Hat einige Ideen, wie es nach der Corona-Zwangspause mit dem Kino und dem Restaurant von Orfeos Erben weitergehen soll: Betriebsleiterin Betsy Hermsen. Kurz vor der Pandemie hatte sie der Betreiber r angeheuert. FOTOs: rainer rüffer
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Hat einige Ideen, wie es nach der Corona-Zwangspause mit dem Kino und dem Restaurant von Orfeos Erben weitergehen soll: Betriebsleiterin Betsy Hermsen. Kurz vor der Pandemie hatte sie der Betreiber r angeheuert.

Frankfurter Lichtspielhaus

Orfeos Erben sind zurück

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Restaurant und Kino in Bockenheim öffnen am Montag - Vorpremiere von "À la carte!"

Es ist eher die Ausnahme, dass kleinere Programmkinos für eine Vorpremiere ausgewählt werden. Deshalb fühlt sich Betsy Hermsen auch geehrt, dass am 15. Oktober im Orfeos Erben "À la carte! - Freiheit geht durch den Magen" zu sehen ist. Offizieller Kinostart der Komödie von Eric Besnard in Deutschland ist nämlich erst am 25. November.

Damit steht in der Hamburger Allee 45 nach der Corona-bedingten Zwangspause gleich ein Höhepunkt bevor. Das Kino und der Restaurantbetrieb waren seit dem ersten Lockdown im März 2020 geschlossen. Kommenden Montag (11. Oktober) steht nun der Restart bevor. Und wie könnte es nach so einer langen Pause auch anders sein: Das ganze Team fiebert diesem Tag entgegen, wie Hermsen berichtet.

Als Betriebsleiterin kümmert sie sich darum, dass der Laden läuft und die Zahlen, also Einnahmen, stimmen. Sie entwickelt Konzepte und Ideen für die künftige Ausrichtung von Restaurant und Kino - die Vermarktung der Räume als Veranstaltungsort spielt dabei eine große Rolle. Unterstützt wird sie dabei von Antje Witte, die das Kinoprogramm verantwortet, und Laura Arnold. Orfeos-Betreiber Andreas Lucas hatte Hermsen 2019 geholt. "Damals war die wirtschaftliche Lage nicht rosig", sagt sie. Ihre Aufgabe: Neues umsetzen, um das zu ändern. Doch dann kam Corona.

Lüftungsanlage erneuert

Natürlich sei in den vergangenen 18 Monaten auf den Tag der Wiedereröffnung hingearbeitet worden. Eine neue Lüftungsanlage sei installiert worden. Das Restaurant sei mit neuer Musik- und Videotechnik ausgestattet worden. Etwa 80 000 Euro sei alles in allem investiert worden.

Mit Mariano Caiazza sei ein neuer Küchenchef eingestellt worden. Gemeinsam mit ihm sei die Karte neu ausgerichtet worden. "Die Karte entspricht jetzt dem Zeitgeist und ist viel kleiner", sagt Hermsen. Gäste dürfen sich ab sofort auf eine leichte, kohlenhydratarme Küche freuen. Eine weitere Neuerung: Unter dem Stichwort "Opendoors" laufen künftig ausgewählte Kurzfilme. "Manchmal müssen Gäste sich etwas gedulden, ein Kinobesuch verkürzt die Wartezeit", sagt Hermsen. Eigentlich sei das Angebot nur für Gäste konzipiert, aber es werde nicht kontrolliert - wer also schnell mal einen Kurzfilm anschauen wolle, werde nicht gleich abgewiesen.

Die Kurzfilme werden aber nicht täglich auf der Leinwand flimmern. Denn das neue Konzept für das Orfeos Erben baut zu einem Großteil auf Firmenveranstaltungen auf. Unternehmen können die kompletten Räume - Restaurant und Kino- für Teambuilding oder Coaching buchen und die vorhandene Technik gleich mit nutzen. Filme können auf der Leinwand gezeigt werden. Auch Streaming sei möglich und die Küche versorge die Teilnehmer mit Essen und Trinken. "Wir wollen den Charakter des Orfeos Erben aber beibehalten", verspricht Hermsen, dass die Firmenveranstaltungen auf keinen Fall überhand nehmen.

Hermsen hat aber noch mehr Neues auf dem Schirm: Unter dem Motto "Frankfurt, Main Frankfurt" ist eine Reihe geplant, die lokalen Institutionen und Innovationen eine Plattform bietet. Start ist für Ende 2022 geplant. Und demnächst könnte der Orfeos-Oscar verliehen werden. "Das Konzept liegt schon in der Schublade", sagt Hermsen. Es sei auf Nachwuchsfilmförderung zugeschnitten.

Französische Küche für Genießer

Passend zum Anlass wird es zur Vorpremiere am Freitag, 15. Oktober, ein Spezial geben. Zum Empfang wird Cremant gereicht, natürlich gibt es ein formidables, französisches Menü dazu. 45 Euro kostet das Paket pro Person, gebucht werden kann per Mail an Antje.Witte@orfeos.de. Die Komödie spielt übrigens im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Zu Beginn der Französischen Revolution war die Gastronomie noch Vorrecht der Aristokraten. Als der Koch Manceron entlassen wird, verliert er die Lust am Kochen. Gemeinsam mit der geheimnisvollen Louise fasst er wieder Mut, die beiden beschließen deshalb, das allererste Restaurant Frankreichs zu gründen. Matthias Bittner

Orfeos Erben

Öffnungszeiten des Restaurants und Kinoprogramm unter www.www.orfeos.net

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