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Die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim.

Medizin

Orthopädie integrieren: Friedrichsheim soll zur Uniklinik

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Mit einer Privatisierung hat es nicht geklappt. Nun gibt es Überlegungen, die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim in die Uniklinik zu integrieren.

Die Konstruktion ist ungewöhnlich: Streng genommen verfügt das Frankfurter Universitätsklinikum über keine eigene, klassische Orthopädie. Zwar ist die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim seit 2007 eine Tochtergesellschaft der Uniklinik, aber sowohl organisatorisch als auch räumlich sind beide Häuser getrennt. So getrennt, dass das Land Hessen zwischenzeitlich sogar auf der Suche nach einem Käufer für die wirtschaftlich angeschlagene Friedrichsheim war. Vergebens.

Nun gibt es Überlegungen, die Orthopädie in die Uniklinik zu integrieren. So steht es auch im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung: „Zudem wollen wir die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen zur organisatorischen und baulichen Integration der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in die Universitätsklinik Frankfurt schaffen, um diesen wichtigen Zweig auf Universitätsniveau zu erhalten.“ Seit vergangenem Jahr bereits ist der neue Kaufmännische Direktor der Uniklinik, Adrian Lucya, als Geschäftsführer der Friedrichsheim eingesetzt.

Aktuell würden „infrastrukturelle, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geprüft, unter denen die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim in das Universitätsklinikum erfolgreich integriert werden könnte“, bestätigt auch Uniklinik-Sprecherin Theresa Seubold auf Anfrage. Nicht nur organisatorisch, sondern auch räumlich sollen die Kliniken zusammenrücken. Die universitätsmedizinische Versorgung beider Häuser bedürfe „einer entsprechenden technischen und baulichen Infrastruktur“. In den vergangenen Jahren hat das Land Hessen rund 750 Millionen Euro in die Modernisierung und bauliche Weiterentwicklung des Uniklinik-Campus’ investiert.

Info: Entstanden aus der Krüppelfürsorge

Die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: 1909 gründete sich, damals noch in Wiesbaden der „Verein für Krüppelfürsorge für den Bezirk Wiesbaden-Frankfurt/Main“, aus dem später das Friedrichsheim hervorging. Dieses nahm am 17. Oktober 1914 in der heutigen Marienburgstraße 2 mit 80 bis 100 Betten seine Arbeit auf, damals noch als Reservelazarett. Namensgeber war Friedrich König, der verstorbene Mann der Stifterin Elisabeth König. Die Universität Frankfurt am Main verlieh dem „Friedrichsheim“ den Titel als „Orthopädische Universitätsklinik“, um die Einrichtung fortan zu nutzen. 1974 wurde der Verein zur Stiftung umgewandelt. Seit 2007 fungiert die Friedrichsheim samt der dazugehörigen Schule für Physiotherapie als gemeinnützige GmbH. Das Universitätsklinikum hält seither 94 Prozent der Anteile, die Goethe-Universität 4 Prozent. Heute verfügt das Haus nach eigenen Angaben über 90 stationäre Betten und beschäftigt etwa 300 Mitarbeiter. stef

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