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Nicht unumstritten aber mit sich selbst zufrieden: SPD-Mann Oliver Strank, Vorsteher im Ortsbeirat 1, der für die Alt- und Innenstadt, das Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus und Gutleut zuständig ist. Bei den Bundestagswahlen 2021 will er den Sprung nach Berlin schaffen.

Innenstadt: Kommunalpolitik

Ortsvorsteher strebt nach höheren Weihen

  • vonGernot Gottwals
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Nochmals den Bundestag im Visier. Die SPD vor Ort stellt sich neu auf.

Der Ortsbeirat ist als Stadtteilparlament ein Sprungbrett für die Politik im Römer oder sogar in den Land- oder Bundestag. Dorthin, wo die Politik meist zum Hauptberuf wird. Diese Entwicklung zeichnet sich nun auch in der SPD im Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) ab.

Fraktionschefin zieht es gen Römer

Dort werden Ortsvorsteher Oliver Strank und die Fraktionsvorsitzende Anna Pause bei der nächsten Kommunalwahl im März kommenden Jahres nicht mehr für den Ortsbeirat antreten. "Es war eine schöne und lehrreiche Zeit mit Erfolgen wie unserem eigenen Ortsbeiratsbudget und einer wenigstens probeweisen Schließung des Mainkais für den Verkehr. Doch nun will ich mich ganz auf meine zweite Chance für ein Bundestagsmandat konzentrieren", bilanziert Strank. Pause kandidiert auf Listenplatz 20 für den Römer, auch Helgo Müller (71) überlässt nach über 30 Jahren Amtszeit das Feld einer neuen Generation, zu der Tanja Ayesha Pösl, Nina Czerwenka, Robin Brünn und Sajawel Ahmed gehören. So setzt die Liste für die nächste Kommunalwahl nur noch mit Clemens Schubert auf ein bekanntes Gesicht. Er kandidiert auf Platz zwei und möchte sich zukünftig um die Wohnpolitik kümmern und gegen die Gentrifizierung und die Verdrängung angestammter Mieter aus den Wohnquartieren vorgehen.

Tanja Ayesha Pösl aus dem Gallus arbeitet bei der Deutschen Bundesbank und wurde auf den ersten Platz der Liste gewählt. Sie möchte sich zukünftig um die Verkehrspolitik kümmern und dafür sorgen, dass die nötigen Investitionen in den Rad- und den öffentlichen Personennahverkehr getätigt werden und fußgängerfreundliche Stadtteile im Ortsbezirk 1 unterstützt werden.

Die Politologin und Fototrainerin Nina Czerwenka widmet sich der Kultur und will sich vor allem für den Verbleib des Theaters am Willy-Brandt-Platz und den damit verbundenen verkehrspolitischen Fragestellungen einsetzen. Auf Platz vier engagiert sich der Apotheker Robin Brünn für die Sperrung des Mainkais für den Autoverkehr. Auf weiteren Plätzen folgen Sajawel Ahmed, Gerald Stütz und Jan Regler aus dem Gallus, dem Bahnhofsviertel und der Innenstadt.

Auch Strank will sich in Berlin zukünftig für die Verkehrspolitik und die Digitalisierung einsetzen. "Diese Themen haben auch durch die Corona-Krise nochmals eine neue Bedeutung gewonnen", ist er überzeugt. Parallel kandidiert er auch für die Stadtverordnetenversammlung. Bei den Bundestagswahlen 2017 war Strank im Kampf um das Direktmandat im Frankfurter Westen seinem CDU-Kontrahenten Matthias Zimmer unterlegen.

Strank blickt nach eigener Aussage gerne auf seine zu Ende gehende Amtsperiode als Ortsvorsteher zurück, auch wenn er zuletzt seitens der Grünen in der Kritik stand, nicht allen Aufgaben zeitnah gerecht werden zu können. Seine Entscheidung, sich auf seine Bundestagskandidatur zu konzentrieren, hatte er bereits zuvor getroffen. "Ich habe mich gerne den komplexen Aufgaben und zahlreichen Anfragen unseres zentralen und mit 60 000 Einwohnern auch großen Ortsbezirks gestellt, was zusammen mit meinem Beruf nicht immer leicht ist", räumt der Jurist ein. "Nun ist es aber an der Zeit, weiterzuziehen."

Gut aufgestellt für die Zukunft

Sicherheit, Sauberkeit, Verkehr und die Digitalisierung in der Stadtverwaltung gehören zu den zukünftigen Themen von Anna Pause im Römer. "Ich möchte gerne stadtweit noch einiges mehr bewegen, vor allem wenn es um die Verkehrswende geht", betont sie. "Und ich sehe die SPD im Ortsbeirat mit den neuen Kandidaten breit für die wichtigen Themen in den innenstadtnahen Gebieten aufgestellt", stellt sie abschließend fest. Gernot Gottwals

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