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Endausbau der A661 im Frankfurter Osten ist abgeschlossen

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Blick vom Lohrberg auf die A661. Der Bauabschnitt im Osten ist jetzt fertiggestellt.
Blick vom Lohrberg auf die A661. Der Bauabschnitt im Osten ist jetzt fertiggestellt. © Michael Faust

Der 1,1 Kilometer langer Abschnitt der A661 in Frankfurt von der Talbrücke Seckbach bis zum Stadion am Bornheimer Hang hat seinen finalen Zustand erreicht.

Frankfurt - Der Endausbau der A661 im Osten Frankfurts ist auf 1,1 Kilometern fertiggestellt. Die Ostumgehung hat auf dem Abschnitt über das künftige Dreieck Erlenbruch ihren baulich finalen Zustand erreicht.

"Von der Talbrücke Seckbach an nach Süden ist die A661 nun baulich fertig", erklärt Margarete Maier, Teamleiterin Bau in der Frankfurter Niederlassung der Autobahn-GmbH des Bundes. In den vergangenen Wochen waren noch Fräs- und Markierungsarbeiten auf dem frischen Asphalt gelaufen. Dabei wurde der zuvor um die Baustelle herumgelenkte Verkehr auf die endgültigen Fahrstreifen verlegt. Diese "Rückverlegung" der A661 hat 6,5 Millionen Euro gekostet. Der Neubauabschnitt verläuft vom Südende der Talbrücke Seckbach bis direkt an die Brücke neben dem Stadion am Bornheimer Hang heran, die zur Straße Am Erlenbruch führt.

Ausbau der A661 in Frankfurt: Rampen werden schon bald genutzt

Die Fertigstellung der A661 in diesem Bereich ist auch Teil des Baus des Dreiecks Erlenbruch. Hier soll ab etwa 2030 die A66 aus Hanau in die Ostumgehung einmünden, wenn die 2,2 Kilometer lange A66-Lücke mit dem 1,1 Kilometer langen Riederwaldtunnel geschlossen ist. Gebaut worden war das Dreieck fünf Jahre lang ab 2014. Die A661 verläuft oben, auf ihr sind bisher nur die zwei Fahrstreifen je Richtung markiert. Die westlichen Zu- und Abfahrtrampen zur A66 sind zwar fertig hergestellt, aber per Baken abgesperrt. Die östlichen Rampen müssen noch gebaut werden.

Wenngleich das Autobahndreieck erst mit der A66-Freigabe in Betrieb gehen kann, werden die Rampen schon bald genutzt. "Wir schließen die Baustraßen für den Riederwaldtunnel an und werden es für den Baustellenverkehr nutzen", erklärt Margarete Maier. So sollen die Anwohner im Riederwald fast vollständig vom 2024 beginnenden Baustellenverkehr des Tunnels verschont bleiben. Auch am östlichen Ende der Baustelle soll es eine solche anwohnerschonende Lasterzufahrt von der A66 geben. Hier blockieren aktuell aber noch Waldbesetzer die geplante Lastwagentrasse.

Frankfurt: Der Bund arbeitet am Endausbau der A662 seit 2008

1995 war die A661 zwischen den Anschlussstellen Friedberger Landstraße und Frankfurt-Ost nur zur Hälfe gebaut worden: die Richtungsfahrbahn nach Norden. Auf ihr verlaufen provisorisch alle vier Fahrstreifen für beide Richtungen ohne Standstreifen. 105 500 Fahrzeuge sind dort täglich unterwegs, davon nicht ganz zehn Prozent Schwerverkehr.

Am Endausbau der A661 arbeitet der Bund seit 2008. Als Erstes entstand bis 2010 der zweite, westliche Teil der Talbrücke Seckbach und seit 2014 das Autobahndreieck. Der westliche Teil der Talbrücke Seckbach ist, obschon seit zwölf Jahren fertig, noch nicht in Betrieb. Der Verkehr wird jetzt direkt südlich der Brücke von den schmalen, provisorischen Fahrstreifen auf die fertige, breite Autobahn verschwenkt.

Den Verkehr schon vor der Brücke überzuleiten, sei nicht möglich. Eine zu starke Längs- und Querneigung der Brücke verhindere den Bau einer gefahrlos nutzbaren Fahrbahnverschwenkung. Für die Überleitung seien auch mehr als 100 Meter Strecke nötig. "Nördlich der Brücke haben wir nicht viel Platz bis zum Beginn der Seckbacher Galerie", erklärt Margarete Maier. Deshalb werde der Verkehr erst dann über den Westteil der Brücke fahren können, wenn die A661 auch nördlich davon fertiggebaut ist.

