älter, schon einmal geschieden, brächten Kinder mit in die Ehe oder hätten weniger Gemeinsamkeiten als Menschen, die sich für ein gewöhnliches Hochzeitsdatum entscheiden.

Alles Faktoren, die das Scheitern einer Ehe wahrscheinlicher machen. Für alle, die dennoch an einem besonderen Datum heiraten wollen, böten sich als Nächstes der 22.11.2022 oder der 02.03.2023 an. Allerdings liegen auch diese beiden Daten eher in unbeliebten Monaten. (Sarah Bernhard)

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