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Ortsbeirat diskutiert über Frankfurter Kunstsäule

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Von: Alexandra Flieth

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Kunst-Kreislauf. FOTO: menzel
Kunst-Kreislauf. © Holger Menzel

Finanzierung fürs Folgejahr noch nicht gesichert

Vor fünf Jahren initiierten Florian Koch und Daniel Hartlaub ihr Projekt der Frankfurter Kunstsäule. Dreimal jährlich wird seitdem die Litfaßsäule unweit des Brückenspielplatzes von Künstlern vorwiegend aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet gestaltet. Gerade in den Zeiten des Lockdowns, in denen Kunst und Kulturorte wie Museen und Galerien ihre Türen für Besucher schließen mussten, zeigte sich das Besondere ihrer Idee. Passanten und Nachbarn bietet das Projekt an allen Tagen der Woche Kunst im öffentlichen Raum - rund um die Uhr und kostenlos.

Vertrag bis Ende 2024

"Wir haben einen Sondernutzungsvertrag mit dem Grünflächenamt, nach dem wir mindestens bis Ende 2024 unsere Ausstellungstätigkeit am Brückenstraßenspielplatz umsetzen können. Aber die Finanzierung müssen wir jedes Jahr aufs Neue auf die Beine stellen. Das Kulturamt Frankfurt ist da von Anfang an für uns erster Partner, aber auch dem Ortsbeirat 5 kommt eine wichtige Bedeutung zu", sagt Florian Koch. Er erzählt, dass sie seit dem Start des Projektes zahlreiche positive Reaktionen unter anderem von Anwohner bekommen hätten. So gehöre für Anwohnerin Sonja Clemente die Kunstsäule zum Ensemble des Brückenparks wie die Grabsteine und das Haus der Elterninitiative E.I.S. Auch Nachbarin Ines Cakir will das Projekt nicht mehr missen.

Koch und Hartlaub hoffen, dass das Projekt für 2022 durch den Ortsbeirat 5 mit unterstützt wird. Ein gemeinsamer Antrag von Grünen, FDP und BFF im Ortsbeirat befürwortet, die Frankfurter Kunstsäule auch weiterhin mit einem Höchstbeitrag von 2000 Euro aus dem Ortsbeiratsbudget zu unterstützen. Begründet wird dies damit, dass Anwohner, Kunstinteressierte und Passanten sich gleichermaßen an den Wechselausstellungen erfreuen, die gewohnte Denkmuster und Perspektiven hinterfragen und aufbrechen würden. Die Abstimmung über den Antrag wurde auf der vergangenen Sitzung des Stadtteilgremiums jedoch auf die kommende Sitzung Ende Januar 2022 verschoben.

Das Projekt eröffne mit seinem niedrigschwelligen Zugang die Möglichkeit, auch Menschen zu erreichen, die sonst vielleicht nicht in ein Museum oder eine Galerie gehen würden, beschreibt es Rainer Klapproth, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Ortsbeirat 5. Das Projekt baue Berührungsängste mit der Kunst ab und fördere die Auseinandersetzung. Zudem sei es gerade in den aktuellen Zeiten für Künstler eine Möglichkeit auszustellen.

Kulturamt soll mehr Geld geben

Doch was die Finanzierung betrifft, sind nicht alle Fraktionen selber Meinung. Dass die Idee der Kunstsäule eine Bereicherung ist, empfindet zwar auch der Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der CDU im Ortsbeirat 5, Martin-Benedikt Schäfer. Er betont jedoch, dass das Projekt seit 2017 mit mehreren Tausend Euro durch den Ortsbeirat unterstützt worden sei und eine stärkere Förderung durch das Kulturamt wünschenswert wäre. Schäfer sieht hier noch Diskussionsbedarf.

Ähnlich Jan Binger, Fraktionsvorsitzender der SPD, der ebenfalls das Projekt an sich lobt, jedoch auch darauf hinweist, dass es Aufgabe des Gremiums sei, konkrete Projekt vor Ort zu unterstützen, jedoch nicht über Jahre hinweg. Das sei auch bereits früher schon so kommuniziert worden. Hinzu käme, dass die Mittel des Ortsbeirats begrenzt seien. Argumente, die grundsätzlich gegen eine weitere Förderung des Projekts herangezogen werden könnten. Dennoch sei noch keine abschließende Entscheidung gefallen. Zu überlegen wäre auch, welche alternativen Förderungsmöglichkeit durch die Stadt oder Land zur Finanzierung des Projekts zur Verfügung stehen könnten. Alexandra Flieth

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