Auch für diesen Abschnitt gibt es schon Baurecht. Diese Pläne passt der Bund aktuell aber an. Unter anderem soll eine Direktzufahrt von der Friedberger Landstraße zur A661 nach Süden den Verkehrsfluss verbessern. Auch werden Anschlüsse für die Alleenspange aus dem Plan getilgt, nachdem Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) den von der Stadt schon lange abgelehnten A66-Lückenschluss via Alleentunnel zur Miquelallee offiziell aus der Vorhabenliste strich.

Ausbau der A661 in Frankfurt: Flüsterasphalt und hohe Lärmschutzwände

Mit dem A661-Endausbau wird es für die Anwohner in Seckbach und Bornheim leiser. So will die Stadt eine 1,1 Kilometer lange Einhausung zwischen Friedberger Landstraße und Seckbacher Galerie über die Autobahn bauen, auch dafür läuft die Planung. Sie soll noch mit der aktuellen Änderungsplanung der Autobahn-GmbH für den Nordabschnitt verknüpft und zeitgleich bis 2030 gebaut werden. Für ihre Änderungen erwartet die Autobahn-GmbH "noch dieses Jahr" die Genehmigung, erläutert Margarete Maier.

Leiser wird es für die Anwohner schon jetzt: Entlang der nun fertigen A661 südlich der Talbrücke Seckbach sollen 2023/24 sechs Meter hohe Lärmschutzwände montiert werden, kündigt die Autobahnbau-Fachfrau an. Sie verlaufen auf der Westseite der Autobahn durchgehend, auch entlang der Rampen, und schützen den Bornheimer Hang. In Höhe des Stadions bleibt es bei der vorhandenen, vier Meter hohen Wand. Auf der Ostseite wird die Lärmschutzwand für den Riederwald von 2,50 auf vier Meter erhöht. Unverändert bleibt die Lärmschutzwand auf der Talbrücke, die Seckbach schützt.

Und die Wände sind nicht der einzige Schutz, betont Margarete Maier. Auf der neuen A661 sei Flüsterasphalt eingebaut worden. Mit seinen offen Poren schluckt er Rollgeräusche weg. "Der Unterschied ist sehr stark zu hören", erläutert die Bau-Teamleiterin. "Es ist schon viel leiser geworden."

Ausbau der A661 in Frankfurt: Stück für Stück zur Autobahn

Die A661 führt als Osttangente um Frankfurts Stadtzentrum herum. Im Norden bindet sie als Feldbergzubringer Bad Homburg und den Hochtaunus an, im Süden endet sie bei Egelsbach.

Ursprünglich hatte der Bund den Bau einer A49 von Kassel über Gießen sowie - als Main-Lahn-Schnellweg - via Butzbach, Friedberg und Frankfurt bis Darmstadt und zur A5 vorgehabt. Realisiert wurde davon im Rhein-Main-Gebiet der Abschnitt vom Preungesheimer Dreieck bis Egelsbach, der heute Teil der A661 ist.

Zwischen Friedberger Landstraße und Frankfurt-Ost bestand lange eine Lücke in der A661. Südlich davon rollte der Verkehr bereits ab 1964 über die Kaiserleibrücke sowie von 1986 an auch über die Brücke über den Ratswegkreisel bis zur Straße Am Erlenbruch. Nördlich davon war die Strecke ab 1975 bis Eckenheim als Autobahn in Betrieb gegangen, 1985 zur Friedberger Landstraße verlängert.

Frankfurt: Weiterer A661-Anschluss schon länger zu den Akten gelegt

Die Lücke in der A661 im Osten der Stadt wurde 1995 provisorisch geschlossen, indem nur die nach Norden führende Fahrspur gebaut wurde. Dabei wurden Bauvorleistungen für das geplante Autobahndreieck Seckbach eingebaut - gut zu sehen in der Seckbacher Galerie. Denn hier sollte die A66 abzweigen und als Alleenspange mit einem Tunnel unter dem Alleenring zur Miquelallee führen. Diese Planung hatte die Stadt bereits ab den 1990er Jahren politisch aufgegeben, der Bund strich das Vorhaben 2014 dann endgültig.

Schon länger zu den Akten gelegt ist eine weiterer A661-Anschluss, der Bornheimer Rüssel. Dieser sollte nach Planung aus den 1960er Jahren westlich um das Stadion am Bornheimer Hang herum gegenüber der Ostparkstraße auf den Ratsweg einmünden. Zur Verknüpfung mit A661 und A66 wäre ein Autobahnkreuz Erlenbruch entstanden - noch größer als das heutige Autobahndreieck. (dpg)

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