Corinna Bimboese, Direktorin des Atelier Frankfurt, organisiert mit Künstlern des Hauses die dreitägige Veranstaltung.
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Corinna Bimboese, Direktorin des Atelier Frankfurt, organisiert mit Künstlern des Hauses die dreitägige Veranstaltung.

Freilichtgalerie

Ostend: Wandgemälde unter freiem Himmel

  • vonAlexandra Flieth
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Das Atelier Frankfurt öffnet ab heute drei Tage lang für Besucher

Ostend -Matthias Johannsen und Samuel Woodhall haben in den vergangenen Tagen gemeinsam an einem Wandbild in einem Flur im Erdgeschoss des Atelier Frankfurt gearbeitet. Heute Abend gehört es zu den Werken, die beim ersten großen Ereignis nach dem Corona-Lockdown in dem Künstlerhaus gezeigt werden. Unter dem Motto "Open AteliAir" öffnet das Atelierhaus an der Schwedlerstraße 1 - 5 ein Wochenende lang seine Türen für Besucher.

Die großformatigen Wandbilder, zu denen auch Arbeiten weiterer Künstler des Hauses wie das Gemeinschaftswerk von Tatiana Urban, Julia Roppel, Sigi am Thor und Ekaterina Leo gehören, sind dabei nur ein Teil der geplanten Präsentation. Auf die Besucher warten unter anderem Performances und Videoinstallationen. Wegen der durch Corona bedingten ungewöhnlichen Zeit, wird nur ein ganz kleiner Teil der Kunst im Inneren des ehemaligen Lagerhauses gezeigt.

Der Innenhof wird zur Freilichtgalerie

"Wir haben fast alles ins Freie verlegt", sagt Corinna Bimboese. Sie leitet das Atelier Frankfurt. Der Innenhof wird zur Freilichtgalerie und auch zur Bühne für Konzerte und andere Präsentationen. Außerdem sind ein Filmprogramm und geführte Atelierbesuche geplant. Aktuell sind alle Ateliers im Haus besetzt. Mehr als 200 Künstler und Kreative arbeiten in dem Gebäude unweit des Osthafens in rund 140 Ateliers verteilt auf sechs Stockwerken. Es ist das größte Kunstzentrum in Hessen, das als gemeinnütziger Verein organisiert ist.

Mehr als 50 Künstler beteiligen sich an dem dreitägigen Ereignis. "Es ist eine Kombination aus Sommerfest und Open Studios", beschreibt es Corinna Bimboese, "gemeinsam geplant mit den Künstlern des Hauses." Alle konnten eigene Ideen zum Fest mit einbringen. "Ich war sehr gerührt. Viele tolle Ideen sind bei uns eingegangen. Man hat gemerkt, alle haben Lust, für die Veranstaltung aktiv zu werden", beschreibt die Leiterin des Atelierhauses die Situation.

"Die Idee zur Veranstaltung ist im April entstanden", sagt Bimboese. Es sei ein Hygienekonzept entwickelt worden: "Wir haben uns mit dem Gesundheitsamt abgestimmt", erzählt sie weiter. In Zeiten von Corona gehören dazu beispielsweise Einlassbeschränkungen. Die Anzahl der Leute, die sich gleichzeitig im Veranstaltungsbereich aufhalten dürfen, ist auf 250 Personen beschränkt und es gilt eine Maskenpflicht. Es werden laminierte Karten verteilt, die desinfiziert werden können. "Uns war es wichtig, dass Künstler und Besucher bestmöglich geschützt werden."

Veranstaltung erstmals mit Eintritt

"Zum ersten Mal werden wir auch einen Eintritt von drei Euro erheben", sagt Bimboese. "Denn durch Corona sind uns alle Einnahmen weggebrochen." Es sei ein symbolischer Betrag, der dabei helfe, die Kosten für die Veranstaltung zu decken.

Im Mittelpunkt der drei Tage werden die Künstler stehen. Für sie ist die aktuelle Zeit besonders tragisch. Wegen Corona gibt es derzeit für viele keine Ausstellungsgelegenheiten und damit kaum Möglichkeiten, ihre Werke einem Publikum zu zeigen und ihre Arbeiten zu verkaufen. Für dieses Wochenende haben Künstler des Atelier Frankfurt im Erdgeschoss daher einen Shop eingerichtet, in dem sie kleinere Arbeiten, Editionen und Kataloge anbieten möchten. Der Erlös hieraus geht zu einhundert Prozent an die jeweiligen Künstler.

Im Hof werden unter Einhaltung der Abstandsregelung auch Sitzgelegenheiten aufgestellt. Dort haben verschiedene Künstler wie Oliver Tüchsen oder Andrea Interschick ebenfalls Wandbilder gestaltet. Auch an den Außenseiten des Hauses sind Kunstwerke, beispielsweise von Guido Zimmermann, zu sehen. Der Künstler Simon Jung wird live Graffiti sprayen.

Die Veranstaltung, die auch von der Stadt gefördert wird, startet heute Abend um 18 Uhr. Morgen und am Sonntag ist das Atelierhaus von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Alexandra Flieth

Drei Tage Kunst und Kultur

Informationen zum Programm und den Hygienevorschriften unter www.atelierfrankfurt.de

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