Kurz vor ihrem Ruhestand sah die ehemalige Journalistin Rosmarie Forsthofer vor dem Oxfam-Laden im Oeder Weg ein Werbeplakat für neue Ehrenamtler. Ihren Entschluss, mitzuhelfen, hat sie nie bereut. FOTO: rainer rüffer
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Kurz vor ihrem Ruhestand sah die ehemalige Journalistin Rosmarie Forsthofer vor dem Oxfam-Laden im Oeder Weg in Frankfurt ein Werbeplakat für neue Ehrenamtler. Ihren Entschluss, mitzuhelfen, hat sie nie bereut.

Ehrenamtliche Hilfe

Oxfam-Laden in Frankfurt sucht dringend neue Helfer

  • VonAlexandra Flieth
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Bei Oxfam in Frankfurt wird dringend nach ehrenamtlicher Hilfe gesucht. Eine Mitarbeiterin erzählt, warum sie sich seit fünf Jahren im Nordend für den guten Zweck engagiert.

Frankfurt – Rosmarie Forsthofer engagiert sich seit dem ersten Eröffnungstag des Oxfam-Shops im Oeder Weg 28 vor fünf Jahren als ehrenamtliche Helferin im Geschäft und bereut ihre Entscheidung dafür nicht einen Tag. Der als Mix-Shop gestaltete Laden der international tätigen Nothilfe- und Entwicklungsorganisation sucht derzeit dringend ehrenamtliche Helfer für das Team - Menschen, die bereit sind, wöchentlich für fünf Stunden, so lange dauert eine Schicht, in dem Secondhand-Laden für Kleidung, Bücher, Musik- und Filmmedien, Accessoires, Spielzeug sowie Porzellan-, Glas und Keramikwaren tätig zu sein. Zusätzlich falle dann an jedem zehnten Samstag eine weitere Schicht an, so Forsthofer.

Ein Aufsteller und ein großer Aufkleber am Schaufenster rufen dazu auf, ein Teil des Teams zu werden, das derzeit aus rund 40 Ehrenamtlichen besteht. Das Team wünsche sich 20 zusätzliche Helfer. Dann könnten alle zehn Schichten optimal besetzt werden.

Oxfam: 55 Geschäfte in 34 Städten – auch in Frankfurt

Nach dem Motto: "Überflüssiges flüssig machen", werden ausschließlich gespendete Artikel für den guten Zweck verkauft. Bundesweit gibt es derzeit 55 Oxfam-Läden in 34 Städten, die überwiegend als Mix-Shops gestaltet sind, teils aber auch nur Kleidung oder Bücher zum Verkauf anbieten.

In Frankfurt gibt es insgesamt fünf Shops, zwei davon sind Mix-Shops - neben dem im Oeder Weg ist das noch ein Geschäft am Merianplatz. Zu tun gibt es nicht nur im Verkauf im Laden, sondern gerade auch hinter den Kulissen bei der Sachspendenannahme und dem Sortieren der Artikel. Forsthofer öffnet die Tür zum Lager, in dem alles vorbereitet und ordentlich sortiert in den Regalen liegt beziehungsweise Kleidung nach Damen-, Herren- und Kindermode auf Bügeln an Stangen hängt. "Ich gehöre zur Gruppe, die sich um die Bücher kümmert", erzählt sie.

Partnerorganisationen von Oxfam in aller Welt – Shop auch im Oeder Weg in Frankfurt

Über einen Aufruf ist Rosmarie Forsthofer einst auch auf den Oxfam-Shop im Oeder Weg aufmerksam geworden. "Ich wohne in der Nähe und hatte damals das Plakat am Schaufenster gesehen, das auf den geplanten neuen Shop hinwies und darauf, dass ehrenamtliche Helfer gesucht werden", erzählt die langjährige Journalistin. "Zu dieser Zeit war ich noch berufstätig, wusste aber, dass ich bald in den Ruhestand gehe." Für sie habe schon lange festgestanden, dass sie sich nach ihrem aktiven Berufsleben engagieren wollte. Denn mit dem Erlös aus dem Verkauf der gespendeten Waren werden in Zusammenarbeit mit 3500 lokalen Partnerorganisationen weltweit Frauen und Männer dabei unterstützt, sich dauerhaft aus der Armut zu befreien. Oder es wird Nothilfe geleistet, wie derzeit in Indien.

Für die Umsetzung der verschiedenen Projekte arbeitet Oxfam mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen. "Ich bin damals zum ersten Mitarbeitertreffen gegangen und habe die Vorbereitungstermine mitgemacht", sagt Forsthofer. "In den ersten sechs Monaten habe ich parallel dazu noch mit einer halben Stelle in der Redaktion gearbeitet."

Die Öffnungszeiten

Wer sich informieren möchte, kann entweder direkt in den Shop (Oeder Weg 28) zu den Öffnungszeiten montags 12 bis 17 Uhr, dienstags bis freitags 10 bis 19 Uhr oder samstags 11 bis 16 Uhr vorbeikommen oder sich auf der Internetseite unter www.oxfam-shops.de/ehrenamt informieren.

Ihr aller Stolz sei die wöchentlich wechselnde Schaufenster-Dekoration nach Themen. Die Präsentation der Artikel werde immer donnerstags von zwei Ehrenamtlichen aus dem Team übernommen. Aktuell stehe das Thema "Küche" im Mittelpunkt. Für die Neu-Gestaltung würden die hierfür notwendigen Artikel zuvor aus allen Spenden gesammelt. Forsthofer zeigt im hinteren Teil des Lagers auf ein großes Regal, dessen Inhalt eigens zur Schaufensterdekoration genutzt werde und erklärt: "Wir haben sogar einen Schaufensterkalender, in dem die verschiedenen Themen eingetragen sind." Idee und Gestaltung würde bei den Kunden sehr gut ankommen, weiß sie. Einmal wöchentlich würden die Waren aus dem Schaufenster verkauft. "Dann sitzen einige der Interessenten schon lange vor Öffnung des Geschäfts mit Klapp-stühlen vor der Tür und warten darauf, dass der Schaufensterverkauf losgeht", sagt sie. Ganz nach dem Prinzip: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst."

Arbeit bei Oxfam in Frankfurt: „Es ist eine sehr sinnvolle Tätigkeit“

Auf die Frage, was die Arbeit besonders macht, antwortet Forsthofer: "Es ist eine sehr sinnvolle Tätigkeit, die einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leistet und das Prinzip der Nachhaltigkeit fördert und umsetzt - allein im Shop im Oeder Weg sind seit dessen Eröffnung fast 40 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet und mehr als 180 000 Secondhand-Artikel für den guten Zweck verkauft worden", zählt sie auf.

Darüber hinaus lerne man viele neue Leute kennen - sowohl aus dem Team als auch Kunden, von denen mittlerweile viele Stammkunden seien. "Als der Shop seinen einjährigen Geburtstag gefeiert hat, haben wir aus dem Team eine Modenschau im Laden gemacht", erinnert sie sich. Rund 60 Prozent des Umsatzes würden im Shop durch Secondhand-Kleidung gemacht. Zum fünften Geburtstag in diesem Jahr sei wegen der Corona-Pandemie eine Modenschau leider nicht möglich gewesen. "Stattdessen konnten unsere Kunden am Geburtstag des Ladens mit einem Schaumstoffwürfel, auf denen Prozente angegeben waren, ihren Einkauf günstiger bekommen." (Alexandra Flieth)

Am Oeder Weg in Frankfurt gibt es gleichzeitig Ärger wegen des geplanten Umbaus: Ansässige Unternehmer sind nicht begeistert von den Maßnahmen.

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