1. Startseite
  2. Frankfurt

Panna Cotta als Hommage an Frankfurt

Kommentare

Gastgeber mit rot-weiß-roter Seele und Blick für die Feinheiten: Alfred Friedrich und Pit Punda
Gastgeber mit rot-weiß-roter Seele und Blick für die Feinheiten: Alfred Friedrich und Pit Punda © Leonhard Hamerski

Österreich liegt in Eschersheim, genauer gesagt in Alt-Eschersheim. Schließlich befindet sich dort das Traditionslokal „Zur Golden Kron“. Mit Alfred Friedrich hat ein gebürtiger Österreicher den Mietvertrag unterschrieben. An seiner Seite: Geschäftspartner Pit Punda. Gemeinsam wollen sie in dem historischen Gebäude ein österreichisches Wirtshaus installieren – und zwar eines mit gehobener Küche.

Wer Friedrich kennt, hätte aber auch nichts anderes erwartet. Denn der Lebenslauf des Spitzenkochs ist mit besternten Lokalen regelrecht gespickt. Zu seinen letzten Stationen zählen das Gourmetrestaurant im Tigerpalast und das „Lafleur“ im Gesellschaftshaus des Palmengartens. Nach einjährigem Intermezzo im „Restaurant 1718“ in Deidesheim zog es ihn an den Main zurück. „Ich habe Frankfurt vermisst“, sagt er. „Die Stadt ist eine zweite Heimat für mich geworden.“ Da kam das Angebot, die „Golden Kron“ zu pachten, gerade recht.

Österreich liegt in Eschersheim, genauer gesagt in Alt-Eschersheim. Schließlich befindet sich dort das Traditionslokal „Zur Golden Kron“. Mit Alfred Friedrich hat ein gebürtiger Österreicher den Mietvertrag unterschrieben. An seiner Seite: Geschäftspartner Pit Punda. Gemeinsam wollen sie in dem historischen Gebäude ein österreichisches Wirtshaus installieren – und zwar eines mit gehobener Küche. Wer Friedrich kennt, hätte aber auch nichts anderes erwartet. Denn der Lebenslauf des Spitzenkochs ist mit besternten Lokalen regelrecht gespickt. Zu seinen letzten Stationen zählen das Gourmetrestaurant im Tigerpalast und das „Lafleur“ im Gesellschaftshaus des Palmengartens. Nach einjährigem Intermezzo im „Restaurant 1718“ in Deidesheim zog es ihn an den Main zurück. „Ich habe Frankfurt vermisst“, sagt er. „Die Stadt ist eine zweite Heimat für mich geworden.“ Da kam das Angebot, die „Golden Kron“ zu pachten, gerade recht.

Fehlte nur noch ein erfahrener Gastgeber und Weinprofi. Und wer würde sich dafür besser eignen als Pit Punda. Die beiden hatten schon im „Zarges“ zusammengearbeitet und sich auch nicht aus den Augen verloren, als sie getrennte Wege gingen: der eine in den Tigerpalast, der andere ins „Schaumahl“ nach Offenbach. „Wir haben bei null angefangen und uns zu 16 Punkten im Gault&Millau hochgearbeitet“, erzählt Punda. Es sei eine intensive Zeit gewesen, doch dann habe es einen Stillstand gegeben – und das ertrage er nicht. Auch für ihn kam das Angebot, als Kompagnon in die „Golden Kron“ einzusteigen, zum richtigen Zeitpunkt. Das Traditionslokal im Fachwerkhaus umzugestalten, hat viel Zeit und Kraft gekostet. „Trotzdem sind wir noch nicht fertig“, so Friedrich. „Es ist nun mal ein altes Gebäude. Wenn man vorne beginnt und hinten fertig ist, kann man vorne wieder anfangen.“ Zudem sei alles schief, die Böden, die Wände, aber genau das mache den besonderen Charme des Hauses aus. Nicht nur der mit neuen, breiteren Tischen und Sitzpolstern aus grauem Filz ausgestattete Gastraum kann sich sehen lassen. Auch der Innenhof präsentiert sich als Refugium inmitten der Großstadt. Dort können die Gäste gemütlich unter Bäumen sitzen und speisen. Die zurzeit noch überschaubare Karte mit Gerichten aus Österreich und Deutschland, aber auch Abstechern ans Mittelmeer, will Friedrich um Wiener Schnitzel und Kalbstafelspitz ergänzen. Schon jetzt lässt sich der Backhuhnsalat bestellen (16 Euro). „Damit das Fleisch noch zarter wird, lege ich es ein bis zwei Tage in Buttermilch ein“, erklärt der Küchenchef. Umhüllt von einer krossen Panade, landet es auf Gurken und Rapunzeln, die er mit rahmigem Dressing verfeinert. Eine köstliche Hommage an Frankfurt ist die intensiv aromatische Panna Cotta aus Kräutern der Grünen Soße (17 Euro). Sie kommt mit Spargelsalat und Wildwassergarnele, beides noch leicht knackig, ist mit Kresse und Blüten appetitlich garniert.

Auch bei den Hauptgerichten zeigt sich, dass Friedrich ein Koch ist, der weiß, was er kann – und das schmeckt man: bei dem auf Fenchelholz gegarten Taunus-Saibling mit Kartoffeln und wildem Brokkoli (25 Euro) genauso wie bei Rinderrücken und geschmortem Schaufelbug mit Selleriepüree, Kartoffelravioli und Selleriewürfeln (28 Euro). Der Fisch ist saftig, das Fleisch auch und butterzart obendrein. Zu letzterem gibt es eine so kraftvolle Schmorsoße, dass man die Reste mit dem Finger vom Teller schlecken möchte. Viele Österreicher sind ja wahre Dessertmeister, und der Golden-Kron-Chef bildet da keine Ausnahme. Weil der Platz hier zu knapp ist, bleiben für seinen Apfelstrudel im Glas (11 Euro) nur zwei Worte: extrem lecker.

Während Friedrich hinter den Kulissen in seinem Element ist, hat Punda die Rolle des Gastgebers übernommen, aber nicht nur diese. In Frankfurt gibt es wohl keinen anderen Weinprofi, der so entspannt und kompetent über sein Lieblingsthema spricht. Mit seinen Tipps trifft er meistens ins Schwarze, das gilt auch für den jungen frischen Riesling von Corvers Kauter im Rheingau, den er zum Taunus-Saibling empfiehlt. Auf deutschen und österreichischen Winzern liegt zurzeit der Schwerpunkt. „Die 50 Positionen umfassende Karte soll im Laufe des Sommers aber noch wachsen.“ Das aktuelle Sortiment umfasst auffallend viele Erzeugnisse zu günstigen Preisen. Deren Auswahl sei sehr schwierig gewesen, erinnert sich Punda. Qualität für kleines Geld könnten selbst etablierte Weinbauern nicht immer liefern. Was mit ein Grund dafür ist, dass er und Friedrich auch auf junge Winzer setzen – aus Deutschland ebenso wie aus Österreich.

Zur Golden Kron: Alt-Eschersheim 58, Tel. 0171 4842474, , Die–Sa 17–24, So 12–22 Uhr, Mo Ruhetag, Sitzplätze: 60 innen/80 außen, Küche: österreichisch-deutsch

Auch interessant

Kommentare