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Die Freundinnen Nadja Herzog (im Uhrzeigersinn von links) Maika Kirchhoff, Sybille Ries, Gabi Müller, Heidi von Lohr und Yvonne Herzog stoßen an.

Gasthauses „Zur Sonne“

Online-Petition zum Erhalt der Traditions-Gaststätte unterzeichnet

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Das Gelände des Traditions-Gasthauses „Zur Sonne“ in Bornheim soll verkauft werden: Per Online-Petition setzen sich Bürger dagegen zur Wehr. Nun hat sie ihr Ziel von 4000 Stimmen erreicht und soll an Oberbürgermeister Peter Feldmann übergeben werden. An ihrem Ziel, das Gasthaus zu erhalten, sind die Initiatoren jedoch noch lange nicht.

Die Ankündigung, dass das altehrwürdige Gasthauses „Zur Sonne“ in Frankfurt Bornheim verkauft und somit geschlossen werden soll, hat viele Liebhaber des kultigen Lokals schwer getroffen. Thomas Becker ist seit 18 Jahren Nachbar der Gaststätte und schritt zur Tat: Er startete eine Petition auf dem Online-Portal Open-Petition und feiert nun seinen ersten Erfolg.

4000 Stimmen wollte er zusammenbekommen, um ein aussagekräftiges Quorum zu erreichen. Nun hat er dieses Ziel geschafft – und noch sind zehn weitere Tage Zeit, um Stimmen zu sammeln. Diese Zeit will Becker abwarten, doch er freut sich, dass er endlich die Übergabe der Petition an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) planen kann.

Becker weiß viele Menschen hinter sich, die sich ein Bornheim ohne „Die Sonne“ nicht vorstellen können. Schon nach zwei bis drei Wochen seien rund 50 Prozent der nötigen Unterschriften zusammengekommen, erzählt er.

Doch um die restlichen Stimmen zu erhalten, war harte Arbeit nötig. Viel Unterstützung erhielt Becker dabei auch von anderen Gastwirten in Bornheim. Aber oft stand er selbst auf dem Fünffingerplätzchen und bat Passanten um ihre Stimme für einen Fortbestand der „Sonne“. Nach zweieinhalb Monaten hat sich diese Arbeit nun gelohnt und die Petition kann dem Oberbürgermeister übergeben werden. Dabei ist sich Becker durchaus im Klaren darüber, dass Feldmann keine Wunder vollbringen kann. Und auch die Möglichkeit, dass die Stadt das Anwesen aufkaufen wird, hält er für unwahrscheinlich.

Doch Becker hofft, dass der Oberbürgermeister als Fürsprecher und Netzwerker helfen wird, Menschen an einen Tisch zu bekommen, die eine Lösung finden können. Doch das wird nicht einfach: Wer auch immer das alte Fachwerkgebäude übernimmt, sieht sich Investitionskosten in Millionenhöhe gegenüber.

Becker macht sich daher viele Gedanken, welche Möglichkeiten es gibt, das Gasthaus zu erhalten. Zusammen mit dem erst kürzlich gegründeten Kulturverein „InterEsse“, plant er das Gasthaus als Gastronomie und Location für Kulturveranstaltungen weiterzuführen. Ein Finanzierungskonzept steht noch aus, auch eine Schwarm-Finanzierung (Crowdfunding) hält Becker für möglich. Doch einen Gastronomen konnte er bislang noch nicht für seine Rettungsmission begeistern.

Doch zunächst ist für Becker wichtig die Petition bald erfolgreich abschließen zu können. Mit der Hilfe des Oberbürgermeisters Feldman hofft er, das Gasthaus mit einem neuen Konzept am Leben zu halten.

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