Regenschirme und bunte Fahnen: Mehrere 100 Bürger kamen in einem Sternmarsch zur Friedensdemo auf den Römerberg.
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Regenschirme und bunte Fahnen: Mehrere 100 Bürger kamen in einem Sternmarsch zur Friedensdemo auf den Römerberg.

700 Teilnehmer beim Ostermarsch

Ostermarsch 2016: Einstehen gegen die Gewalt

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Fluchtursachen beseitigen und Menschenrechte durchsetzen – unter diesem Moto stand der Ostermarsch in diesem Jahr. Zur Kundgebung nach Frankfurt kamen gestern laut den Veranstaltern 2000 Teilnehmer, die Polizei sprach von 700.

Das Wetter spielte nicht mit. Von der kleinen Römerberg-Bühne waren bei der Kundgebung der Ostermarschierer eher aufgespannte Regenschirme als Menschen zu sehen. Dass sich unter den Schirmen 2000 Demonstranten verbargen, schätzten die Veranstalter von der Bühne herab. Tatsächlich standen die Teilnehmer aber ziemlich locker auf dem Platz, es war jederzeit möglich, zwischen ihnen herumzuspazieren. Die Polizei nahm das wahr und schätzte, dass nur zwischen 600 und 700 Demonstranten dem Wind und Regen getrotzt hatten und zur Friedenskundgebung gekommen waren.

Ob das Demonstrieren etwas bringt? „Je mehr Leute sich beteiligen, um so mehr kann man in einer Demokratie erreichen“, sagte Harald Fiedler. Der Vorsitzende der DGB-Region Frankfurt/Rhein-Main hatte das Bühnenprogramm moderiert. Jetzt sprach er optimistisch von den besagten 2000 Teilnehmern. „Man kann schon etwas erreichen“, sagte er. Vor allem, dass Konflikte nicht immer nur mit Waffengewalt gelöst werden. Man sehe ja im Irak, in Libyen, bald auch in Syrien, dass es nichts bringe. „Wir müssen andere Möglichkeiten entwickeln, Konflikte zu lösen.“ Darin war sich Fiedler mit seinen Vorrednern auf der Bühne einig. Zuvor hatten sich dort Meliah Akbaba vom Kurdischen Frauenrat, die Nahostkorrespondentin Karin Leukefeld und Wiltrud Rösch-Metzler, die Bundesvorsitzende der katholischen Friedensbewegung Pax Christi, gegen die Anwendung von Gewalt und auch gegen Waffenexporte ausgesprochen.  

Die Teilnehmer der Abschlusskundgebung waren in einem Sternmarsch zum Römerberg gekommen. Vier der Startpunkte des Sternmarschs lagen in Frankfurt, einer in Darmstadt und einer in Offenbach. Um 12.45 Uhr, 15 Minuten vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung, gestalteten Peter Dennebaum, evangelischer Stadtkirchenpfarrer an der Alten Nikolaikirche auf dem Römerberg, und Christian Enke, katholischer Gehörlosenpfarrer in Höchst, ein ökumenisches Friedensgebet.

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